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Rallycross-ÖM: Nordring II

Ford-Festspiele

Alois Höller (Ford Focus) konnte beim Rallycross-ÖM-Lauf in Fuglau den Staatsmeistertitel bei den Supercars fixieren.

Foto: Walter Vogler

Beim vorletzten Lauf zur Rallycross-Staatsmeisterschaft auf dem Nordring in Fuglau fielen fast alle Titelentscheidungen. Nur die Krone in der heiß umkämpften Supernational wird beim Finale im tschechischen Sosnova in zwei Wochen vergeben.

Der Titel in der National 1600 wurde schon beim letzten Lauf in Sedlcany vergeben. Sven Förster im VW Polo war von der Spitze nicht mehr zu verdrängen. Das Ergebnis des freien Training in der National 1600 war ziemlich überraschend. Beim Rallycross auf dem Nordring feierte Claus Gruber seine Rallycross-Premiere in einem Mini Cooper und markierte die Bestzeit. Gleich dahinter mit Christian Kopetzky (Citroen Saxo), dem Division 2-Meister aus dem Jahr 2010, die nächste Überraschung. Auf den Rängen drei bis fünf mit Sven Förster, Romina Fritz (Honda Civic) und Dominik Janisch (VW Polo) die Favoriten in der National 1600. Die Protagonisten stellen im Zeittraining die alte Ordnung wieder her. Sven Förster holte die Bestzeit vor Romina Fritz und Dominik Janisch. Diesmal sorgte Reinhard Böck im Mitsubishi Colt auf Rang vier für die obligate Überraschung. Im ersten Vorlauf war für Christian Kopetzky sein Comeback Rennen auch schon wieder beendet. Er führte seinen Vorlauf an und wurde mit Hilfe seines Verfolgers in einen Dreher geschickt. Der herannahende Dominik Rath (Peugeot 106) konnte nicht mehr ausweichen und krachte in den Citroen Saxo. Beide Fahrzeuge wurden dabei schwer beschädigt und für die beiden Piloten war der Renntag vorzeitig beendet. Die Bestzeit im ersten Vorlauf holte sich Romina Fritz vor Sven Förster und Reinhard Böck. Den zweiten Vorlauf entschied Sven Förster vor Romina Fritz und Philip Leonhartsberger (VW Polo) für sich. Mit Bestzeit im dritten Vorlauf sicherte sich Sven Förster die Pole Position für das A-Finale. Rang zwei ging diesmal an Dominik Janisch vor Romina Fritz. Die Finalplätze waren somit vergeben. Als Sieger im C-Finale schaffte Walter Fritz im VW Polo nach einem ereignisreichen Tag noch den Aufstieg in das B-Finale. Dort wiederum blieb Michael Alber im Honda Civic erfolgreich, der damit in das A-Finale einzog. Mit einem Start Ziel Sieg holte sich Romina Fritz ihren ersten Tagessieg in der National 1600 vor Sven Förster und Philip Leonhartsberger. Den Vizemeistertitel hinter Sven Förster sicherte sich Dominik Janisch, der auf dem Nordring hinter Richard Förster (VW Polo) Fünfter wurde.

In der Königsklasse der Supercars stand die Titelentscheidung ebenfalls an. Serienstaatsmeister Alois Höller im Ford Focus musste einen dritten Rang nach Hause bringen um vorzeitig den Sack zuzumachen. Im freien Training markierte der Oberösterreicher die Bestzeit vor Mitveranstalter Jürgen Weiß, der mit dem Ford Focus erstmals in dieser Saison mit von der Partie war. Rang drei holte sich Gerald Eder im Skoda Fabia. Im Zeittraining ging die Bestzeit an Jürgen Weiß vor Alois Höller, Gerald Eder fuhr auch hier wieder den dritten Rang heraus. Jürgen Weiß markierte auch im ersten Vorlauf eine klare Bestzeit vor Alois Höller, der mit Lenkungsproblemen an seinem Ford Focus zu kämpfen hatte. Platz drei ging an Tristan Ekker im VW Polo vor Matthias Schörgenhofer im VW Golf. Jürgen Weiß holte sich auch im zweiten Vorlauf eine klare Bestzeit und sicherte sich damit vorzeitig die Pole für das A-Finale. Rang zwei holte Tristan Ekker vor Alois Höller, der sich danach zum Tausch der kompletten Lenkung entschloss. Die Entscheidung sollte sich als richtig herausstellen, denn im dritten Vorlauf funktionierte der Ford Focus wieder problemlos und Höller holte sich die schnellste Zeit vor Max J. Pucher, der nun auch endlich die Probleme in seinem Ford Fiesta aussortiert hatte. Mit einem Blitzstart setzte sich Alois Höller im A-Finale an die Spitze und feierte einen klaren Tagessieg vor Jürgen Weiß und Max J. Pucher. Damit hatte Alois Höller den Titel in der Österreichischen Meisterschaft fixiert, es ist der Titel Nummer 28 in der langen und erfolgreichen Karriere des Oberösterreichers. Den Vizetitel werden sich Tristan Ekker und Max J. Pucher beim Finale in Sosnova ausmachen.

Auch in der Super1600 ist die Titelentscheidung auf dem Nordring gefallen. Es war nur noch Formsache für den Ungarn „Luigi“ im Skoda Fabia, der auch diesmal dem Rest des Feldes ziemlich überlegen war. Im freien Training holte er die Bestzeit vor dem Tschechen Jan Skala (Peugeot 208) und Erwin Frieszl im Peugeot 206. Im Zeittraining konnten sich der Ungar Adam Ujhazi (Opel Astra) und Peter Freinberger (Peugeot 206) hinter „Luigi“ einreihen. Im ersten Vorlauf holte Erwin Frieszl Rang zwei hinter dem ungarischen Skoda-Piloten, Rang drei ging an den Tschechen Josef Susta im Skoda Fabia. Jan Skala musste den ersten Vorlauf auslassen. Der Tscheche verlor im Training ein Rad an seinem Peugeot 208. Die gebrochene Aufhängung war vor Ort nicht zu reparieren und der Tscheche machte sich auf den Weg in die Heimat um das Teil zu schweißen. Rechtzeitig zum zweiten Vorlauf war er wieder zurück und der Peugeot 208 wieder einsatzbereit. Er lieferte sich ein packendes Duell mit Erwin Frieszl, das schließlich in einem katastrophalen Unfall endete. Skala hatte Frieszl gegen Rennmitte überholte. Beim Überholmanöver wurde seine Scheibe ziemlich verschmutz, die Waschanlage war jedoch ausgefallen. Orientierungslos krachte der Tscheche in die Streckenbegrenzung. Der Peugeot wurde in die Luft katapultiert und landete auf dem Dach des vorbeifahrenden Peugeot von Erwin Frieszl. Es folgten bange Minuten, in denen Erwin Frieszl von den Einsatzkräften noch im Fahrzeug versorgt und für den Transport in das Krankenhaus vorbereitet wurde. Gottseidank kam von dort bald die Entwarnung: Erwin Frieszl hatte sich Prellungen an der Wirbelsäule zugezogen, konnte aber das Krankenhaus nach der Untersuchung wieder verlassen und sich auf den Heimweg machen. Luigi war auch diesmal wieder der schnellste, Rang zwei holte sich Josef Susta vor Peter Freinberger. Luigi sparte sich den dritten Vorlauf, die Pole für das A-Finale hatte er ohnehin schon in der Tasche. Adam Ujhazi war diesmal schnellster Pilot der Super1600 vor Josef Susta und Werner Panhauser im Citroen C2. Im A-Finale feierte Luigi einen klaren Sieg vor Josef Susta und Werner Panhauser. Luigi fixierte damit den Titel in der Super 1600. Mit seinem dritten Rang fixierte Werner Panhauser den Vizetitel, den ihm auch beim letzten Rennen in Sosnova niemand mehr streitig machen kann.

Die Supernationals machen heute den Abschluss in der Berichterstattung vom Nordring, weil in dieser Division die Titelentscheidung bis zum Finale in Sosnova vertagt wurde. Lange Zeit sah es wie ein Solo für Gerald Woldrich im Mercedes C aus. Eine „Meinungsverschiedenheit“ im A-Finale von Sedlcany sorgte allerdings für eine Disqualifikation von Woldrich und Verfolger Thomas Strobl (Citroen Saxo) übernahm die Tabellenspitze. Beide waren am Nordring hochkonzentriert und bemüht die Entscheidung offen zu halten. Hinter dem Tschechen Roman Castoral (Opel Astra) und Harald Falschlehner (Opel Kadett) holte Gerald Woldrich im freien Training Rang drei. Dieter Ekker im VW Käfer fuhr auf Rang vier und war damit schnellster Pilot aus der Klasse bis 1600 ccm. Das war nicht im Sinne von Thomas Strobl, der sich vorerst mit Rang Acht zufrieden geben musste. Thomas Strobl fuhr danach im Zeittraining hinter Harald Falschlehner auf Platz zwei, diesmal landete Gerald Woldrich nur auf Rang sechs und war nur Drittschnellster in der Klasse über 2000 ccm. Beide machten dann in den drei Vorläufen genau das was sie mit Blickrichtung Meistertitel tun mussten: Sie hielten sich aus allen Zweikämpfen raus und versuchten der schnellste Pilot in ihrer Hubraumklasse zu sein. Beiden gelang das auch. Im ersten Vorlauf ging die Bestzeit an Harald Falschlehner vor Roman Castoral und Gerald Woldrich. Roman Castoral vor dem Slowaken Karol Sedivy (Seat Ibiza) und Gerald Woldrich lautete die Rangliste im zweiten Vorlauf. Castoral und Woldrich holten auch im dritten Vorlauf die Ränge eins und drei, Rang zwei ging diesmal an den Tschechen Jakub Bittman im Peugeot 206. Gerald Woldrich war damit fix für das A-Finale qualifiziert. Thomas Strobl nahm das B-Finale von der Pole Position in Angriff. Er war jedoch nicht der einzige Pilot aus der 1600er Klasse im B-Finale. Auch Dieter Ekker im VW Käfer war hier mit von der Partie und der setzte sich mit einem Traumstart an die Spitze. Thomas Strobl musste seinen Citroen Saxo schon in der ersten Kurve mit technischem Defekt abstellen und der Traum vom Klassensieg war ausgeträumt. Der ging nämlich an Dieter Ekker, der jedoch auch den Aufstieg in das A-Finale nicht schaffte. Er musste im Verlauf des B-Finales dem Druck des Tschechen Karel Vaclavik nachgeben und den Tschechen passieren lassen. Vaclavik pilotiert einen VW Golf Turbo, ist damit ein Vertreter der Klasse über 2000 ccm und mit seinem Einzug in das A-Finale wurde er ein zusätzlicher Konkurrent für Gerald Woldrich. Der Mercedes Pilot behielt aber die Nerven und die Oberhand in der großen Klasse. Hinter Roman Castoral und Harald Falschlehner wurde er Dritter und holte sich den Klassensieg. Damit eroberte der Niederösterreicher auch die Tabellenführung wieder zurück. Er hat nun wieder einen Punkt Vorsprung auf Thomas Strobl und es kommt in zwei Wochen in Sosnova zum großen Showdown in der Supernational.

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