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WRT-Audi setzt bei Test auf Fittipaldi

DTM-Privatteam WRT hat mit Pietro Fittipaldi für den Test einen zweiten Fahrer gefunden: Worauf man sich einigte und welche Rolle Allan McNish spielt.

Große Überraschung bei WRT-Audi: Das belgische Privatteam, das durch Ferdinand Habsburgs umstrittene Absage noch keinen zweiten Fahrer für den DTM-Saisonstart in drei Wochen in Hockenheim bestätigt hat, wird beim Lausitzring-Test kommende Woche den 22-jährigen Haas-Formel-1-Tester Pietro Fittipaldi einsetzen.

"Wir werden zwei Tage mit Pietro testen", verrät Teamchef Vincent Vosse exklusiv im Gespräch 'Motorsport-Total.com'. Der Brasilianer soll von Dienstag bis Donnerstag genauso viel Testzeit bekommen wie der bereits bestätigte Südafrikaner Jonathan Aberdein. "Im Moment handelt es sich nur um einen Test, aber wir hoffen, dass daraus eine langfristige Partnerschaft wird, die länger als zwei Tage anhält", spielt der WRT-Teamchef auf die unglücklichen Ereignisse mit Habsburg an.

Das bedeutet: DTM-Neueinsteiger WRT und der Enkelsohn des zweimaligen Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi haben sich bislang bloß auf einen Deal für den offiziellen ITR-Test geeinigt, der nächste Woche von Montag bis Donnerstag stattfindet. Erst danach wird eine endgültige Entscheidung fallen.

Was passiert, wenn es zu keiner Einigung kommt?

Auslöser für die Zusammenarbeit war laut dem Belgier Audis Le-Mans-Legende Allan McNish, der seit der vergangenen Saison als Teamchef des Audi-Formel-E-Rennstalls fungiert. "Die Idee kam von Allan, und er hat uns dann zusammengebracht", schildert Vosse die Ereignisse vor rund zwei Wochen. "Wir haben dann miteinander gesprochen und uns jetzt zumindest darauf geeinigt, dass Pietro den Test fährt. Die Audi-Familie hat uns sehr geholfen."

Sollte es tatsächlich zu einer Einigung kommen, dann wird Fittipaldi, der noch nie ein DTM-Auto gefahren ist, beim Saisonauftakt in Hockenheim neben dem um ein Jahr jüngeren Ex-Formel-3-Piloten Aberdein im neuen Audi RS 5 sitzen. Dabei spielt auch die Mitgift eine Rolle, denn als Privatteam muss WRT ein Budget von fünf bis sechs Millionen Euro stemmen.

Doch was passiert, wenn es zu keiner Einigung kommt? Bleibt dann das zweite Auto frei? Oder wäre es sogar denkbar, dass ein Fahrer ganz ohne Testerfahrung in die Saison startet? "Das wäre möglich, aber wir tun alles, damit es mit Pietro passt", zeigt Vosse eine klare Tendenz. "Ich glaube, dass er gut zu uns passen würde."

Fittipaldi nach Horrorunfall in Eau Rouge wieder fit

Fittipaldi, der 2017 den Titel in der inzwischen eingestellten Formel V8 3.5 World Series holte, brach sich vergangenes Jahr im Mai beim Qualifying zum WEC-Lauf in Spa-Francorchamps bei einem heftigen LMP1-Unfall in der Eau-Rouge-Senke beide Beine, gab aber Ende Juli in der IndyCar-Serie ein Comeback.

Als Haas-Testpilot bestritt er erst vergangene Woche den Test in Bahrain. "Wenn er ein Formel-1-Auto fahren kann, dann sollte die DTM auch kein Problem sein", ist Vosse von der Fitness des Brasilianers überzeugt. Wenn es tatsächlich nach dem Test zur Einigung kommt, dann wird die DTM-Saison 2019 mit 18 Boliden über die Bühne gehen.

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