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MotoGP: Assen

Plafond erreicht: Vier Punkte für KTM

Pol Espargaró fuhr in Assen im zweiten Pulk mit und blieb vor einigen Gegnern; Platz zwölf war solide, doch KTM muss sich verbessern.

Fotos: Philip Platzer

"Es ist zwar kein elfter Platz, aber ich ziehe diesen zwölften Platz 1.000 elften Plätzen vor", sagte Pol Espargaró nach der Dutch TT in Assen; fünf Mal ist der KTM-Werksfahrer in der MotoGP-WM 2018 schon als Elfter ins Ziel gekommen. Obwohl das Ergebnis in den Niederlanden um eine Position schlechter ausfiel, war es der zweitbeste MotoGP-WM-Lauf für KTM überhaupt. Im Ziel hatte Espargaró keine 16 Sekunden Rückstand auf Sieger Márquez – erst ein einziges Mal zuvor war KTM bei der Gesamtrennzeit näher an der Spitze dran.

2017 fehlten Espargaró in Aragonien knapp 14 Sekunden auf den auch damals siegreichen Márquez. "Auch wenn es auf dem Papier nicht danach aussieht", sagte Teammanager Mike Leitner, "war das einer unserer besseren Rennen in diesem Jahr. Wir sahen in FP3, FP4 und im Warm-up gut aus und haben unsere Form im Rennen bestätigt." Espargaró erkämpfte sich seinen zwölften Platz größtenteils aus eigener Kraft, vor ihm stürzte nur Danilo Petrucci.

Der Spanier setzte sich in einer Kampfgruppe gegen die beiden Aprilia von seinem Bruder Aleix Espargaró und Scott Redding durch, auch Dani Pedrosa (Honda) kam dahinter ins Ziel. Auf Andrea Iannone (Suzuki) fehlte Espargaró nur etwas mehr als eine Sekunde. "Ich habe mir diesen zwölften Platz verdient. Es fehlt nicht mehr so viel", hielt er nach dem aufreibenden Rennen fest. Allerdings habe man ihm zufolge mit dem aktuellen Motorrad den Plafond erreicht und werde keine wesentliche Fortschritte machen, bis der Prototyp der 2019er-Spezifikation regelmäßig eingesetzt würde.

"Es fehlte nicht viel auf den Rhythmus der Top 10. Am Ende war meine Pace ähnlich wie bei Miller und Bautista. Das Problem war mein 21. Startplatz. Wenn man so weit hinten ist, wird es schwierig. Bei Überholmanövern muss man viel Risiko eingehen. Als ich meinen Bruder überholte, habe ich einen Fehler gemacht und mehr als eine Sekunde verloren. In der MotoGP ist es wichtig, weit vorne zu starten, um rasch den Rhythmus zu finden."

Als Schwachpunkte der RC16 nannte Espargaró die fliegende Runde im Qualifying und Untersteuern in Kurven: "Unsere Stärken sind die Bremse und der Kurveneingang. Das ist ein wichtiger Punkt des Motorrads. Dort können wir überholen. Leider ist das Einlenken nicht gut, und wir lassen den Gegnern dadurch zu viel Platz für Überholmanöver." Allerdings waren die Startplätze 20 (Smith) und 21 (Espargaró) keine optimalen Voraussetzungen für das Rennen.

"Uns gelingt keine schnelle Runde, und wir können den neuen Reifen nicht optimal nutzen", sagte Espargaró über die Schwäche im Qualifying. "Im Rennen fühlte ich mich mit dem härteren Reifen besser, und ich war konkurrenzfähiger. Vor allem gegen Rennende ist das Motorrad einfacher zu fahren als im Vorjahr." Espargaró setzte auf den harten Hinterreifen, während Teamkollege Bradley Smith mit dem weichen Hinterreifen die falsche Entscheidung traf und keine WM-Punkte holte.

"In der ersten Rennhälfte war ich in der gleichen Gruppe wie Pol, aber dann passierte etwas Seltsames mit meinem Hinterreifen", so Smith. "Das war im Training nicht der Fall gewesen. Mein Reifen drehte sogar auf der Geraden extrem durch. Es ist frustrierend, aber das kann passieren. Als mein Reifen funktionierte, war ich konkurrenzfähig und kämpfte um WM-Punkte. Ich muss akzeptieren, dass es nicht mein Tag war." Der Brite kam als 17. ins Ziel.

Unterm Strich zieht Teammanager Leitner ein positives Fazit: "Wir sollten zufrieden sein, denn wir haben wieder kleine Fortschritte geschafft, die funktionieren. 2018 geht es sehr eng zu, und wir zeigen, dass wir uns in der Mitte des Feldes etabliert haben. Alle bei KTM sollten darauf stolz sein. Wir arbeiten weiter, damit wir es konstant in die Top 10 schaffen."

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