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MotoGP: Assen

Marquez gewinnt packendes Qualifying

Ein dramatischer Schlagabtausch mit zehn Fahrern in vier Zehntelsekunden endet mit Pole für Marc Marquez - Crutchlow und Rossi in Reihe eins.

Foto: motogp.com

Pole-Position für Marc Marquez (Honda) im Qualifying der MotoGP zum Grand Prix der Niederlande in Assen. Der WM-Spitzenreiter fuhr am Samstagnachmittag bei sommerlichen Bedingungen in einer packenden Session, bei der die Top 4 am Ende nur durch 79 Tausendstelsekunden voneinander getrennt waren, auf Startplatz eins. Neben dem Spanier werden am Sonntag Cal Crutchlow (LCR-Honda) und Valentino Rossi (Yamaha) in Startreihe eins stehen.

"Bisher hatte ich in Assen jedes Mal Probleme, aber in diesem Jahr scheine ich hier sehr schnell zu sein. Vor allem im Qualifying ist mir eine gute Runde gelungen", freut sich Marquez. "Das ist aber immer noch mein Schwachpunkt, im Rennen sollte ich viel besser sein. Da muss ich angreifen. Heute war es sehr windig und daher sehr schwierig." Für den Spanier war es die 47. Pole-Position in der MotoGP, aber die erste in dieser Klasse in Assen.

Marquez hatte schon im ersten Versuch mit 1:33.300 Minuten die Bestzeit vorgelegt, doch das war erst das Vorspiel zum spannenden Finale des Qualifyings. Dort war es Jorge Lorenzo (Ducati), der zunächst mit 1:33.167 Minuten an die Spitze fuhr, eh Andrea Iannone (Suzuki) um 47 Tausendstelsekunden schneller war. Dann kam aber noch eine Gruppe von acht Fahrern, die Lorenzo und Iannone mit dem Fallen der Zielflagge nach hinten durchreichte.

Herzschlagfinale in Q2

Marquez übernahm mit 1:32.791 Minuten die Spitze, dahinter wechselten die Positionen im Sekundentakt. Am Ende waren Crutchlow mit 0,041 Sekunden und Rossi mit 0,059 Sekunden Rückstand die ersten Verfolger des Spaniers. "Das war perfektes Timing", freut sich Crutchlow. "Es ging auf der Strecke hoch her, da wollte ich mich heraushalten."

"Ich wollte zuerst die Gruppe anführen, sah dann aber sieben andere hinter mir und dachte: Achter willst du nicht sein. Also habe ich langsam gemacht und mich ans Ende der Gruppe zurückfallen lassen", beschreibt der Brite seine Strategie. "Ich wusste, dass unsere Motorrad stark war. In den Kurven, wo es nicht gut lag, habe ich es nicht übertrieben. Anders als in Barcelona oder Mugello hat die Runde gepasst. Es ist schön, wieder in der ersten Reihe zu stehen."

Rossi, der im vierten Freien Training gestürzt war, zeigte sich über Startplatz drei ebenfalls sehr zufrieden. "Ich freue mich sehr, in der ersten Reihe zu stehen, denn nach dem Sturz fehlte mir ein wenig das richtige Gefühl", sagt er. "Im ersten Versuch habe ich aber wieder meinen Rhythmus gefunden, und am Ende hat jeder auf den anderen gewartet. Ich war aber in einer guten Position. Morgen in der ersten Reihe zu stehen, ist sehr wichtig."

Dani Pedrosa nur auf Rang 18

In Startreihe zwei werden im Rennen Andrea Dovizioso (Ducati), Alex Rins (Suzuki), der den Umweg über Q1 gehen musste, und Maverick Vinales (Yamaha) stehen. Dahinter platzierten sich der überraschend starke Aleix Espargaro (Aprilia), Q1-Qualifyer Johan Zarco (Tech-3-Yamaha) und Iannone. Lorenzo, Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) und Alvaro Bautista (Nieto-Ducati) komplettieren die Top 12.

Schon Q1 war sehr spannend, im Kampf um den Einzug in Q2 ging es sehr eng zu. Takaai Nakagami (LCR-Honda) als Drittem fehlten gerade einmal 25 Tausendstelsekunden zum weiterkommen, dahinter verpassten auch Tito Rabat (Avintia-Ducati) und Hafiz Syahrin (Tech-3-Yamaha) mit zeitgleich je 66 Tausendstel sowie Jack Miller (Pramac-Ducati) mit 72 Tausendstel Rückstand nur Hauchdünn den Sprung unter die Top 12.

Ab Scott Redding (Aprilia), der als Siebter aus Q2 morgen von Position 17 aus ins Rennen starten wurden die Abstände dann größer. Enttäuschend verlief das Qualifying einmal mehr für Dani Pedrosa (Honda), der in Q2 kläglich scheiterte und nur von Position 18 ins Rennen gehen wird. Hinter ihn werden in der Startaufstellung Karel Abraham (Nieto-Ducati), Bradley Smith, Pol Espargaro (beide KTM), Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) und Xavier Simeon (Avintia-Ducati) stehen.

Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) konnte nach seinem Sturz im dritten Freien Training nicht am Qualifying teilnehmen. Der Italiener hatte sich dabei den dritten Mittelhandknochen der linken Hand gebrochen und wird daher auch das Rennen verpassen, das am Sonntag zur gewohnten Zeit um 14 Uhr gestartet wird.

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