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VLN: Adenauer-Trophy

Black Falcon nicht zu bremsen

Patrick Assenheimer und Manuel Metzger setzen sich in einem harten Kampf gegen GetSpeed und Walkenhorst durch.

Fotos: VLN

Patrick Assenheimer und Manuel Metzger konnten sich nach einem knallharten 3,5-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife als Sieger der 50. Adenauer Rundstrecken-Trophy feiern lassen. Der Black-Falcon-Mercedes #6 setzte sich nach einer ganzen Reihe knallharter Kämpfe beim vierten VLN-Lauf 2019 durch.

Knapp vorbei am Gesamtsieg schrammte das GetSpeed-Team. Marek Böckmann und Philip Ellis hatten durch einen früheren ersten Stopp die Nase zur Mitte des Rennens vorn, verloren die Führung aber in der 19. von letztlich 24 Runden. Sie wurden Zweite gefolgt vom Walkenhorst-BMW #34 von Christian Krognes, David Pittard und Jody Fannin.

Das Rennen war zu fast jeder Zeit gekennzeichnet von spektakulären Zwei- und Mehrkämpfen. An der Spitze des Feldes konnte sich kein Fahrzeug entscheidend absetzen. Entscheiden sollte aber letztlich die Strategie: Black Falcon hatte den ersten Boxenstopp am längsten hinausgezögert und konnte daher am Ende kürzer stoppen als die beiden Konkurrenten. Das war rennentscheidend.

Die Renndistanz wurde um 30 Minuten verkürzt, nachdem es im Zeittraining zu einem Unfall mit vier Fahrzeugen gekommen war, der die Strecke blockiert hatte.

Die Show machten zu Beginn des Rennens erst einmal andere als Mercedes-AMG: Der von der Pole-Position gestartete David Pittard und Frank Stippler im Phoenix-Audi #5 (Kolb/Stippler) lieferten sich einen knallharten Zweikampf um die Spitze des Rennens. Dabei wechselten auch hier die Positionen mehrfach, inklusive eines sehenswerten Überholmanövers von Pittard über die Außenbahn auf dem Grand-Prix-Kurs.

Dahinter lauerten drei AMGs, von denen einer, der GetSpeed-Mercedes #23 (Shoffner/Hill/Schiller), aufgrund der Pro-Am-Besetzung allerdings später keine Rolle mehr spielte. Die anderen beiden sollten dem Rennen allerdings ihren Stempel aufdrücken.

Nach dem Boxenstopp fiel der Walkenhorst-BMW zunächst etwas zurück, während an der Spitze die Mercedes-AMG den Phoenix-Audi überrumpelten. GetSpeed war eine Runde früher an die Box gekommen und durch die kürzere Standzeit an Black Falcon vorbeigegangen. Letztere holten allerdings sukzessive wieder auf - erst mit Assenheimer, dann mit Metzger.

Dahinter übernahm Krognes den Walkenhorst-BMW und machte nun Jagd auf die beiden Sterne vor ihm. Er hatte den Zweikampf gerade eingeholt, als Metzger zum entscheidenden Manöver ansetzte. Eigentlich hätte sich der 33-Jährige nicht in den Kampf stürzen müssen, weil sowohl GetSpeed als auch Walkenhorst noch einen längeren Splash-&-Dash vor sich hatten, doch er nahm den Kampf an.

Aus dem Windschatten auf der Döttinger Höhe zog er neben Ellis, konnte den Überschuss aber aufgrund des seit Saisonbeginn vorgeschriebenen kleinen Luftmengenbegrenzers nicht halten. Die Geschwindigkeiten glichen sich bei etwa 260 km/h an.

Ellis wollte nicht klein beigeben und gab Metzger einen Bodycheck eingangs Tiergarten. Der zeigte sich unbeeindruckt und zog das Manöver durch.
Damit war die Entscheidung aber noch nicht gefallen. Metzger konnte sich an der Spitze nicht absetzen, obschon Ellis nun in die Fänge von Krognes geriet.

Eine Überrundung in der Veedol-Schikane gab Ellis noch einmal die Chance, sich die Führung von Metzger zurückzuholen. Doch das Manöver ging nach hinten los: Metzger hatte eingangs Nordschleife die Innenbahn für sich, Ellis wurde außen festgenagelt. Das sorgte dafür, dass sich für Krognes eine Lücke ergab, die er ausnutzen konnte und Ellis so auf Rang drei zurück reichte.

Beim Splash kurz vor Schluss gab Walkenhorst den zweiten Platz allerdings wieder her, sodass es ein Mercedes-Doppelerfolg wurde. Keinen Zweifel gab es mehr am Sieg für Black Falcon, die am Ende erwartungsgemäß kürzer stoppen konnten. Metzger rettete aber nur 2,023 Sekunden Vorsprung auf Ellis über die Ziellinie.

Der Phoenix-Audi holte rang vier gefolgt vom Konrad-Lamborghini #7 (Jefferies/di Martino), der die Pro-Am-Wertung gewann. Eigentlich war der Lambo mit nur zwei Boxenstopps auf Kurs zu Gesamtrang vier, allerdings wurde mutmaßlich der Sprit knapp und Michele di Martino war auf der letzten Runde fast eine halbe Minute langsamer als gewöhnlich.

Dahinter kam der mcchip-dkr-Lamborghini #20 (Schmidtmann/Hammel) bei seinem ersten Renneinsatz auf die sechste Position im Gesamtklassement und Platz zwei in der SP9 Pro-Am.

Schon auf Rang sieben kam der beste Nicht-GT3: Der Mühlner-Porsche #123 (Hoppe/Kranz/Terting) gewann die Cup2-Kategorie für Porsche-Cup-Fahrzeuge. Die Top 10 komplettierten zwei SP7-Porsche und der Walkenhorst-BMW #36 (Ziegler/Schmidt-Staade) als Sieger der Klasse SP9 Am.
Die VLN macht nun drei Wochen Pause. Am 3. August steht mit dem 6-Stunden-Rennen der Saisonhöhepunkt auf dem Programm.

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