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Formel 2: Jerez

Leclerc widmet Titel verstorbenem Vater

Formel-2-Meister Charles Leclerc im Interview: Wie es jetzt für ihn weitergeht, was Höhe- und Tiefpunkte waren und welchen Anteil Prema am Titel hat.

Fotos: FIA Formula 2

Charles Leclerc hat es geschafft: Nach seinem Sieg im Hauptrennen von Jerez ist dem Prema-Piloten der Titel in der Formel 2 nicht mehr zu nehmen. Diesen widmet der junge Monegasse seinem Vater, der im Juni überraschend verstorben war. Im Meister-Interview spricht Leclerc auch über Höhe- und Tiefpunkte der Saison, erklärt ab wann er sich als Titelkandidat sah und verrät, warum er nun erst einmal seinen Manager anrufen muss.

Frage: "Charles Leclerc, Formel-2-Meister. Wie klingt das?"
Charles Leclerc: "Es fühlt sich unglaublich an! Wir hatten insgesamt eine großartige Saison und waren wir immer sehr, sehr schnell. Der einzige Tiefpunkt war das Qualifying in Monza, und das war meine Schuld, weil ich in dieser Session nicht gut genug war. Aber ansonsten denke ich, dass wir immer vorne warne und das fühlt sich wirklich toll an.

"Ich hatte während der Saison einige Tiefs, einige auf der Rennstrecke, aber vor allem im persönlichen Umfeld, nachdem ich meinen Vater verloren hatte. Der Gewinn der Meisterschaft ist für mich eine tolle Art und Weise, ihn zu ehren; ich möchte ihm diesen Titel widmen. In Zukunft will ich aber keine weiteren Titel mehr widmen. Letztes Jahr habe ich ihn Jules (Bianchi; Anm. d. Red.) gewidmet, dieses Jahr meinem Vater, also hoffe ich, nächstes Jahr nicht, ... na ja, nächstes Jahr wird es vielleicht etwas schwieriger (einen Titel gewinnen; Erg. d. Red.), aber ich brauche hoffentlich keine weiteren Titel zu widmen."

Frage: "Wie wichtig war Ihre Beziehung zum Prema-Team?"
Leclerc: Natürlich ist es sehr wichtig, im richtigen Team zu sein. Es ist immer etwas, das einen die Meisterschaft gewinnen lässt - ich denke, wir hatten ein wirklich gutes Jahr. Wir haben sehr hart gearbeitet und uns auf uns selbst konzentriert. Die Wintertests waren nicht so, wie wir es uns gewünscht hatten. Wir fühlten uns nicht schnell genug, aber dann bin ich zum ersten Rennen gekommen und habe einen großen Schritt gemacht. Es war eine fantastische Saison. Es gibt noch drei Rennen, bei denen wir unsere Bestleistungen erbringen müssen, aber es war ein Vergnügen, mit dem Team zusammenzuarbeiten."

Frage: "Wie schwierig war der Kampf mit Oliver Rowland und Artjom Markelow? Sie hatten in den letzten Rennen niemanden, der Ihnen dicht auf den Fersen war, haben aber immer mit Oliver gekämpft - wie war das aus Ihrer Sicht?"
Leclerc: "Wie ich es in den letzten Jahren immer getan habe. Ich habe mich sehr viel auf mich selbst und auf mein Auto konzentriert und das war' s. Um ehrlich zu sein, die Konkurrenz spürt man immer, aber ich habe immer auf mich selbst geschaut und versucht, die besten Ergebnisse zu erzielen. Heute ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ichunbedingt vor Oliver bleiben musste, und es fühlt sich gut an, die Meisterschaft zu gewinnen."

Frage: "Wann glaubten Sie, dass dieser Titel möglich war?"
Leclerc: Ich denke in Barcelona nach dem ersten Rennen. In Bahrain, nach dem Qualifying, war es etwas unsicher, ob wir Glück hatten oder ob wir sehr schnell waren, denn es gab eine rote Fahne im falschen Moment für die anderen. Es war also ein bisschen schwierig zu beurteilen, und dann im ersten Rennen war es nicht wirklich positiv, weil ich mich mit den Reifen schwer getan habe und ich wusste, dass das Reifenmanagement in Formel 2 offensichtlich sehr entscheidend ist."

"Das zweite Rennen haben wir gewonnen, aber wir hatten eine völlig andere Strategie als die anderen, sodass wir nicht wussten, ob wir beim nächsten Rennen vorne liegen würden. Als wir dann nach Barcelona kamen, wurde uns klar, dass wir das Tempo haben, um die Meisterschaft zu gewinnen und dass wir gute Chancen haben, die Meisterschaft zu gewinnen, wenn wir den Job richtig machen. Ich hatte die Pole und wir gewannen Rennen eins in Barcelona ohne Glück. In diesem Moment habe ich erkannt, dass wir das Potential haben, die Meisterschaft zu gewinnen."

Frage: "Was war aus Ihrer Sicht was die Rennen betrifft das Highlight und der Tiefpunkt der Saison?"
Leclerc: "Der Höhepunkt war sicherlich Baku. Unter diesen Umständen zwei großartige Ergebnisse einzufahren, war von mir und dem Team eine erstaunliche Leistung. Tiefpunkte gab es einige, aber am enttäuschendsten war wohl Monaco. Zu Hause das Rennen nicht zu beenden, hat mir das Herz gebrochen."

Frage: "Was bedeutet dieser Sieg für das Team und die Menschen hinter Ihnen?"
Leclerc: "Es ist immer erstaunlich, eine Meisterschaft zu gewinnen. Ich denke, es ist das Ergebnis des großen Einsatzes aller Teams und der Leute, die hier arbeiten. Meine Mechaniker, die Ingenieure, die Teamleiter und alle anderen, es ist eine Teamleistung. Ich bin sehr, sehr glücklich mit ihnen, sie hätten in diesem Jahr keinen besseren Job machen können: Sie haben mir das beste Auto gegeben. Wie ich schon sagte, es gab einige Tiefs, aber um ehrlich zu sein, denke ich, dass man, wenn man mit dem Auto der Beste sein will, mit allem am Limit sein muss. Ich denke ich, dass sie es nicht hätten besser machen können. Ich kann ihnen für dieses Jahr nicht genug danken."

Frage: "Und was haben Sie für Pläne für nächstes Jahr?"
Leclerc: "Nun, eigentlich muss ich jetzt meinen Manager anrufen, weil er mir vor dem Gewinn der Meisterschaft nichts verraten wollten. Also werde ich ihn anrufen, denn jetzt möchte ich etwas mehr wissen."

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