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Motorrad-WM: Phillip Island

Marquez nach Sturz ratlos

Honda-Pilot Marc Marquez ist nach seinem Sturz im ersten Freien Training in Australien ratlos und sucht beim Medium-Vorderreifen die Schuld.

Bildquelle: motogp.com

Weltmeister Marc Marquez erlebt nicht den Freitag in Phillip Island, den er sich als frisch gebackener Champion vorgestellt hat. Der Spanier stürzt im ersten Freien Training und rettet mehrere weitere Abflüge mit seinem Talent. Auch seine Honda-Kollegen Dani Pedrosa und Cal Crutchlow stürzen, der Brite verletzte sich dabei am Fußgelenk. Der Spanier fordert daher lückenlose Aufklärung und gibt zu, dass Honda in Australien mit ein paar "Schachstellen" des Bikes zu kämpfen hat. Das Freitagsergebnis beendet er auf Rang sieben (+0,608 Sekunden).

"Das war ein sehr eigenartiger Freitag heute. Nicht gerade der beste Freitag, den man nach dem Gewinn des WM-Titels haben kann", merkt Marquez nach dem zweiten Freien Training an. Der 25-Jährige gibt zu, dass Honda selbst noch über die vielen Stürze rätselt. "Das Gefühl auf dem Bike war sehr eigenartig, auch die anderen Hondas haben das berichtet. Es war sehr schwierig, den Vorderreifen zu verstehen", gibt er zu Protokoll.

Sein Sturz im ersten Training in Kurve 10 sei unerwartet passiert. In Lukey Heights ist er bergab über die Front zu Boden gegangen, als er nach rechts umlegen wollte. "Vielleicht war es das erste oder zweite Mal überhaupt in dieser Saison, dass ich gestürzt bin, ohne wirklich voll zu fahren. Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht gepusht", verrät Marquez. Er war zu jenem Zeitpunkt auf dem Medium-Vorderreifen auf der Strecke. Wie auch Pedrosa und Crutchlow ist er in einer Rechtskurve gestürzt - die rechte Flanke der Vorderreifen ist an diesem Wochenende härter.

Medium-Vorderreifen beim Crash "noch zu kalt"

Der Medium sei vielleicht der Grund für den Sturz, mutmaßt der Champion. "Das ist vielleicht ein Grund für den Crash, dass ich zu früh gewechselt habe. Ich bin zunächst mit dem weichen Reifen gefahren, im letzten Versuch wollte ich mich aber schon auf das zweite Training vorbereiten, daher habe ich mich für den Medium entschieden. Der Reifen war beim Crash noch zu kalt. Vielleicht war es zu früh, den Medium zu verwenden", muss Marquez im Nachhinein zugeben. Auch der Wind spiele laut dem Honda-Fahrer immer eine Rolle auf dem Kurs.

Im ersten Training hat Marquez außerdem ein anderen Set-up ausprobiert. "Ich habe ein anderes Set-up ausprobiert, am Nachmittag bin ich aber zur bewährten Abstimmung zurückgegangen. Dann war es deutlich besser. Ich konnte mein Gefühl deutlich verbessern. Morgen müssen wir in diese Richtung weiterarbeiten", weiß er. Er sei glücklich, dass er im zweiten Training ein deutlich besseres Gefühl entwickeln konnte.

Dennoch hinkt Honda zum Auftakt hinterher. Der verletzte Crutchlow ist als bester Honda-Fahrer nur auf Rang fünf in der Freitagswertung zu finden, er hat bereits eine halbe Sekunde Rückstand. Marquez selbst konnte sich vom ersten zum zweiten Training außerdem nicht stark steigern. Rund sechs Zehntelsekunden war er am Nachmittag schneller, eine 1:29.739 Minuten blieb am Ende stehen. Andrea Iannone konnte an der Spitze hingegen 1,3 Sekunden finden und eine 1:29.131 Minuten setzen.

Honda in den schnellen Kurven "instabil"

Das eigenartige Gefühl, von dem Marquez berichtet, muss Honda nun verstehen. "Es stimmt, dass unser Bike in den schnellen Kurven instabil wird. Das ist unsere Schwachstelle. Normalerweise sind wir dennoch schnell hier in Phillip Island. Auch heute waren wir schnell, aber nur mit viel Risiko. Ich hatte ein paar heikle Momente, wo ich eigentlich gar nicht ans Limit ging, aber dennoch fast gestürzt wäre." Mehrmals musste er sich retten, um nicht noch öfter abzufliegen. In Kurve 6 wäre er gleich zweimal fast abgestiegen.

"Jetzt müssen wir das aufklären. Wir haben natürlich noch ein wenig Spielraum und morgen können wir mit dem bekannten Set-up zurückschlagen. Aber wir müssen verstehen, ob wir noch besser werden können." Denn insgesamt liegt die Honda laut Marquez weniger gut als die Konkurrenz, die Grundabstimmung würde in Phillip Island weniger gut funktionieren. Daher muss Marquez an der Front erneut auf die härteren Mischungen ausweichen. Den weichen Reifen schließt er bereits jetzt als Rennreifen aus. "Nein, das ist unmöglich für uns. Daran müssen wir arbeiten. Wir können unmöglich mit dem weichen Reifen fahren."

Deshalb ist Marquez auch schon am Vormittag mit dem Medium gefahren - und gestürzt. Am Samstag werde er noch den harten Reifen ausprobieren, den er bereits mehrfach in diesem Jahr im Rennen verwendet hat. Reifenhersteller Michelin nimmt er von der Kritik aus. "Michelin hat dennoch die perfekte Wahl für dieses Rennen getroffen. Man hat eine große Auswahl", möchte er die Probleme nicht auf die Reifen schieben.

Im zweiten Freien Training im Longrun ist Marquez nur hinten den weichen Reifen gefahren, vorne war wieder der Medium montiert. Damit konnte er im Durchschnitt mittlere 1:30er-Zeiten fahren, womit er mit der Spitze mithalten konnte. "Heute bin ich die Renndistanz mit dem weichen Reifen gefahren, morgen werde ich Medium und Hard probieren", kündigt er an. Damit möchte er Boden auf die Konkurrenz gutmachen. "Ich werde nicht mehr an meine Position am Freitag denken, sondern nur an Sonntag", bleibt er kämpferisch.

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