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Motorrad-WM: Sepang

Rossi hält Márquez´ Druck nicht stand

Knapp vor Marc Márquez in Führung liegend stürzt Valentino Rossi vier Runden vor Schluss; Moto2- und Moto3-Weltmeister stehen fest.

Bildquelle: Yamaha Racing

MotoGP-Weltmeister Marc Márquez hat auch das vorletzte Saisonrennen 2018, den Grand Prix von Malaysia, gewonnen. Die Entscheidung fiel vier Runden vor Rennende. Valentino Rossi hatte vom Start weg geführt und spulte seine Runden an der Spitze wie ein Uhrwerk ab, aber Márquez stürmte vom – nach Strafversetzung – siebenten Startplatz kommend rasch auf P2 nach vor und lauerte dort auf seine Chance, ehe er zum Schlussspurt ansetzte und Rossi immer näher kam.

Während Márquez stärker wurde, brach die Pace der Yamaha seines Gegners im letzten Rennviertel etwas ein. Als die viertletzte Runde begann, rutschte Rossi in der Haarnadelkurve 1 aus und ging zu Boden. Márquez fuhr innen vorbei und rollte anschließend zu seinem neunten Saisonsieg. Rossi fuhr nach seinem Unfall zwar weiter, sammelte aber als 18. keine WM-Punkte; nichts wurde es mit dem zweiten Yamaha-Sieg hintereinander, der Rossis erster seit Assen im Vorjahr gewesen wäre.

Rins schnappt Zarco Platz zwei weg

Dahinter blieb es bis zum Schluss spannend: Zu Beginn der letzten Runde schnappte sich Álex Rins (Suzuki) den zweiten Platz von Johann Zarco (Tech3/Yamaha). Der Spanier hatte eine starke Aufholjagd gezeigt, denn nach der ersten Runde war er nur Achter, ehe er Gegner um Gegner überholte. Zum achten Mal in dieser Saison stand damit ein Suzuki-Fahrer auf dem Podest, und Rins verbesserte sich in der WM gleich von Rang zehn auf fünf. Zarco hatte sich zu Beginn des Rennens hinter Rossi eingereiht, musste aber Platz zwei bald an Márquez abgeben. In der zweiten Rennhälfte fuhren ihm Rossi und Márquez davon.

Australien-Sieger Maverick Viñales (Yamaha) kam als Vierter ins Ziel. Er bezahlte den Preis für sein schlechtes Regenqualifying, denn in der Anfangsphase steckte er rund um Platz zehn fest. Mit Fortdauer des Rennens arbeitete er sich aber durchs Feld. Seine Rundenzeiten waren sehr gut, aber für einen Podesplatz war der Zug bereits abgefahren. In seinem vorletzten Rennen für Honda egalisierte Dani Pedrosa als Fünfter sein bestes Saisonergebnis.

Ducati erlebte einen schwierigen Tag. Lorenzo-Ersatzmann Michele Pirro stürzte im ersten Renndrittel in der Zielspitzkehre. Andrea Dovizioso, der 2016/17 in Sepang gewonnen hatte, war chancenlos und kam als Sechster über die Linie. Da aber Rossi keine Punkte holte, steht Dovizioso als Vizeweltmeister fest. Die Plätze sieben bis zehn gingen an Álvaro Bautista (Aspar/Ducati), Jack Miller und Danilo Petrucci (beide Pramac/Ducati) sowie an Lokalmatador Hafizh Syahrin (Tech3/Yamaha).

Gaststarter Bradl sammelt WM-Punkte

Stefan Bradl (LCR/Honda) sammelte bei seinem vierten Renneinsatz in diesem Jahr als 13. seine ersten WM-Punkte. Tom Lüthi (Marc VDS/Honda) verpasste als 16. erneut knapp seinen ersten Zähler. Bester Aprilia-Fahrer war Aleix Espargaró als Elfter. Bei KTM war es wieder einmal der scheidende Bradley Smith, der als 15. einen WM-Punkt mitnahm; Teamkollege Pol Espargaró kam nicht ins Ziel.

Für Suzuki-Werksfahrer Andrea Iannone war das Rennen schon in der Anfangsphase vorbei: Am Ende der ersten Runde hatte Márquez in Kurve 15 bei voller Schräglage einen Rutscher, den er wie so oft gekonnt abfing. Der direkt dahinter fahrende Italiener ließ sich davon irritieren: Auch sein Vorderrad klappte ein, doch er rutschte hilflos ins Aus.

Mit seinem Sieg holte Márquez für Honda auch die Konstrukteurswertung, für die nur der jeweils bestplatzierte Fahrer herangezogen wird; mit 24 Titeln sind die Japaner die erfolgreichste Marke in der Topklasse der Motorrad-WM. Für Márquez war es klassenübergreifend schon der 70. Sieg, sein 44. in der MotoGP-WM. In diesem Jahr ist somit nur noch die Team-WM offen. Das Honda-Werksteam hat vor dem letzten Rennen 39 Punkte Vorsprung auf Yamaha, Ducati spielt keine Rolle mehr.

P3 reicht: Bagnaia Moto2-Weltmeister

Francesco Bagnaia (Kalex) reichte ein dritter Platz direkt hinter seinem WM-Verfolger Miguel Oliveira, um sich den Moto2-WM-Titel zu sichern. Der portugiesische KTM-Fahrer jagte das ganze Rennen lang Luca Marini hinterher, doch Bagnaias VR46-Teamkollege blieb cool und feierte nach 18 Runden knapp vor Oliveira seinen ersten Grand-Prix-Sieg, drei Sekunden dahinter kam Bagnaia als neuer Weltmeister ins Ziel.

Bagnaia, der 2019 eine Ducati des Pramac-Teams in der MotoGP-WM fahren wird, kam heuer bei allen Saisonrennen ins Ziel, sammelte stets Punkte und feierte insgesamt acht Rennsiege. Für Valentino Rossis VR46-Rennstall war es der beste Tag der Teamgeschichte: Zum einen gewann mit Marini zum ersten Mal Rossis Halbbruder, zum anderen eroberte man den ersten WM-Titel. Oliveira, der ebenfalls bei allen bisherigen Rennen gepunktet hat, gelang es mit nunmehr 32 Punkten Rückstand nicht, die Entscheidung bis zum Saisonfinale hinauszuzögern.

Auf Platz vier folgte mit Mattia Pasini (Kalex) der nächste Italiener. Fabio Quartararo (Speed Up) schnappte sich in der Schlussphase noch Rang fünf von Lorenzo Baldassarri (Kalex). Polesitter Álex Márquez (Kalex) hatte eine schlechte Startrunde und fiel bis auf Position acht zurück. Der Spanier kam danach nie mehr richtig nach vorne und wurde seiner Rolle als Geheimfavorit nicht gerecht. Mehr als Platz sieben war ihn am Sonntag nicht drin. Australien-Sieger Brad Binder kam als zweitbester KTM-Fahrer dahinter als Achter ins Ziel.

Auch Marcel Schrötter (Kalex) spielte in diesem Rennen keine Rolle im Spitzenfeld. Nach der ersten Runde kämpfte der Deutsche in einer Gruppe knapp außerhalb der Top 10. Er konnte dann noch einige Positionen gutmachen und kam schließlich als Neunter ins Ziel. Joan Mir (Kalex) komplettierte die Top 10. Mit Platz 14 sammelte der Schweizer Dominique Aegerter (KTM) zwei WM-Punkte, sein Landsmann Jesko Raffin (Kalex) ging als 18. leer aus.

Martín mit Sieg Moto3-Weltmeister

In der Moto3-WM feierte Jorge Martín (Honda) seinen siebenten Saisonsieg, während Titelkonkurrent Marco Bezzecchi (KTM) nur als Fünfter ins Ziel kam. Zu Beginn der letzten Runde war der Italiener noch an der zweiten Stelle gelegen, womit er die WM-Entscheidung auf Valencia vertagt hätte, doch dann verlor er im finalen Kampfgetümmel noch Positionen. Damit liegt Martín dankbar knappe, aber uneinholbare 26 WM-Punkte vorne.

Nachdem über weite Strecken eine große Kampfgruppe beisammen geblieben war, erhöhte Martín vier Runden vor Rennende das Tempo und setzte sich vom restlichen Spitzenfeld ab. Der Spanier holte einen Vorsprung von rund drei Sekunden raus und machte damit alles klar. Honda feierte nicht nur den WM-Titel bei den Fahrern, sondern in Sepang auch einen Dreifacherfolg, denn hinter Martín kamen die beiden Markenkollegen Lorenzo dalla Porta und Enea Bastianini als Zweiter und Dritter ins Ziel, indem sie sich ebenso wie Albert Arenas (KTM) in der letzten Runde Bezzecchi schnappten und damit Martín halfen.

Sechster wurde Fabio di Giannantonio (Honda), der mit Bezzecchi beim Saisonfinale noch um den Vizetitel kämpfen wird, der neun Punkte vor ihm liegt. Die Top 10 komplettierten Darryn Binder (KTM), Tony Arbolino (Honda), Tatsuki Suzuki (Honda) und Niccolò Antonelli (Honda). Lokalmatador Adam Norrodin (Honda) musste aus der Boxengasse starten, kam aber bis auf P10 vor, ehe ein Sturz die Aufholjagd beendete. Auch Arón Canet (Honda) und Celestino Vietti (KTM) schieden durch Stürze aus.

Das Saisonfinale der Motorrad-WM 2018 findet am 18. November in Valencia (Spanien) statt.

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