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Motorrad-WM: Jerez

Doppelsieg für Honda - Lorenzo am Podium

Dani Pedrosa gewinnt in Jerez vor Honda-Teamkollege Marc Marquez - Jorge Lorenzo feiert Patz drei für Ducati - Valentino Rossi bricht völlig ein.

Fotos: Michelin - Alex Márquez, Estrella Galicia 0,0?@Twitter

Vormachtstellung behauptet: Honda kann seine starke Pace in Jerez auch im Rennen umsetzen und fährt beim Großen Preis von Spanien einen ungefährdeten Doppelsieg ein. Polesetter Dani Pedrosa bestimmte von Anfang an die Pace und gab die Führung vom Start weg nicht mehr ab. Zwar schloss Verfolger Marc Marquez, der auf dem härteren Hinterreifen unterwegs war, gegen Ende etwas auf, gab sich dann aber mit Platz zwei zufrieden.

"Ehrlich gesagt, habe ich versucht zu pushen. Ich war immer nur eine oder zwei Sekunden hinter ihm, um am Ende zu attackieren", sagt Marquez, "aber vom Start weg habe ich gespürt, dass der harte Vorderreifen zu weich war. Ich hatte viele Bewegungen. Das war sehr kritisch." Für seinen Teamkollegen ist er voll des Lobes: "Bei diesen Bedingungen ist Dani einfach der Beste. Er fährt so sanft und pusht weniger am Bremspunkt."

Marquez selbst ließ es letztlich gut sein und brachte den zweiten Platz lieber sicher nach Hause: "Ich hatte in den letzten Runden einen heiklen Moment, da wusste ich, dass ich nicht mehr pushen darf. Der zweite Platz ist sehr gut hier, weil ich in Jerez immer Probleme habe. Wir waren aber stark, daher habe ich nun viel Selbstvertrauen." Das zeigte auch Pedrosa schon in den Trainings und im Qualifying. Der Spanier war in Jerez unschlagbar.

Dani Pedrosa feiert Heimsieg: "Es ist einfach super"

Dennoch gibt er zu: "Das war ein extrem hartes Rennen, man musste ruhig bleiben. Eigentlich wollte ich schneller fahren, aber die Streckenbedingungen ließen das nicht zu. In ein paar Kurven wäre ich fast gestürzt." Auch er setzte auf den harten Vorderreifen, "obwohl das nicht mein Favorit war. Ich fühlte mich daher nicht total wohl und musste mich in jeder Kurve fokussieren. Ich musste auch auf den Medium-Hinterreifen aufpassen", erklärt Pedrosa weiter.

Gegen Rennende habe er den Druck von Marquez gespürt, konnte seine eigene Pace aber kontrollieren und seinen ersten Sieg seit Misano 2016 einfahren. "Es ist so toll, hier auf dieser Strecke zu gewinnen. Es ist einfach super", freut er sich über den Heimerfolg. Grund zur Freude hatte auch Ducati-Pilot Jorge Lorenzo. Er krönte sein bis dato bestes Rennwochenende mit einem sensationellen dritten Platz.

"Das fühlt sich wie ein Sieg an", schwärmt der Spanier, dessen beste Platzierung für Ducati bisher ein neunter Platz war. "Dieses Bike ist so schwierig zu fahren. Das macht mich sehr stolz. Ich habe das nicht erwartet. Ich dachte, ich würde um Platz fünf oder sechs kämpfen. Die Rennpace war sehr langsam, daher konnte ich aufholen und einige Fahrer überholen. Ich hatte Schwierigkeiten, den Abstand zu Zarco zu vergrößern, habe aber nicht aufgegeben."

MotoGP-Rookie Zarco kämpft mit harten Bandagen

"Ich war sehr müde am Ende des Rennens, weil es sehr anstrengend war zu fahren", erklärt Lorenzo weiter. Dennoch konnte sich der 30-Jährige in der Schlussphase erfolgreich gegen MotoGP-Rookie Johann Zarco (Tech-3-Yamaha, 4.) behaupten. Dieser hatte sich zu Beginn des Rennens ein knappes Duell mit Valentino Rossi und drängte den Yamaha-Star in Kurve 1 ab. Weniger Kurven später rächte sich der Italiener und ging wieder vorbei.

Mit fortschreitendem Rennen musste sich Rossi aber nicht nur Zarco geschlagen geben, sondern wurde weiter nach hinten durchgereicht. Nicht nur Teamkollege Maverick Vinales (6.) überholte den "Doktor", auch Andrea Dovizioso (Ducati, 5.) und Privatier Danilo Petrucci (Pramac-Ducati, 7.) ließen Rossi hinter sich. Sechs Runden vor Schluss schnappte sich schließlich sogar Jonas Folger (Tech-3-Yamaha, 8.) den Italiener.

"Das war aufregend für mich", gesteht der Deutsche im Gespräch mit Eurosport. "Ich habe gemerkt, dass Vale Probleme hatte. Ich wusste, dass wir alle mit den Reifen zu kämpfen haben. Es war ein unglaublich langes Rennen. Es war egal, welches Mapping ich verwendet habe, ich bin bis zum Anschlag gefahren und habe die Elektronik arbeiten lassen. Es war nicht wirklich schneller, egal ob die Einstellung weicher oder härter war."

Jonas Folger wird nach schwierigem Start Achter

Über das Vorderrad habe auch er einige Rutscher gehabt, konnte einen Sturz aber vermeiden. Kritisch sieht Folger seine Startphase: "Das Problem am Anfang war, dass ich in der letzten Kurve einen großen Fehler gemacht habe. Ich habe mit Jack Miller gekämpft, er hat sich daraufhin aufgeregt und ist dann etwas härter gegen mich gefahren. Ich wollte ihn zurück attackieren, leider war ich aber viel zu spät. Dadurch habe ich vier Positionen verloren."

Für den erwähnten Miller endete das Rennen frühzeitig im Rennen, nachdem der Marc-VDS-Pilot mit Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) kollidiert war. In der Boxengasse diskutierten die beiden danach heftig, quittierten den Vorfall aber schließlich mit einem Handschlag. Ebenfalls nicht ins Ziel kamen Cal Crutchlow (LCR-Honda) und Pol Espargaro (KTM), die beide in Kurve 11 abflogen. Dieser fiel wenig später auch Suzuki-Pilot Andrea Iannone zum Opfer.

Yamaha-Star Rossi blieb zwar sitzen, brach gegen Ende aber völlig ein, wurde von Aleix Espargaro (Aprilia, 9.) überholt und musste sich nach hinten gegen Scott Redding (Pramac-Ducati, 11.) absichern. Nach seinem souveränen Vorjahressieg schaffte es der 38-Jährige diesmal gerade so in die Top 10. Sowohl er als auch Vinales hatten auf der Yamaha das ganze Wochenende über Probleme mit dem Grip vor allem in Linkskurven und kämpften im Rennen mit stumpfen Waffen.

Im WM-Klassement geht es deshalb nach vier Saisonrennen extrem eng zu. Rossi behält zwar die WM-Führung mit 62 Punkten vor Vinales mit 60 Zählern. Honda-Konkurrent Marquez schließt die Lücke zu den beiden jedoch weiter und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf Vinales. Auch Pedrosa ist nach seinem Sieg in Jerez mit 52 Zählern in Schlagdistanz. In Le Mans geht das Duell Honda gegen Yamaha in zwei Wochen weiter.

Moto2: Heim-Sieg für Alex Marquez - Schrötter stark

Lokalmatador Alex Marquez feiert in Jerez seinen ersten Moto2-Sieg, während WM-Leader Franco Morbidelli stürzt - Marcel Schrötter bester Suter-Pilot auf Platz sechs

Der kleine Bruder legt vor: Alex Marquez fährt beim Großen Preis von Spanien vor heimischem Publikum zum ersten Moto2-Sieg seiner Karriere. Was zunächst nach einem teaminternen Duell mit WM-Leader Franco Morbidelli aus, der Marquez in der Anfangsphase des Rennens im Nacken saß und einen Fehler des Spaniers nutzte, um vorbeizugehen und die Führung zu übernehmen. In der achten Runde verlor Morbidelli jedoch die Kontrolle über seine Kalex und schied aus.

"Ich habe in Kurve 9 einen kleinen Fehler gemacht und bin über das Vorderrad gestürzt", erklärt der Marc-VDS-Pilot. "Ich war nicht so schnell wie Marquez, aber ich wollte pushen und an ihm dranbleiben, um um den Sieg zu kämpfen. Jetzt müssen wir uns auf Le Mans konzentrieren." Für Marquez war es danach ein einsames Rennen an der Spitze, denn der Spanier hatte zwischenzeitlich über vier Sekunden Vorsprung.

Entspannt konnte er dieses komfortable Polster aber nicht nach Hause feiern: "Es war schwierig, ich war am Limit und konnte meinen Rhythmus nicht wirklich fahren, denn das Vorderrad ist geschwommen", gibt Marquez zu und freut sich über seinen Heimtriumph: "Umso toller ist es, hier meinen ersten Sieg in der Moto2 geholt zu haben. Ich will ihn meiner Mutter widmen." Gefeiert wurde im Parc ferme natürlich auch mit Bruder Marc.

Auf das Podium in Jerez schafften es hinter Marquez Kalex-Pilot Francesco Bagnaia und Miguel Oliveira (KTM). Für den zweitplatzierten Bagnaia ist es der erste Podestplatz seiner noch jungen Moto2-Karriere und auch der erste Erfolg für das Sky-Racing-Team von Valentino Rossi in dieser Klasse. Oliveira bescherte KTM auf dem neuen Moto2-Bike mit Platz drei das zweite Podium nach Argentinien, wo er starker Zweiter wurde.

"Ich habe versucht, Bagnaia noch einzuholen, aber es war zu riskant. Das Vorderrad war sehr instabil aufgrund der Hitze", erklärt der KTM-Pilot. "Ich habe mich von Anfang an nicht hundertprozentig wohl gefühlt. Ich hatte zu kämpfen, den Rhythmus zu halten. Der dritte Platz ist gut für uns. Wir arbeiten daran, so weiterzumachen." Teamkollege Brad Binder muss aufgrund einer Verletzung pausieren, sein Ersatz Ricard Cardus wurde 14.

Bagnaia feierte seinen zweiten Platz wie einen Sieg. Er hatte sich während des Rennen gegen Mattia Pasini (Kalex) verteidigen müssen, der schließlich Vierter wurde, weil auch er mit Gripproblemen zu kämpfen hatte. "Es war ein tolles Rennen. Die Pace war stark. Mattia hat Druck gemacht und es war schwer, das Bike in der zweiten Position zu halten und konzentriert zu bleiben", resümiert Bagnaia.

"Für uns lief es hier aber besser als in Austin Wir konnten einen großen Schritt machen. Vielleicht wird es in Le Mans für uns noch einmal einfacher, in den Top 10 zu bleiben. Danke ans Team. Ich bin sehr glücklich", sagt der junge Italiener aus dem Nachwuchskader von MotoGP-Star Rossi. Auch dessen Halbbruder Luca Marini (Kalex) präsentierte sich in Jerez stark und schloss das Rennen als Fünfter ab.

Während Sandro Cortese stürzte, konnte Marcel Schrötter auf Platz sechs sein bis dato bestes Saisonergebnis verzeichnen und wurde bester Suter-Fahrer. Der Intact-Pilot war in der Lage, sich den Angriffen der beiden Schweizer Dominique Aegerter (Suter) und Tom Lüthi (Kalex) zu erwehren, die auch sieben und acht ins Ziel kamen. Die Top 10 komplettierten Yonny Hernandez und Axel Pons (beide Kalex).

In der WM führt trotz seines Ausfalls weiterhin Morbidelli mit 75 Punkten. Dahinter konnte Lüthi ein paar Punkte gut machen und hat nun 56 Zähler. Oliveira belegt nach vier Saisonrennen den dritten Platz mit 43 Punkten vor Takaaki Nakagami auf Rang vier (32). Der Japaner war zu Beginn des Rennens von Simone Corsi abgeräumt worden und kam als 21. ins Ziel. Xavi Vierge wurde ebenfalls Opfer der frühen Kollision und schied aus.

Moto3: Canet holt ersten Sieg - OP für verletzten Öttl

Aron Canet holt sich auf der letzten Runde in Jerez seinen ersten Moto3-Sieg vor Romano Fenati und Joan Mir - Philipp Öttl muss nach Quali-Sturz operiert werden.

In Austin hatte Aron Canet seine Hoffnungen auf den ersten Moto3-Sieg nach einem Sturz früh begraben müssen, doch beim Großen Preis von Spanien gelang dem Honda-Piloten die Wiedergutmachung. In einer packenden letzten Runde setzte sich der Spanier gegen Romano Fenati und Joan Mir durch, die auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel kamen. Damit befand sich das Podium in Jerez in fester Honda-Hand.

"Das ist der beste Tag meines Lebens", jubelt über seinen Premieren-Sieg. "Der Rhythmus des Rennens war etwas langsam. Meine Strategie war, in der letzten Runde, in der letzten Kurve zu attackieren. Das hat geklappt. Es ist mein erster Sieg. Aber wir müssen noch härter arbeiten, um noch mehr Siege einzufahren", gibt sich Canet ambitioniert. Vor lauter Freude wäre er in der Auslaufrunde fast mir Fenati kollidiert.

Auch im Rennen hatten sich beide mehrfach behakt. "Das Rennen hat Spaß gemacht", sagt Fenati. "Ich freue mich über den zweiten Platz, er bringt uns wichtige Punkte für die Weltmeisterschaft. Ich weiß nicht, was da mit Canet passiert ist. Nach der karierten Flagge hat er mich berührt. Das war vielleicht die Aufregung. Aber ich bin okay. Jetzt arbeiten wir für Le Mans", blickt der Italiener auf den nächsten Renntermin voraus.

Der drittplatzierte Mir resümiert den Kampf bis zur letzten Runde so: "Wir haben sauber und hart gekämpft. Wir wissen, dass die letzte Runde in der Moto3 verrückt sein kann. Ich konnte Fenati auf der letzten Geraden überholen und wollte pushen, um eine kleinen Vorsprung herauszufahren. Aber ich bin fast gestürzt. Ich bin glücklich, dass das nicht passiert ist. Ich hoffe, dass ich so weitermachen kann."

Marcos Ramirez wurde auf Rang vier bester KTM-Pilot und verpasste das Podest nur knapp. Der Spanier, der von Platz fünf ins Rennen gegangen war, hielt sich von Anfang an in der Spitzengruppe und übernahm zwischenzeitlich auch die Führung. Für den Sprung auf das Treppchen reichte es dann aber nicht. Fabio Di Giannantonio (Honda) komplettierte die Top 5. Polesetter Jorge Martin (Honda) kam als Neunter ins Ziel.

Er hatte zwar lange den Anschluss zur Spitzengruppen halten können, in der noch bis fünf Runden vor Schluss zehn Fahrer um die Positionen kämpften. Dann aber musste Martin abreißen lassen und verpasste erstmals in dieser Saison das Podest. Vor ihm sicherten sich Andrea Migno und Nicolo Bulega (beide KTM) sowie Enea Bastiannini (Honda) die Plätze sechs bis acht. Die Top 10 schloss Juanfran Guevara (KTM) ab.

Ramirez' Teamkollege Darryn Binder, der sich in ersten Rennhälfte ebenfalls stark präsentierte, stürzte im Zweikampf mit Fenati. Der Italiener hatte sich die Innenseite der Kurve geholt, Binder gab nicht nach, verlor den Grip und ging schließlich zu Boden. Die Rennleitung untersucht den Vorfall, stufte ihn letztlich aber als normalen Rennunfall ein. Binder konnte weiterfahren und kam als 20. ohne WM-Punkte ins Ziel.

Bester Mahindra-Pilot wurde Alberto Arenas auf Rang 14. Peugeot kam mit Jakub Kornfeil auf dem 18. Platz ins Ziel. In der WM hält Mir dank seinem dritten Platz die Führung mit 74 Punkten. Fenati konnte aufschließen und hat nun 65 Zähler auf dem Konto. Martin musste etwas abreißen lassen und ist nun Dritter mit 59 Punkten. John McPhee hält den vierten Platz. Der Honda-Pilot beendete das Rennen nach einem Sturz ohne zusätzliche Punkte.

Philipp Öttl konnte in Jerez gar nicht erst antreten. Der deutsche KTM-Pilot war in den letzten Minuten des Moto3-Qualifyings am Samstag gestürzt und hatte sich dabei schwer verletzt. Er rutschte bei 175 km/h über das Hinterrad weg und zog sich einen dreifachen Bruch des linken Schlüsselbeins zu. Zudem stellten die Ärzte einen Riss im linken Schulterblatt fest. Derzeit befindet sich in Öttl in einer Salzburger Klinik und soll noch am Sonntag operiert werden.

Marquez: Kein Gefühl, trotzdem schnell Marquez: Kein Gefühl, trotzdem schnell Bericht KTM (MotoGP) Bericht KTM (MotoGP)

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