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Bergrallyecup: St. Andrä

Tagessieg für Schwaiger beim Heimrennen

Der Demmerkogel in St. Andrä/Höch ist die neue Heimat für den Koglhofer Rupert Schwaiger, zumindest was den Bergrennsport betrifft.

Fotos: H. Rieger

Zum zweiten Mal hat der MSK Feistritztal in St. Andrä einen Lauf zum Bergrallyecup veranstaltet. Musste Schwaiger im Vorjahr noch dem Ratscher Lokalmatador Andi Marko im Audi A4 STW quattro den Vortritt lassen, konnte er sich heuer in einem bis zuletzt spannenden Rennen den Tagessieg an seine Fahnen heften. Der dritte Lauf der heurigen Saison war geprägt durch relativ viele technische Probleme und den damit verbundenen Ausfällen.

Prominentestes Opfer war dabei Karl Schagerl, der zweifache Tagessieger der bisherigen Saison, dessen VW Golf TFSI-R mit massiven Antriebsproblemen zu kämpfen hatte, weil der rechte Antriebsflansch des Getriebes beschädigt war. Man versuchte zwar sowohl im ersten als auch im zweiten Training, das Problem in den Griff zu bekommen, musste aber schließlich w.o. geben. Dafür, dass es für Porsche-Pilot Rupert Schwaiger keine "gmahte Wiesn" wurde, sorgte der Gratweiner Thomas Holzmann im Mitsubishi Evo 6 VLN, der sich um nur 0,75 Sekunden geschlagen geben musste.

Auch Bergfuchs Felix Pailer, durch einen neuen Heckspoiler am Lancia Delta Integrale regelrecht beflügelt, blieb auf Schlagdistanz zu den beiden und errang den ausgezeichneten dritten Gesamtrang. Stefan Wiedenhofer im Mitsubishi Mirage R5 Evo 2, einmal mehr mit großem Kämpferherz unterwegs, wurde sehr guter Vierter vor dem Mürztaler Werner Karl im wuchtigen Audi S2R quattro. Die Beiden haben seit Anfang der neuen Saison eine Wette laufen: Der Besserplatzierte setzt dem anderen den "Gipfelsturmhut" auf, mit dem dieser dann zur Siegerehrung gehen muss.

Der Bad Gamser Werner Hofer wurde mit einer blitzsauberen Fahrt ausgezeichneter Sechster vor Lokalmatador Diethard Sternad im Alfa Romeo 156 STW. Der Gamlitzer peitschte seinen Boliden spektakulär den Demmerkogel hinauf und sicherte sich damit auch den Sieg in der Division der Spezialtourenwagen E1 bis 2.000 cm³. Auch diesmal schaffte es der Gleisdorfer Manuel Seidl im Porsche 997 GT3 in die Top 10 des Gesamtklassements.

Bemerkenswert war auch der Einsatz von Jürgen Halbartschlager, der im VW Golf eine souveräne Leistung bot. Der Loipersdorfer Bernhard Lenz wurde mit einer beherzten Fahrt im BMW M3 guter Gesamtzehnter. Mit einer Topleistung errang der Piregger Reinhold Taus im Subaru Impreza WRX STI nicht nur den tollen elften Gesamtrang, sondern wurde damit auch bester Gruppe-A-Pilot.

Klassenwertungen:

• E1 über 2.000 cm³ 4WD

Der Gratweiner Thomas Holzmann (Mitsubishi Evo 6 VLN), heuer zum ersten Mal am Start, holte sich auch gleich den Sieg in der hubraumstärksten Allradklasse und bewies einmal mehr, dass er zu den schnellsten Tourenwagenpiloten am Berg zählt. Nur um 0,63 Sekunden geschlagen geben musste sich Routinier Felix Pailer aus der Haslau, dessen neuer Heckspoiler sowohl dem Boliden als auch dem Piloten Flügel verlieh.

Mit Platz drei bot der Weizer Stefan Wiedenhofer im Mitsubishi Mirage R5 Evo 2 eine blitzsaubere Leistung und kommt gewiss voll motiviert zum EM-Lauf auf den Rechberg. Bestens aufgelegt war der Bad Gamser Werner Hofer, der im Ford Escort Cosworth vor dem Edelsgruber Ewald Scherr, dessen Cossie noch immer etwas Mucken macht, guter Fünfter wurde. Leider schon im Training mußte Karl Schagerl im VW Golf TFSI-R w.o. geben, weil der rechte Antriebsflansch des Getriebes beschädigt war.

• E1 über 2.000 cm³ 2WD

Gastgeber Rupert Schwaiger (Porsche 911 Biturbo) feierte bei seinem Heimrennen den dritten Klassensieg in Folge vor Markenkollege Manuel Seidl im Porsche 997 GT3 Cup. Dieses Duo ist derzeit nur schwer zu bezwingen. Mit Platz drei errang der Loipersdorfer BMW-M3-Pilot Bernhard Lenz ein weiteres Topresultat; dahinter der weststeirische Publikumsliebling Karl Heinz Schauperl im schwarz-weißen VW Käfer. Mario Hohenwarter musste seinen Diesel-Golf bereits vor dem dritten Rennlauf mit technischen Problemen abstellen.

• E1 bis 2.000 cm³

Lokalmatador Diethard Sternad aus Gamlitz feierte im Alfa Romeo 156 STW einen von den Fans vielbejubelten Sieg – der richtige Motivationsschub für den Rechberger EM-Lauf am Wochenende. Mit nur 0,85 Sekunden Rückstand wurde Jürgen Halbartschlager sehr guter Zweiter; er wird 2017 wohl ein gewichtiges Wort um den Titel in dieser Klasse mitreden. Das gleiche gilt für den Gleisdorfer Michi Wels (VW Scirocco), der zwar mit einer krummen Halbachse den ersten Lauf auslassen musste, dann aber kräftig Gas gab und Rang drei belegte.

Ein grandioses Comeback feierte der Fladnitzer Michi Auer in einem weiteren VW Scirocco: Mit Platz vier bewies er, dass heuer stark mit ihm zu rechnen sein wird. Der Leobener Heiko Fiausch (Opel Astra GSI) erlebt derzeit ein Wechselbad der Gefühle: Ein unfreiwilliger Ausritt in Pöllauberg bescherte ihm sowie dem Team des MSC Niklasdorf und dessen Präsidenten einige Nachtschichten. Im zweiten Rennlauf gab es technische Probleme, trotzdem reichte es für einen guten fünften Rang vor einem exzellent agierenden Markus Blasl im Opel Kadett C Coupé 16V, der heuer mit Vater Hermann Blasl ein überaus starkes Team bildet.

Auf den Plätzen sieben und acht lagen mit Markus Müllner aus Niederösterreich und Werner Jud aus der Weststeiermark zwei sehr kontinuierlich starke Fahrer. Thomas Harrer wurde im neu aufgebauten Alfa Romeo 145 guter Neunter vor Lokalmatador Martin Povoden aus Leibnitz im Renault Mégane Coupé; Platz elf für den jungen Newcomer Helmut Fähnrich im Opel Corsa B. Michael Emsenhuber, diesmal im 2er-Golf am Start, weil der VW Corrado noch nicht ganz fertig war, und Manfred Majkovski mussten nach Technikproblemen an ihren Boliden die Segel streichen.

• E1 bis 1.600 cm³

Florian Pyringer im auffallend neongelb und grau lackierten VW Golf I kristallisiert sich immer mehr als Titelfavorit in dieser Klasse heraus, diesmal holte er den Sieg vor Martin Zamberger im neu aufgebauten Peugeot 106 GTI Evo 2, dessen Comeback durchaus erfolgreich verlief; auf Platz drei ein stark fahrender Gregor Hutter im Alfa Romeo 145 vor dem Edelsgruber Manuel Blasl im VW Golf. Routinier Joe Rabl wurde im Audi 80 guter Fünfter. Mit technischen Problemen leider out: Michael de Cillia im Ford Fiesta RS.

• E1 bis 1.400 cm³

Eindrucksvoll in Szene setzen konnte sich Lokalmatador Günter Strohmeier aus Großklein im Alfasud TI: Mit Bestzeiten in allen drei Rennläufen sicherte er sich Platz eins vor Jakob Löffler im Suzuki Swift und dem jungen Christian Biesinger im VW Polo.

• Klasse A über 2.000 cm³

Dritter Sieg im dritten Rennen für den Piregger Reinhold Taus, der auch diesmal mit seinem Subaru Impreza WRX STI eine Klasse für sich war; auf Platz zwei, endlich ohne technische Probleme und mit einer imposanten Leistung im Mitsubishi Evo 6, der Wiener Roland Hartl vor einem stark fahrenden Andi Perhofer in einem weiteren Subaru Impreza WRX STI.

• Klasse A bis 2.000 cm³

Ein sehenswertes Duell Kärnten gegen Steiermark: Am Ende setzte sich Patrick Orasche (Renault Mégane Coupé), der im letzten Lauf richtig Gas gab vor dem Steirer Helmut Harrer (Honda Civic Type R) durch – ein toller Kampf, auf den man sich auch in Zukunft freuen darf. Guter Dritter wurde der Weizer Thomas Lickel im Opel Kadett GSI 16V.

• Division N über 2.000 cm³

Als Solostarter in dieser Klasse erzielte der Krieglacher Peter Probhardt im Mitsubishi Evo 9 in allen drei Läufen exzellente Zeiten, sicherte sich zwölfeinhalb Punkte und führt die Wertung vor Didi Holzer an. Im Gesamtklassement wurde er ausgezeichneter 13.

• Division N bis 2.000 cm³

In der von technischen Ausfällen am stärksten betroffenen Klasse musste Wolfgang Schutting seinen Renault Clio Williams schon im Training abstellen. Markus Raith (Honda Civic Type R) und Patrick Flechl (Opel Astra GSI) mussten nach dem ersten Rennlauf wegen technischer Probleme aufgeben. Ohne Probleme und von allem unbeeindruckt feierte der Fladnitzer Chris-André Mayer im Honda Civic Type R quasi einen Start-Ziel-Sieg.

• Historisch über 2.500 cm³

Spannung bis zuletzt: Der Kärntner Gerald Glinzner setzte sich mit seinem Porsche Carrera mit 0,66 Sekunden Vorsprung gegen Heimkehrer Harald Neuherz aus Hatzendorf im infernalisch klingenden Audi S1 quattro durch. Auch um Platz drei gab es ein herzerfrischendes Duell zwischen dem Burgenländer Herbert Neubauer (Lancia Delta Integrale) und Reinhold Prantl (Porsche Carrera). Der Lancia-Pilot sicherte sich schließlich mit dem Hauch von acht Hundertstelsekunden den dritten Platz und verwies den Deutschlandsberger Porsche-Piloten auf Platz vier. Das macht Lust auf mehr.

• Historisch bis 2.500 cm³

Er siegt und siegt und siegt: Mario Krenn hämmerte auch diesmal eine Bestzeit nach der anderen in den Asphalt und siegte am Schluss mit 5,10 Sekunden Vorsprung auf den stark fahrenden Markus Pirkner im VW Scirocco II 16V; starker Auftritt auch von August Gratzer mit Platz drei im Lancia Beta Montecarlo. Franz Haidn wurde in seinem BMW 325 E30 guter Vierter vor Opel-Kadett-Pilot Adi Hochecker und Wolfgang Pieber in einem weiteren BMW 323i.

• Historisch bis 1.600 cm³

Im Vorjahr noch Vizemeister, heuer eilt er nach drei von acht Läufen mit Riesenschritten in Richtung Titel – die Rede ist vom Steirer Patrick Ulz, der in seinem Alfasud TI, auch wenn er Lauf drei ausließ, unangefochten gewann; auf Platz zwei Thomas Tkaletz im 1er-Golf-GTI, der in der heurigen Saison bisher auch sehr stark unterwegs ist. Platz drei ging an den mittlerweile in Gleisdorf beheimateten Dominik Neumann im Mini Cooper BMC. Gerd Fischer wurde mit drei konstant guten Läufen Vierter vor Erwin Mandl aus Weiz, dessen Einsatzfahrzeug noch nicht ganz fertig war, weshalb er mit dem PS-schwächeren NSU TT vorliebnehmen musste.

• Division E2 - SH

Der Schweizer Dany Kistler im Audi RS2 quattro fuhr in allen drei Wertungsläufen Topzeiten und sicherte sich damit einen sehr guten Top-30-Platz im Gesamtklassement.

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