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MotoGP: Brünn

KTM-Fahrerkader gleicht einem Lazarett

Nach Mika Kallios Knieverletzung hat sich nun Pol Espargaró die Schulter gebrochen – in Brno stürzte Bradley Smith gleich am Start.

Fotos: Marcin Kin

"Das war heute der schlimmste Tag, seit wir dieses Projekt gestartet haben", seufzte KTM-Teammanager Mike Leitner nach dem Rennsonntag im tschechischen Brno. "Positiv ist nur, dass Bradley nach dem Startunfall nicht verletzt ist. Wir müssen es nehmen, wie es ist." Pol Espargaró war bereits im morgendlichen Warm-up in Kurve 3 auf die linke Schulter gestürzt und konnte nicht am Rennen teilnehmen. Bradley Smith wurde schon nach drei Kurven in einen Unfall mit Stefan Bradl und Maverick Viñales verwickelt; der Grand Prix war damit für KTM schon vorbei.

Espargaró befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem nahegelegenen Krankenhaus. Nach dem Sturz musste er per Helikopter ausgeflogen werden – er hat sich das Schlüsselbein gebrochen. "Wahrscheinlich wird er nach Spanien gebracht, wo er erneut durchgecheckt wird; dann sehen wir weiter", sagte Leitner unmittelbar nach dem Rennen. Erst in den nächsten Tagen wird das Team genau wissen, wie es Espargaró geht, und wann er zurückkommen kann.

Da sich Testfahrer Mika Kallio nach seinem heftigen Unfall im freien Training auf dem deutschen Sachsenring derzeit von seiner Knieoperation erholt und noch einige Wochen pausieren muss, wird KTM am kommenden Wochenende in Spielberg höchstwahrscheinlich nur mit Smith antreten können. "Zu 99 Prozent wird niemand Pols Bike in Spielberg fahren", sagte Leitner. "Natürlich hätten wir gerne zwei Motorräder beim Heimrennen."

In so kurzer Zeit einen Ersatzfahrer zu finden, ist praktisch unmöglich. "Auch aus Respekt vor Pol haben wir gar nicht darüber nachgedacht", betonte der Österreicher. Zwei der drei Fahrer sind nun verletzt. KTM hatte in den vergangenen Wochen kein Glück, und gute Ersatzfahrer sind nicht an jeder Straßenecke zu finden. "Es soll ja auch einen Sinn machen. Die meisten Fahrer, die diese Bikes fahren können, stehen unter Vertrag." Was wäre mit dem rekonvaleszenten Jonas Folger? "Jonas hat mit dem Rennsport aufgehört. Mehr weiß ich nicht", antwortete Leitner knapp.

Das Verletzungspech hat auch Auswirkungen auf das weitere Entwicklungsprogramm. Smith probierte in Brünn in den Trainings den neuen Motor aus, für das Rennen wurde aber die bisherige Spezifikation eingebaut. Warum? "Das müssen wir erst analysieren, denn es gab auch kleine Probleme", so Leitner. Deshalb, und auch wegen des Verletzungspechs, wird das Renndebüt der neuen Technik nicht wie ursprünglich geplant in Österreich stattfinden.

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