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Formel E: Mexiko
Foto: LAT

Formel E Mexiko 2020: Überlegener Sieg von Evans

Mitch Evans überrumpelt Andre Lotterer in der ersten Kurve und dominiert daraufhin - Strategie-Nonsens von Techeetah - Bird schmeißt Podiumsplatz weg...

Jaguar kann in Mexiko den zweiten Sieg in der Formel E nach Berlin 2019 feiern. Denn Mitch Evans hat den Mexiko-Stadt ePrix 2020 komplett dominiert. Er siegte im Autodromo Hermanos Rodriguez vor Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) und Sebastien Buemi (Nissan e.dams).

Schon in der ersten Kurve setzte er sich mit einem harten, aber letztlich fairen Manöver gegen Andre Lotterer an die Spitze und ließ sich auch durch eine frühe Safety-Car-Phase nicht aus dem Konzept bringen. Der Sieg war nach dem Restart nie mehr gefährdet.

"Das war mal ganz anders als Santiago", sagt der Neuseeländer, der in Chile die Pole-Position geholt hatte, aber im Rennen dann weit zurückgefallen war. "Wir mussten Lösungen finden, warum die Rennpace dort so schlecht war. Die Jungs haben mich überrascht und ein tolles Auto hingestellt. Da muss man einfach nur den Vorsprung verwalten. Das habe ich getan."

Bird beschenkt da Costa und Buemi

Der Kampf um die restlichen Plätze war spannender. Sam Bird (Virgin-Audi; DNF) ging in der Anfangsphase an Buemi vorbei und hielt lange Zeit den zweiten Platz. In der Schlussphase geriet er jedoch unter Druck: Da Costa war bereits auf Platz drei gestürmt und kam immer näher - mit Buemi im Schlepptau.

Bird versagten die Nerven und er schmiss seinen Boliden in der engen Linkskurve im ersten Sektor in die Mauer. Kurze Zeit später war mit einem zweiten Unfall, vermutlich aufgrund eines Folgeschadens, endgültig Schluss.

Da Costa bekam Platz zwei somit geschenkt. DS Techeetah wirkte nach abermals schwachem Qualifying im Rennen wieder am stärksten. Dass da Costa nicht auch noch Evans unter Druck setzen konnte, lag daran, dass Techeetah sich zuvor in einer unfassbaren Strategie-Slapstick verhedderte, die man so nur selten gesehen hat.

Da Costa und Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (4.) tauschten mehrfach im Rennen die Positionen auf Anweisung des Teams, was letztlich mehrere Sekunden kostete. Dann behinderten sie sich auch noch gegenseitig bei der Aktivierung des Attack-Modus. Die Strategen an der Box schüttelten über ihre eigenen Entscheidungen die Köpfe.

Alexander Sims (Andretti-BMW; 5.) und Lucas di Grassi (Audi; 6.) zeigten vorzügliche Aufholjagden von Startplätzen jenseits von Gut und Böse. Die Top 10 komplettierten Oliver Rowland (Nissan e.dams; 7.), Edoardo Mortara (Venturi-Mercedes; 8.), James Calado (Jaguar; 9.) und Pascal Wehrlein (Mahindra; 10.).

Zwei Holländer auf einmal eliminiert

Das Mercedes-Werksteam erlebte ein Rennen zum Vergessen. Tabellenführer Stoffel Vandoorne (17.) lag bis kurz vor Schluss auf Position fünf, machte dann aber einen Fahrfehler an derselben Stelle wie zuvor Bird. Er beschädigte sich das Fahrzeug so stark, dass er aus den Punkterängen hinausfiel. Damit ging es in der Punktewertung auf Platz vier zurück.

Zu dem Zeitpunkt war sein Teamkollege Nyck de Vries schon draußen. Der Formel-2-Meister verteidigte seinen fünften Platz gegen den heranstürmenden Antonio Felix da Costa bis aufs Blut und drängte diesen beinahe in die Boxenmauer. Dabei kam es zu einer Berührung, die den Mercedes beschädigte.

De Vries hatte keine Kontrolle mehr und segelte in der ersten Kurve geradeaus. Dabei zog er den völlig unbeteiligten, viertplatzierten Robin Frijns (Virgin-Audi; 14.) mit ins Verderben, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Prügelknabe Andre Lotterer

Keine Chance im Rennen hatte Andre Lotterer, der in der Anfangsphase herumgeschubst wurde wie eine Billardkugel. Der Polesetter wurde am Start von Evans überrumpelt, rutschte dabei von der Strecke und fiel bis auf Platz vier zurück.

Später musste er aufgrund harter Attacken der Konkurrenz weitere Positionen abgeben und drohte bereits, aus den Top 10 herauszufallen. Letztlich zerstörte er sich seinen Boliden selber, als er auf ein anderes Fahrzeug im Stadion auffuhr und sich dabei sein eigenes beschädigte - Ende der Dienstfahrt 28 Minuten vor Schluss.

Das Desaster für Porsche machte Neel Jani (16.) perfekt, der wegen eines technischen Vergehens (wahrscheinlich zu viel Leistung) eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam und damit hoffnungslos zurückfiel.

Für die Safety-Car-Phase sorgte eingangs der dritten Runde Nico Müller (Dragon; DNF) mit einem heftigen Abflug. Er hatte den Einlenkpunkt verpasst und untersteuerte in die Mauer, blieb aber unverletzt.

Daniel Abt (Audi; DNF) konnte nach seinem schweren Unfall im ersten Freien Training zwar am Rennen teilnehmen, schied aber kurz vor Schluss mit einem Dreher außerhalb der Punkteränge aus.

Die Formel E gastiert als nächstes am 29. Februar in Marrakesch in Marokko.

© Motorsport-Total.com

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