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FIA macht Formel 2 (fast) zur Pflicht

Die FIA begibt sich kartellrechtlich auf dünnes Eis: Für eine Superlizenz könnten Piloten genötigt sein, in der Formel 2 zu fahren.

Die Formel-1-WM wird ihr System zum Erlangen einer Superlizenz überarbeiten, um die Formel 2 vor allem für Nachwuchspiloten auf dem Weg in die Weltmeisterschaft fast unumgänglich zu machen. Das bestätigte der technische Leiter der Formelserie, Didier Perrin. Bislang führten auch die Titel in der Formel-3-EM, der Formel E, der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM sowie der IndyCar-Serie automatisch zu den notwendigen 40 Punkten für eine Superlizenz, doch in Zukunft soll vor allem die Formel 2 gestärkt werden.

"Es wird fast zwingend werden, in der Formel 2 zu fahren", erklärte Perrin die Auswirkungen des überarbeiteten Punktesystems. Zwar würde die Formel 2 als Durchgangsstation nicht zur Pflicht, doch er sei sich sicher, dass sie wieder zum bevorzugten Pfad auf dem Weg in die Formel-1-WM würde, nachdem viele Piloten, wie Esteban Ocon oder Max Verstappen, in den vergangenen Jahren die GP2 ausgelassen haben.

"Wir möchten dem Fahrer einen Gegenwert für seine Konkurrenzfähigkeit geben, nicht für seinen Geldbeutel", so Perrin weiter. "Das wird der Formel 2 einen enormen Schub verleihen, weil es jene Serie sein wird, in der es die meisten Punkte zu sammeln gibt und in der man die beste technische Vorbereitung auf die Formel 1 haben wird. Alles wird getan, damit die Formel 2 fast eine Bedingung für die Formel 1 ist" Das neue Punktesystem soll in Kürze veröffentlicht werden.

Die FIA hatte das Superlizenzsystem ab der Saison 2016 verpflichtend gemacht, um zu verhindern, dass Fahrer vorschnell in die Formel-1-WM kommen oder dass talentlose Bezahlfahrer ohne Erfolg Plätze blockieren. Innerhalb von drei Jahren muss ein Fahrer 40 Punkte gesammelt haben, um eine Superlizenz erlangen zu können, die erst zur Teilnahme an Rennen der Formel-1-WM berechtigt.

40 Punkte waren beispielsweise möglich, indem man Meister der Formel-3-Europameisterschaft oder zwei Mal Vizemeister in der GP3-Serie (zwei Mal 20 Punkte) wurde. Auch durch eine wilde Kombinationen wie Rang drei in der DTM, den Vizetitel in der GP3 und Rang vier in der Formel-3-EM (10 + 20 + 10 Punkte) hätte man die Formel 2 auslassen können. Das wird so vermutlich nicht mehr möglich sein. Inwieweit es rechtens ist, die eigenen FIA-Serien dermaßen zu bevorzugen, wird sich weisen müssen.

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