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Rallycross-WM: Riga

Solberg spricht über Lungenerkrankung

Rallycrosser Petter Solberg spricht erstmals über seine seit Monaten therapierte Lungenkrankheit, die nur zufällig entdeckt wurde.

Bildquelle: FIA World RX

Manchmal hat selbst ein Unfall noch etwas Gutes: Petter Solberg sprach über seine Kollision mit Janis Baumanis in Riga vor einem Jahr und enthüllte dabei brisante Details, denn er hat sich dabei nicht nur zwei Rippen und ein Schlüsselbein gebrochen, sondern im Rahmen der Untersuchungen auch zufällig erfahren, dass er schwer lungenkrank war. Dank der rechtzeitigen Diagnose konnte eine Therapie eingeleitet werden.

"Ich bin ganz ehrlich: Das war ziemlich erschreckend", sagte Solberg rückblickend. "Ich hatte mich schon geraume Zeit schlapp gefühlt. Es ist immer schlimmer geworden, aber ich gab nicht viel darauf. Dann geschah der Unfall, dem ich eigentlich viel zu verdanken habe; die Röntgenaufnahmen zeigten ein Problem mit einem Lungenflügel. Diese Krankheit hat einen komplizierten Namen, aber in aller Kürze bedeutete es: Mein Körper produzierte zu viel Eisen. Das ist den Ärzten glücklicherweise aufgefallen."

Solberg, der nur 13 Tage nach seinem schweren Unfall erneut im Rallycrossauto saß und auf dem Estering gleich wieder ins Finale kam, musste sich aufgrund der Lungenerkrankung in Behandlung begeben. "Es dauerte ziemlich lange, bis wir die richtige Dosierung gefunden hatten. Das war eine schwierige Zeit", berichtete der Norweger. "Ich bemerkte, wie sich meine Augen und mein Gesicht veränderten, ich begann zu zittern. Ich wusste nicht, was passierte und warum."

Einzig im Supercar habe er sich noch wohl gefühlt. "Das Adrenalin", so Solberg, "täuschte darüber hinweg, sodass ich fahren konnte, doch nach den Rennen wurde ich wieder unheimlich schlapp." Im Anschluss an einen Testtag in Frankreich musste er sich erneut in ärztliche Obhut begeben. "Für einige Zeit war ich richtig krank", sagte er. "Wir machten uns sogar Gedanken darüber, wer mich im Team ersetzen könnte, sollte sich mein Zustand nicht bessern. Ich wusste nur: Ich selbst würde es nicht schaffen. Das waren bittere Momente für mich."

Solberg kämpfte jedoch und fuhr weiter. Erst mehr als ein halbes Jahr nach der ursprünglichen Diagnose habe sich eine Besserung eingestellt. "Ich habe mich allmählich kräftiger gefühlt", sagte Solberg und verwies auf die schwedischen Rallycross-WM-Läufe im Sommer 2018. "Seither geht es besser und besser. Ich spüre, wie meine Energie zurückkehrt und sich alles wieder etwas normalisiert. Jetzt haben wir die Sache im Griff."

Er habe seine Krankheit nicht mehr länger geheimhalten wollen, sagte Solberg weiter: "Ich wollte jetzt darüber sprechen. Ich war einfach nicht ich selbst, aber ihr könnt mir glauben, ich komme wieder zurück." Die Medikamententherapie dauere noch gut einen Monat. "Dann folgen weitere Tests", erklärte Solberg. "Die Ärzte sind allerdings zufrieden mit der Genesung, ich ebenfalls – und jetzt auf nach Riga, dort habe ich noch eine offene Rechnung zu begleichen ..."

Trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen belegt Solberg aktuell den dritten Platz in der Gesamtwertung und hat vier Wochenenden vor Schluss sogar noch mathematische Titelchancen. Favorit auf den WM-Gesamtsieg ist jedoch Solbergs Teamkollege Johan Kristoffersson, der die Saison 2018 bisher nach Belieben dominiert.

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