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Histo Cup: Pannoniaring

Bericht vom fünften Rennwochenende

Rund 150 Teilnehmer kamen zum ersten Sommerrennen 2018; Gewitter überrollten den Pannoniaring in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Bildquelle: Histo Cup

Die Qualifyings am Samstag wurden aber bereits wieder bei besten Bedingungen auf trockener Piste abgehalten. Gleich nach der Mittagspause begannen die historischen Anhang-K-Piloten den Reigen der Rennen.

Histo Cup Anhang K und Porsche Classic Cup

Turbulent bereits die erste Kurve nach dem Start: Die Porsche-Fahrer Toni Zisser und Gerhard Sedlacek gerieten aneinander, und auch Josef Schößwendter geriet mit Paulo Banno aneinander, worauf Schößwendter mit einem "rauchenden Reifen" – die Seitenwand streifte am Pneu – haushalten musste. In der elften Runde gerieten dann die US-Amerikanerin Amanda Hennessy und der Tscheche Jasoslav Rejka aneinander. Rejka ließ der Chevrolet-Pilotin zu wenig Platz und drängte sie in einen Dreher. Beide fielen aus, Rejka wurde von der Rennleitung wegen gefährlicher Fahrweise disqualifiziert und von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Das Rennen gewann der Porsche-Pilot Gerhard Sedlacek (Porsche 964; Porsche Cup Sieger) vor dem Niederösterreicher Martin Sahl (Ford Escort BDA) vor Alfred Weissengruber (BMW 635i) und Günter Schmidt (Porsche 911SC). In der Klasse bis 2.000 cm³ platzierten sich hinter dem Sieger Sahl der Schweizer Thomas Dätwyler (Opel Kadett) und Franz Kerzner (Ford Escort BDA). Die Klasse bis 3.000 cm³ gewann Toni Eckhart (Ford Capri 2600RS) vor Peter Hollerer (Porsche 944). Die Klasse über 4.000 cm³ gewann nach den Ausfällen von Hennessy und Rejka der Niederösterreicher Bernd Matzer (Chevrolet) vor Astrid Witzany (Ford Mustang) und Paolo Banno (Mercedes). Sieger der Klasse bis 1.000 cm³ wurde Bernhard Deutsch, Thomas Kaiser gewann die Klasse bis 1.300 cm³.

Youngtimer über 3.000 cm³ und Touring Car Open

Oliver Michael (Porsche 911 GT3) gewann das Rennen vor Walter Schropper (Dodge Viper; bester Youngtimer) und Gerhard Jörg (Chevrolet Corvette) und Norbert Greger (BMW M3 E36). Die Klasse TCO bis 2.000 cm³ holte sich Markus Eder (Ford Fiesta) vor Urs Steffen (Renault Clio). Manuel Meisinger gewann mit dem Seat León die Klasse TCO bis 3.000 cm³. Hinter dem Gesamtsieger Oliver Michael platzierten sich in der Klasse TCO über 3.500 cm³ Mario Eder (Nissan) als Zweiter und Ernst Kirchmayr (KTM) als Dritter. Norbert Greger gewann die Klasse Youngtimer bis 3.600 cm³ vor Lutz Fischer (Porsche 996).

BMW 325 Challenge

Polesitter Tobias Weichenberger musste zuerst Dominik Wallner und Leon Unger vorbeilassen, konnte sich aber bald wieder in Führung setzen. Unger wartete auf seine Gelegenheit, einen Angriff auf Weichenberger zu starten – dies gelang ihm in der siebenten Runde, und er gewann das Rennen vor Weichenberger und Wallner. Eine tolle Leistung bot der Ungar Arpad Viszokay mit dem vierten Gesamtrang. Die BMW-E30-Cup-Wertung holte sich Harald Damaschke als Gesamtfünfter vor Hartwig Lichtenegger und Marco Damaschke. Polesitterin Natalie Horvath vertat sich bei der Fahrwerkseinstellung und bezahlte mit einem Dreher Lehrgeld. Die Mini-Cooper-Wertung holte sich der Tiroler Hannes Auer vor dem Oberösterreicher Florian Kammerstätter.

Formel Historic

Das tolle Feld der historischen Formelfahrer mit 28 Teilnehmern war schlichtweg eine motorsportliche Augenweide. Das Rennen war gespickt mit actionreichen Szenen samt Safety Car und gelben Flaggen nach Ausritten. Das Rennen gewann schließlich der Deutschen Franz Guggemos, Dallara Formel Young, vor Philipp Thiel, Ralt RT30 Formel 3, und Karl Neumayer, Dallara Formel Young. Peter Peckary wurde mit dem Reynard Formel Ford 2000 Gesamtvierter und Sieger der FF 2000 vor Otto Flum und Norbert Fritz, beide Reynard. Martin Friedl holte sich die Formel Ford 1600 vor Rainer Rosenberg und dem Schweden Peter Sikström, alle Van Diemen. Die Niederösterreicherin Evita Stadler wurde Dritte der Formel Young. Die Kategorie Sports 2000 holte sich Georg Panzenböck vor Andreas Türk, beide Robinson. Helmut Scheuch holte sich die Formel Libre vor Franz Benczak und Roman Pöllinger. Franz Altmann holte sich die Formel-Renault-Wertung vor Leopold Matouschek und Alfred Buschek. Andreas Hraba gewann die Formel Vau.

Historische STW und Youngtimer bis 3.000 cm³

Franky Riedel, Chevrolet Delago, setzte sich sofort in Führung und geriet von Beginn an unter Druck von Dieter Karl Anton im schnellsten Youngtimer (Honda S2000) mit Drei-Liter-Motor. Dahinter entbrannte ein Dreikampf zwischen Christian Schneider, Alfa Romeo GTV-6, Erich Petrakovits, Ford Capri, und Georg Steffny, BMW 320 Gruppe 5, der nach einem Jahr Rennpause wieder ins Lenkrad griff. Zunächst konnte Schneider enteilen, doch Steffny holte auf, konnte Schneider zwei Runden vor Schluss überholen und schloss sogar noch auf Riedel auf, der die historische Wertung gewann, gefolgt von Steffny und Schneider. Dieter Karl Anton gewann die Youngtimer-Wertung vor Manuel Reitberger, Ford Focus, und Lothar Oberlaber, Renault. Die Klasse STW bis 2.000 cm³ holte sich Mathias Grass, Ford, vor Albert Gallersdörfer, Opel Kadett, und Walter Spatt, VR Gold GTI. Toni Schell gewann die Klasse bis 2.500 cm³ vor Karl Böhringer, beide Ford Escort. Thomas Lehner holte sich die Klasse bis 1.600 cm³.

Ein-Stunden-Endurance-Rennen

Den Abschluss eines sehr ereignisreichen Renntages bildete das Ein-Stunden-Teamrennen. Der Deutsche Stefan Ertl gewann das Rennen mit seinem Porsche 991 vor dem Team Kirchmayr/"Bob Bau" und Doppler/Jakl, beide KTM. Die historische Wertung holten sich Nikolas und Erich Bartoschka, Porsche 944 Turbo, vor Dubler/Hennessy, Chevrolet Corvette C3, und Hennessy/Dubler, Chevrolet C1.

Classica Trophy

Die Solowertung holte sich auf dem Pannoniaring die in Graz lebende Deutsche Astrid Witzany mit ihrem Ford Mustang, mit dem sie auch bei den historischen Tourenwagen auf dem Podest stand. Zweiter wurde der Deutsche Wolfgang Belasta, Porsche 993, vor dem Wiener Alexander Bapperger, Ford Escort RS 2000. Die Teamwertung gewannen die Salzburger Routiniers Herbert Margreiter/Konnie Aistleitner, die auf das Ersatzauto umsteigen mussten, da der Alfa Romeo mit Kopfdichtungschaden w.o. gab. Zweiter wurde der Niederösterreicher Günter Ledl mit Tochter Vivien Ledl, Ledl RS, vor den Steirern Reinhold Huber/Egon Mlineritsch, Ford Sierra.

Historische Tourenwagen nach Anhang K

Frühstarts von Martin Sahl und Gerhard Sedlacek, die Zeitstrafen nach sich zogen; Sahl erhielt zusätzlich noch eine Zeitstrafe für die Verursachung einer Kollision beim Überrunden. Somit gewann Alfred Weissengruber das Rennen. Leider bekam auch Günter Schmidt, der ein tolles Rennen gezeigt hatte, eine Zeitstrafe für mehrmaliges Verlassen der Strecke. Bernd Matzer konnte durch den Ausfall von Amanda Hennessy (Gasseil gerissen) die Klasse über 4.000 cm³ gewinnen, gefolgt von Astrid Witzany, Ford Mustang, und Robert Dubler, Chevrolet Corvette. Bernhard Deutsch lieferte sich einen tollen Kampf mit Christian Schallenberg und Ingo Vieser, sehr zum Gaudium der vielen Zuschauer auf der Tribüne, und gewann damit die Klasse bis 1.000 cm³. Thomas Kaiser pfefferte seinen Mini 1300 in der Hotelkurve ins Kiesbett.

BMW 325 Challenge

Leon Unger erwischte den besten Start und setzte sich sofort in Führung, gefolgt von Gerald Hofer, Tobias Weichenberger und Dominik Wallner. Wallner flog in der Südkurve ab, Weichenberger überholte Hofer. Leon Unger und Weichenberger konnten sich ein wenig absetzen. Der Ungar Arpad Viszokay überholte Hofer und lieferte sich danach einen herzerfrischenden Kampf mit dem Steirer, der sich letztlich durchsetzte. Viszokay flog danach ab und verlor zwei Plätze. Leopold Unger wurde Vierter vor Arpad Viszokay. Dramatik im Schlussabschnitt: Leon Unger wurde langsamer und fiel aus.

So siegte Tobias Weichenberger, der damit auch die Gesamtführung übernahm. Zweiter wurde Gerald Hofer vor dem Ungarn Arpad Viszokay. Im E30-Cup setzte sich gleich Harald Damaschke in Führung, gefolgt von seinem Sohn Marco und Nathalie Horvath. Die junge Salzburgerin konnte schließlich Marco Damaschke überholen und lag bis zur Hotelkurve auf der zweiten Stelle, knapp hinter Harald Damaschke. Dann schlug die Gier zu: Ein wenig zu schnell in die Kurve – und der Dreher ins Kiesbett folgte auf dem Fuß. Sie konnte sich noch herausmanövrieren und wurde hinter Marco und Harald Damaschke noch Dritte im Cup.

Youngtimer über 3.000 cm³ und Tourenwagen Open

Sicherer Sieg von Oliver Michael, Porsche 991 GT3, vor Norbert Greger, BMW M3 E36, der damit auch die Youngtimer-Wertung vor Walter Schropper und Gerhard Jörg gewann. Zweiter der Touring Car Open wurde Manuel Meisinger, Seat León. Pech hatten die Eder-Brüder, die beide technische Probleme bekamen.

Formel Historic

Das stärkste Feld führten Philipp Thiel und Franz Guggemos in die Aufwärmrunde. Unmittelbar nach dem Start konnten sich Franz Guggemos und Karl Neumayer mit den jüngeren Formel-3-Boliden in Führung setzen und gaben diese nicht mehr ab. Dritter des Rennens wurde Philipp Thiel mit dem älteren Ralt RT30. Roman Pöllinger wurde Vierter vor Walter Skopik, der unmittelbar vor der Ziellinie noch Peter Peckary überholen konnte, der mit zu wenig Benzin losgefahren war. Sensationell Siebente wurde Evita Stadler mit dem Formel-Renault-Youngtimer. Franz Altmann gewann die Formel Renault vor Leopold Matouschek und Alfred Buschek. Die Formel Ford 1600 holte sich der Schwede Peter Sikström vor Rainer Rosenberg und Martin Friedl, alle Van Diemen. Die Formel Ford 2000 gewann Walter Skopik vor Peter Peckary und Norbert Fritz. Markus Deutsch holte sich die Sports 2000 vor Andreas Türk und Georg Panzenböck.

Historische Tourenwagen und Youngtimer bis 3.000 cm³

Franky Riedel setzte sich mit seinem mächtigen Chevrolet Delago in Führung, gefolgt von Dieter Karl Anton mit dem Honda-Youngtimer. Georg Steffny, BMW 320 Gruppe 5, konnte sich schnell vom sechsten Startplatz nach vorne arbeiten und lag auf Tuchfühlung zu Riedel und Anton. Anton gelang es dann, Riedel zu überholen; auch Steffny konnte ihn in der Südkurve in Challenge-Manier außen überholen und setzte sich an die zweite Stelle. Damit gewann er das historische Rennen vor Christian Schneider, Alfa Romeo, und Franky Riedel. Die Klasse STW bis 2.000 cm³ gewann Mathias Graß, Ford, vor Walter Spatt, Albert Gallersdörfer und Thomas Lehner. Hinter dem Youngtimer-Sieger Dieter Karl Anton platzierten sich Dominik Klima, Honda, und Manuel Rietberger, Ford Focus, auf den Plätzen.

Mit diesem Rennen ging es sehr actionreiches und schönes Rennwochenende zu Ende. Pünktlich um 16:30 Uhr erfolgte die letzte Siegerehrung. Die nächsten Histo-Cup-Rennen finden vom 10. bis 12. August 2018 auf dem Slovakiaring statt.

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