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WEC: Interview

Ant Davidson: Letzte Hoffnung IMSA?

Alonso-Opfer Anthony Davidson musste sein LMP1-Cockpit bei Toyota räumen. Der Brite hofft auf eine Chance nach den 24h von Le Mans.

Das Leben kann hart sein, gerade im Motorsport. Anthony Davidson kann ein Lied davon singen, schließlich gehörte er der Fahrercrew an, die 2016 den Sieg in Le Mans eine Runde vor Schluss verloren hat. Falls er dachte, schlimmer geht es nicht mehr, wurde er in diesem Winter eines Besseren belehrt, denn 2018 hat der ehemalige Formel-1-WM-Pilot erst gar keine Chance, den Sieg beim 24h-Rennen zu holen, obwohl die Aussichten für Toyota besser denn je sind.

Da er zudem als Testfahrer der Japaner unter Vertrag bleibt, wird er auch für kein anderes Team fahren dürfen. Davidson musste für Fernando Alonso Platz machen, der zumindest einen Teil der WM-Saison 2018/19 im Toyota TS050 bestreiten wird. Davidson war in der WM-Saison 2017 in die Kritik geraten, weil er das Tempo seiner Teamkollegen Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima nicht immer mitgehen konnte, vor allem bei den Rennen nach Le Mans, ehe er in Asien in die Spur zurückfand.

Das Jahr 2018 wird er voraussichtlich aussitzen müssen – ein schwerer Schlag für den Briten. Er versucht, positiv zu bleiben. "Mein Ziel ist, gegen Ende des Jahres wieder Rennen zu fahren", sagte er. "Ich habe meine Augen auf das Petit Le Mans gerichtet. Dort habe ich schon mehrfach die Pole Position geholt und bin auf dem Podium gestanden." Das Road-Atlanta-Rennen ist traditioneller Saisonabschluss der nordamerikanischen Sportwagenszene. Davidson holte seine Poles in den Jahren 2010 und 2011 für Peugeot, als das Rennen noch zur American Le Mans Series gehörte.

Der 38jährige hofft, in Atlanta ein paar Türen für die IMSA Sportscar Championship 2019 öffnen zu können. Warum fährt er in Le Mans nicht einen LMP2? Der Weltmeister 2014 wäre eine begehrte Aktie auf dem Markt. "Das kommt zu früh, weil ich bis zum Rennen mit Testen beschäftigt sein werde. Ich bin jemand, der sich nur auf eine Sache konzentrieren kann, und diese Sache ist jetzt erst einmal, den Toyota so schnell, zuverlässig und nutzerfreundlich wie möglich zu machen", so Davidson.

Er ist sich sicher, das zwischenzeitliche Tief endgültig überwunden zu haben und lässt Fakten sprechen: "Jeder Fahrer hat Höhen und Tiefen in seiner Leistung. Ich habe bei den letzten beiden WM-Läufen vergangenes Jahr gezeigt, dass ich wieder in Bestform warm – und die habe ich über den Winter mitgenommen: Bei unserem ersten Langstreckentest dieses Jahr bin ich die schnellste Runde und die schnellsten Rennsimulation gefahren."

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