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Motorrad-WM: Phillip Island

Marquez auch in Australien unbezwingbar

Weltmeister Marc Marquez zeigt erneut seine Klasse und gewinnt seinen fünften Grand Prix in Folge.

Foto: MotoGP

Marc Marquez hat auch in Australien Grund zum Jubeln: In einem Duell gegen Maverick Vinales (Yamaha) setzte sich der MotoGP-Weltmeister erneut durch und fuhr seinen fünften Sieg in Folge ein. Vinales stürzte auf der letzten Runde und schied aus. Cal Crutchlow (LCR-Honda) und Jack Miller (Pramac-Ducati) landeten auf dem Podium.

Für Marquez war es nicht nur der elfte Saisonsieg 2019, sondern auch der 55. Triumph mit Honda. Damit übertraf er die bisherige Bestmarke von Mick Doohan (54) und kürte sich somit zum erfolgreichsten Honda-Piloten in der Königsklasse.

"Ich wusste, wenn ich an Maverick dran bleiben kann, habe ich eine Chance auf den Sieg", erklärte der Spanier. "Es war einfach ein verrücktes Wochenende. Die Bedingungen waren schwierig, aber das Team hat toll gearbeitet. Die Reifenwahl war riskant. Mein Hinterreifen war am Schluss komplett zerstört. Doch es ist gut gegangen."

Mit Crutchlow auf Platz zwei gelang Honda zum ersten Mal in dieser Sieg ein 1-2-Ergebnis. "Großartig!", jubelte der Brite. "Ich wusste, dass ich hier das Tempo für einen Podestplatz haben würde. Gegen Maverick und Marc hatte ich aber keine Chance."

Doch er profitierte am Ende genauso vom Vinales-Sturz wie Miller. Für ihn kam der Podesterfolg entsprechend unerwartet. "Ich habe mir das Rennen ganz gut eingeteilt und nicht zu früh zu stark gepusht", berichtete der Australier im Parc ferme. "In der letzten Runde gab es dann noch eine Überraschung."

"Erst sah ich nur den Staub und fragte mich, wer das wohl ist. Dann sah ich, dass es Maverick war. Das Ergebnis ist zwar kein Sieg, aber es fühlt sich so an." Schließlich feierte Miller mit Platz drei sein erstes MotoGP-Podium auf der Heimstrecke.

Vor dem Rennen war neben dem Wetter die Reifenwahl das größte Fragezeichen. Während Marquez vor dem Start schon mal den Bikewechsel probte für den Fall, dass es ein Flag-to-Flag-Rennen werden würde, schraubten die Mechaniker in Valentino Rossis Box noch hektisch an der Yamaha, bevor dieser in die Startaufstellung fuhr.

Dort gab es verschiedenste Reifenkombinationen zu sehen. So setzte Pole-Setter Vinales vorne und hinten auf die weiche Mischung. Yamaha-Markenkollege Fabio Quartararo fuhr mit medium-hard, Weltmeister Marquez mit hard-soft.

Den Start gewann mit Rossi aber ein Mann aus der zweiten Reihe. Von Platz vier stürmte er an die Spitze, während sich dahinter das erste Drama ereignete: Danilo Petrucci (Ducati) flog per Highsider ab und riss Quartararo mit aus dem Rennen.

Nach Runde eins von 27 führte Rossi seinen 400. Grand Prix weiterhin an. Crutchlow und Andrea Iannone (Aprilia) hatten sich im Startgetümmel durchgesetzt und folgten direkt dahinter. Letzterer bekam jedoch bald Druck von Marquez, konnte aber zunächst kontern und schnappte sich wenig später Rossi, der die Führung an Crutchlow verloren hatte.

Im vierten Umlauf passierte dann das Unglaubliche: Iannone überholte Crutchlow und führte zum ersten Mal seit seinem Wechsel zu Aprilia ein MotoGP-Rennen an. Auf der Geraden kassierte Crutchlow den Italiener jedoch wieder und auch Marquez ging vorbei.

Die Reihenfolge nach fünf Runden sah somit Crutchlow vorn, gefolgt von Marquez, Iannone, Vinales und Rossi. Doch der Sieger des Starts bekam bald sichtlich Probleme und fiel innerhalb weniger Umläufe bis auf Platz sieben zurück.

Größere Lücken hatten sich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gebildet. Bis Miller auf Rang neun lagen alle innerhalb von 1,5 Sekunden. Doch nach zehn Runden zog Vinales das Tempo an, attackierte Marquez und schließlich auch den in Führung liegenden Crutchlow, um zum ersten Mal im Rennen an die Spitze zu gehen.´

Um den Anschluss nicht zu verlieren, bremste sich Marquez an Crutchlow vorbei, allerdings nicht ohne Berührung. Doch beide Honda-Piloten blieben sitzen und waren in der Folge die einzigen, die das Tempo von Vinales mitgehen konnten.

Zur Rennhälfte musste dann aber auch Crutchlow abreißen lassen, was den Kampf um den Sieg zu einem Duell machte. Rossi wurde auf Platz vier hingegen von einer ganzen Armada gejagt: Im Windschatten zog er Alex Rins (Suzuki), Andrea Dovizioso (Ducati) sowie das Pramac-Duo Miller und Francesco Bagnaia hinter sich her.

In dieser Verfolgergruppe ging es immer wieder hin und her. Chancen auf das Podest konnte sich hier aber keiner mehr ausrechnen, dafür war die Lücke nach vorn bereits zu groß. Dort erhöhte Marquez den Druck auf Vinales, startete aber noch keine Attacke.

Diese hob sich der Weltmeister für die letzte Runde auf: Er nutzte die Honda-Power auf der Geraden, um vorbeizugehen. Doch Vinales hielt den Anschluss und bereitete sich für einen Angriff in Kurve 10 vor. Doch bevor es dazu kam, hob es den Spanier per Highsider aus. Damit war das Rennen für ihn weniger Meter vor dem Ziel vorbei.

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