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Motorrad-WM: Silverstone

Viñales holt ersten Suzuki-Sieg seit 2007

Maverick Viñales siegt zum ersten Mal in der MotoGP. Cal Crutchlow gewinnt harten Kampf um Platz zwei, Rossi noch Dritter – Heftiger Startcrash sorgt für Abbruch.

Foto: MCN@Twitter

Maverick Vinales schreibt Geschichte und holt beim Großen Preis von Großbritannien 2016 den ersten MotoGP-Sieg für Suzuki seit 2007. Unter trockenen Bedingungen sicherte sich der Spanier in Silverstone nach einer turbulenten Startphase die Spitzenposition und gab diese bis zum Schluss auch nicht mehr ab. Mit ihm auf dem Podium feierten Brünn-Sieger Cal Crutchlow (LCR Honda) und Valentino Rossi (Yamaha) Rang zwei und drei.

Überschattet wurde der Suzuki-Triumph von einem schweren Startunfall zwischen Loris Baz (Avinita-Ducati) und Pol Epsargaro (Tech 3 Yamaha), die nach einer Berührung in Kurve 1 crashten. In der Wiese überschlugen sich ihre Motorräder mehrmals und rutschten wie auch die Fahrer zurück auf die Strecke. Glücklicherweise konnten alle Fahrer ausweichen. Baz war kurzzeitig bewusstlos, winkte den Zuschauer beim Krankentransport aber schon wieder zu.

Das Rennen wurde unterbrochen, konnte aber kurz darauf über eine verkürzte Distanz von 19 Runden - ohne Espargaro und Baz - fortgesetzt werden. Vinales, der beim ersten Start noch an die Spitze gestürmt war, ordnete sich beim Restart zunächst auf Rang drei hinter Crutchlow und Rossi ein, machte dann aber kurzen Prozess und ging früh an beiden vorbei. Mit seiner Suzuki hatte er bereits nach fünf Runden zwei Sekunden Vorsprung.

Vinales feiert mit Suzuki ersten MotoGP-Sieg seit 2007

"Es fühlt sich unglaublich an! Ich habe immer davon geträumt, und jetzt ist es wahr geworden! Ich hatte das ganze Rennen im Griff, die Rundenzeiten waren sehr gut", resümiert Vinales sein einsames Rennen an der Spitze. Im Ziel hatte der 21-Jährige satte 3,480 Sekunden Vorsprung. Mit dem Sieg löst er nicht nur Chris Vermeulen ab, der Suzuki zuletzt 2007 im Regen von Le Mans Platz eins bescherte.

Im Trockenen dauerte die Durststrecke sogar noch länger: Hier siegt zuletzt Kenny Roberts jr. in Motegi 2000. Vinales weiß, dass das eine Mannschaftsleistung war: "Das Team hat so hart gearbeitet, und ich bin ihnen so dankbar. Ich dachte zu Beginn des Wochenendes schon, dass ich um den Sieg kämpfen kann. Ich fühle mich in Silverstone immer gut, und mein Bike war auf einem sehr guten Level. Wir haben es geschafft!"

Während der Spanier an der Spitze souverän seine Runden drehte, kam es in der Verfolgergruppe zu zahlreichen Positionskämpfen zwischen den späteren Podestkandidaten Crutchlow und Rossi sowie Honda und Ducati. Dabei übertrieb es zunächst Andrea Iannone, der seine Maschine fünf Runden vor Schluss im Duell um Rang zwei ins Aus katapultierte. Spektakulär war auch der Zweikampf zwischen Rossi und Marc Marquez (Honda).

Marc Marquez zu aggressiv - Chance auf Podium vertan

Sie lieferten sich rundenlang Rad-an-Rad-Duelle lieferten, berührten sich dabei mehrfach. Vor allem Marquez ging gewohnt aggressiv zu Werke. Das rächte sich schließlich, als sich der Spanier nach Rossi Crutchlow vorknöpfte und, um einen Crash zu vermeiden, am Ende der Hangar-Straight in die Auslaufzone ausweichen musste. Danach sortierte er sich hinter seinem Teamkollegen Dani Pedrosa auf fünf wieder ein.

Am Ende wurde Marquez Vierter und landete damit einen Platz hinter seinem WM-Verfolger Rossi. "In der Meisterschaft habe ich nur drei Punkte aufgeholt, aber ich bin trotzdem sehr glücklich, denn es war ein harter Kampf", sagt der Italiener. "Leider begann mein Hinterreifen nach acht oder neun Runden extrem zu rutschen. Es war sehr schwierig, das Motorrad zu kontrollieren. Aber am Ende hat es mit Marquez und Crutchlow viel Spaß gemacht."

Auch Crutchlow hat den zweikampfstarken Silverstone-Lauf genossen: "Es hat viel Spaß gemacht, mit den Jungs vorne zu kämpfen. Ich glaube, dass wir dieses Ergebnis hier verdient haben - und auch die Fans!", zeigt sich der Brite stolz. "Sie haben mich hier über die Jahre immer unterstützt. Meistens war ich im Krankenhaus, aber jetzt stehe ich auf dem Podium! Das hätte ich nicht erwartet. Ich dachte, dass ich es nur in die Top 6 schaffe."

Ducati in Silverstone abgeschlagen, Bradl stürzt

Bester Ducati-Fahrer in Silverstone wurde nach dem Sturz von Iannone Andrea Dovizioso auf Rang sechs. Aleix Espargaro konnte mit seiner Suzuki sogar an Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo vorbeiziehen, der abermals nicht in die Gänge kam und nur Achter wurde. Die Top 10 komplettieren Danilo Petrucci (Pramac Ducati) und Alvaro Bautista (Aprilia). Sein Teamkollege Stefan Bradl schied in Folge eines Sturzes früh aus dem Rennen.

In der WM-Tabelle führt noch immer Marquez mit 210 Punkten. Sein Vorsprung auf Rossi beträgt 50 Zähler. Lorenzo (146) verliert weiter an Boden. Vinales hat sich mit seinem Silverstone hingegen auf Platz vier (125) der Weltmeisterschaftswertung vorgekämpft. Im Herstellerduell mit Ducati ist Suzuki nun mit 185 Zählern gleichauf. Die Chance auf auf WM-Punkte gibt es beim Großen Preis von San Marino in der nächsten Woche.

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