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Neues Reglement, kein WM-Prädikat mehr

Die bisherige Tourenwagen-WM flüchtet sich ins TCR-Regulativ und wird ab 2018 mit neuen Fahrzeugen, aber ohne WM-Status ausgetragen.

Das vorläufige Ende der Tourenwagen-WM scheint besiegelt: Die Rennserie verliert ab der Saison 2018 ihr eigenes Reglement und dadurch auch ihren WM-Status. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung der Tourenwagenkommission der FIA in Paris. Der Weltrat des Automobilweltverbands soll diesen Beschluss noch in dieser Woche bei einer Sitzung offiziell bestätigen. Folglich wäre zwar das Fortbestehen der Meisterschaft gesichert, sie erhielte im kommenden Jahr allerdings ein völlig neues Gesicht.

Man verabschiedet sich vom TC1-Reglement und setzt künftig auf die etwa 50 PS schwächeren, aber eben auch wesentlich günstigeren TCR-Autos. Weil deren Reglement auf Kundensport zugeschnitten ist, werden künftig keine Werksteams mehr gegeneinander antreten, bestenfalls werksunterstützte Privatiers. Imerhin könnte dadurch das Teilnehmerfeld deutlich anwachsen, denn die TCR International wird als weltweite Rennserie mit sofortiger Wirkung eingestellt, die bisherige WTCC tritt an ihre Stelle – vermutlich unter der Bezeichnung WTCR, womit auch der Verschmelzung dieser beiden Meisterschaften Rechnung getragen würde.

Es ist bereits das zweite Mal in der Geschichte, dass der Automobilweltverband FIA eine Tourenwagen-WM einstellt, erstmals war dies gleich nach der Debütsaison 1987 der Fall. Die damalige Rennserie wurde ersatzlos gestrichen, sodass Roberto Ravaglia bis zur ihrer Neuauflage einziger Weltmeister blieb. Nach der Saison 2004 wurde die damalige Tourenwagen-EM zur WM aufgewertet. Das nunmehrige Scheitern liegt nicht zuletzt im 2014 eingeführten TC1-Reglement begründet, welches die Kosten im Vergleich zur S2000-Ära wesentlich ansteigen ließ.

Ein TC1-Fahrzeug mit Motor kostet rund 750.000 Euro und damit ungefähr das Dreifache eines Super-2000-Renners, wodurch viele Privatteams – jahrelang das Rückgrat der Meisterschaft – das Handtuch werfen mussten. Gleichzeitig blieb der erhoffte Zuspruch neuer Hersteller aus, sodass stets weniger als 20 TC1-Autos an den Start gingen. Die für 2017 angepeilte Weiterentwicklung der Fahrzeuge für einen weiteren Dreijahreszyklus fand gar nicht erst statt, weil hinter den Kulissen bereits vor Monaten die Weichen für eine Fusion der beiden internationalen Tourenwagenserien gestellt worden sein dürften.

Voraussichtlich ist es jedoch kein Abschied für immer: Schon 2020 soll der WM-Status wieder vergeben werden. Die Verantwortlichen der Serie planen nach zwei Übergangssaisonen mit TCR-Autos den Wechsel zum sogenannten "Class One"-Reglement, das schon lange sowohl für die DTM als auch die japanische Super GT im Gespräch ist. Kurzfristig will die neue WTCR jedoch einfach nur guten Tourenwagensport abliefern und (nach dem Vorbild der britischen Meisterschaft BTCC) drei Rennen pro Wochenende abhalten – und das Saisonfinale soll ab sofort, wie schon von 2005 bis 2014, wieder auf dem Guia Circuit in Macao ausgetragen werden.

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Details zur Fusion mit TCR Details zur Fusion mit TCR Huff: TCR einzige Hoffnung Huff: TCR einzige Hoffnung

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