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DTM: Interview

Audi verteidigt Stallorder pro Green

Zwei Mal wurde Jamie Green bevorzugt. Edo Mortara verlor die Meisterschaft um vier Punkte. Audi erkennt keine kausalen Zusammenhang.

Edoardo Mortara hat den DTM-Titel 2016 um lediglich vier Punkte verpasst; es lassen sich nun leicht mehrere Situationen finden, in denen Mortara und Audi die entscheidenden Zähler verloren haben: Da sind zum Beispiel die Kollisionen des Italieners in Spielberg oder auf dem Hungaroring, doch auch das Samstagsrennen auf dem Moscow Raceway wirft retrospektiv Fragen auf. Dort musste Mortara seinem Markenkollegen Jamie Green den siebenten Platz überlassen.

Durch die Audi-Entscheidung verlor Mortara zwei Punkte. Die alleine hätten nicht zum Titel gereicht, doch auf dem Nürburgring erhielt der Brite erneut den Vorzug vor Mortara, weil er den dritten Platz nicht an seinen Markenkollegen abgeben musste. Das macht noch einmal drei Punkte, die Mortara durch die Lappen gegangen sind. Unterm Strich hätten diese fünf zusätzlichen Punkte am Ende zum Titel gereicht.

Hat sich Audi im Titelkampf also letztendlich selber ein Bein gestellt? Dieter Gass, der DTM-Leiter des Herstellers, bestreitet dies und verweist auf die Plattitüde, wonach man im Nachhinein stets klüger sei: "Nachher weiß ich immer alles besser. Wenn ich die Informationen, die ich jetzt habe, schon beim Auftakt in Hockenheim gehabt hätte, wäre ich schon da ganz anders gefahren."

"Man muss zu gewissen Zeitpunkten gewisse Entscheidungen treffen, und die kann man eben nur aufgrund der Informationen treffen, die man hat", meint Gass. Soll heißen: In Russland hatte Audi noch das Gefühl, dass Green bessere Chancen auf den Titel habe als Mortara; die nackten Zahlen geben Gass Recht, denn der Brite lag zu diesem Zeitpunkt zehn Punkte vor seinem Markenkollegen.

2015 wurde Audi der Vorwurf gemacht, sich nicht rechtzeitig auf einen Titelkandidaten festgelegt zu haben. Hat man sich deshalb heuer nun zu früh für einen, noch dazu den falschen, Fahrer entschieden? "Ich glaube, dass wir – im Vergleich zu unseren Wettbewerbern – niemals relativ früh alle Karten auf einen Fahrer setzen", sagt Gass in diesem Zusammenhang.

"Aber natürlich haben wir ab einem gewissen Zeitpunkt den Fahrer mit den meisten Punkten unterstützt", erklärt er. In Russland sei Green noch vorne gelegen, also sei das Rennen durch Stallregie dementsprechend ausgegangen. Verschmitzt ergänzt Gass: "Man kann natürlich sagen, dass Edo das erste Rennen in Hockenheim gewonnen hat. Da hätten wir uns dann direkt zu 100 Prozent auf ihn konzentrieren müssen."

Den Hauptgrund für den verpassten Titel sieht Gass woanders. "Letztendlich sind wir in einer Situation, in der wir über Zandvoort nachdenken müssen. Dort wurde Edoardo grundlos bestraft", erinnert er. Mortara hatte dort eine ungerechtfertigte Durchfahrtsstrafe erhalten, die ihn mindestens acht Punkte gekostet hat. Auch der Italiener selbst erklärte nach dem Saisonfinale, dass er die Meisterschaft letztendlich in den Niederlanden verloren habe.

In Zukunft wird sich Mortara übrigens nicht mehr mit den taktischen Entscheidungen dieses Herstellers herumärgern müssen, er wechselt für die Saison 2017 zu Mercedes. Allerdings ist auch die Marke mit dem Stern dafür bekannt, sich relativ früh auf einen Titelkandidaten festzulegen. Mortara sollte also auf jeden Fall einen guten Saisonstart hinlegen, will er im Laufe der kommenden DTM-Saison nicht erneut einen Teamkollegen vorbeiwinken müssen.

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„Mächtigeres“ DRS? „Mächtigeres“ DRS? Titel in Zandvoort verloren Titel in Zandvoort verloren

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