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WEC: Le Mans

Reifenschaden: Lietz verpasst GT-Podium

Ein Reifenschaden in der Schlussphase kostete Porsche ein mögliches Podium in der GT-Klasse in Le Mans - Christensen mit Fahrfehler ausgeschieden.

Mit einem sehenswerten Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans hat der neue Porsche 911 RSR vor 258.500 Zuschauern sein Potenzial und seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Bei der 85. Auflage des Langstreckenklassikers in Frankreich lag der 510 PS starke Rennwagen, der von Porsche Motorsport in Weissach auf Basis der Sportwagenikone 911 entwickelt wurde, über weite Strecken in Führung und fuhr bis kurz vor dem Ziel auf Podiumskurs.

Doch nach 340 Runden voller Spannung und Dramatik auf dem legendären 13,629 Kilometer langen Circuit des 24 Heures mussten sich Richard Lietz und seine französischen Teamkollegen Frederic Makowiecki und Patrick Pilet mit dem vierten Platz in der hart umkämpften Klasse GTE-Pro begnügen. Ein zusätzlicher Boxenstopp wegen eines Reifenschadens zerstörte eine Stunde vor dem Ziel alle Hoffnungen auf eine Podiumsplatzierung beim härtesten Autorennen der Welt.

Pilet setzte sich am Sonntagmorgen erstmals an die Spitze des GT-Feldes, und auch Lietz und Makowiecki absolvierten im weiteren Rennverlauf zahlreiche Führungsrunden. In der Schlussphase sprachen alle Anzeichen zumindest für eine Podiumsplatzierung. Eineinhalb Stunden vor dem Ziel war Makowiecki Dritter. Auf dieser Position hätte er das Rennen wohl auch beendet, hätte nicht ein Reifendefekt eine Stunde vor dem Ziel einen zusätzlichen unplanmäßigen Boxenstopp erforderlich gemacht. Damit war der Kampf um ein Podium verloren.

Richard Lietz traurig über verpasstes Podium

"Es ist hart, wenn du alles gibst und am Ende mit leeren Händen dastehst", sagt Lietz. "Unser 911 RSR funktionierte in den Kurven wie erwartet sehr gut, verlor bei den hohen Temperaturen jedoch auf der Geraden Zeit gegenüber der Konkurrenz. Es war ein spannendes Rennen und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr um einen Podiumsplatz mitfahren können. Der vierte Platz in diesem Jahr ist akzeptabel, das gibt wichtige Punkte für die Weltmeisterschaft, und da sieht es ganz gut für uns aus."

Dass man "alles gegeben" habe und sich "nichts vorwerfen" kann, findet Pilet: "Von unserer Seite aus war es ein perfektes Rennen. Die Fahrer haben auf der Strecke keine Fehler gemacht und das Team hat uns toll unterstützt. Unser 911 RSR hat auf dieser anspruchsvollen Strecke gut funktioniert. Wir sind während des gesamten Rennens nur in die Box gefahren, um zu tanken und Reifen zu wechseln. Das Podium wäre ein tolles Resultat für das Team gewesen, aber es hat nicht sollen sein. Wir kommen nächstes Jahr noch stärker zurück."

Die zwei neuen 911 RSR, die vom Porsche-GT-Team erstmals in Le Mans eingesetzt wurden, absolvierten das erste Renndrittel ohne größere Probleme. Der einzige Zwischenfall auf dem Circuit des 24 Heures, der mit seiner Mischung aus Rennstrecke und gewöhnlichen Landstraßen ganz besondere Anforderungen an die Fahrer stellt, war eine unverschuldete Kollision des 911 RSR mit der Startnummer 92. In der superschnellen Kurve 1 wurde er von einem Konkurrenten getroffen und musste die Box ansteuern.

Zuvor lag der Renner von Michael Christensen, Kevin Estre und Dirk Werner zeitweise auf dem zweiten Platz. Der Zeitverlust konnte dank einer perfekten Rennstrategie und schneller Boxenstopps nahezu wieder aufgeholt werden. Doch in der Nacht kam das Aus: Nach 179 Runden und zeitweiliger Führung verlor Christensen in der Schikane beim Überfahren der Randsteine die Kontrolle über seinen 911 RSR und schlug mit dem Heck in die Streckenbegrenzung ein.

"Zu viel riskiert": Christensen bedauert Fahrfehler

"In der Schikane habe ich ein bisschen zu viel riskiert", sagt Christensen. "Schade, denn unser 911 RSR hat gut funktioniert und wir waren vorne mit dabei. Es tut mir leid für das ganze Team, das uns toll unterstützt hat." Estre ergänzt: "Le Mans ist das härteste Autorennen der Welt. Das haben wir in diesem Jahr wieder gesehen. Wenn du bei einem Rennen nicht ins Ziel kommst, tut das immer weh. Doch in Le Mans schmerzt es besonders."

Und auch Werner ist traurig über das unglückliche Aus: "Wir sind im Verlauf des Rennens immer besser in Schwung gekommen. Über weite Strecken lagen wir sogar an der Spitze. Schade, dass wir es nicht ins Ziel geschafft haben. Als Rennfahrer muss man mit Ausfällen leben. Wir werden jedoch hart arbeiten, um im nächsten Jahr umso stärker zurückzukommen."

"Wir waren das erste Mal mit unserem neuen 911 RSR in Le Mans", lautet das Fazit von Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge, "und ich denke, wir haben eine gute Leistung abgeliefert. Schade, dass wir unsere Nummer 92 in der Nacht durch einen Unfall verloren haben."

Und weiter: "Bitter ist auch, dass es am Ende für die 91 nur zum vierten Platz gereicht hat, obwohl Fahrer und Team alles gegeben haben und das Auto über weite Strecken geführt hat. Doch dann kam der Reifenschaden, außerdem sind wir etwas unglücklich in eine Slow-Zone hineingefahren. Das hat uns die Chance auf eine bessere Platzierung genommen. Doch wir kommen nächstes Jahr wieder."

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