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Anekdoten & Fakten Teil 2

Wussten Sie, dass...

... Franz Wurz, der Vater des bis dato letzten österreichischen Formel-1-Piloten Alexander, nicht als Auto- und Rallycross-Pilot seine erste Sporen verdiente, sondern als Rallyefahrer : Anno 1970, bei der ersten „echten“ Jänner-Rallye des BRK auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig, zeigte der Waldviertler mit einem Escort Twincam „was geht“ und geigte mit einem 4-Minuten-Vorsprung Richtung Ziel. Dann jedoch machte die Zylinderkopfdichtung schlapp, Wurz – der Held der Rallye – blieb unbelohnt.

... schon bei der 2. Jänner-Rallye über 70 Teams am Start waren ?

... Franz Wurz auf dieser 2. Jänner ebenfalls für reichlich Schlagzeilen sorgte: Der einstige Müllermeister lag nach SP 1 bereits mit dem Rekordvorsprung von fast 2 Minuten in Führung. Dann allerdings machte der Autocross-Rekord- & Seriensieger seiner Zeit Bekanntschaft mit der lokalen Botanik.

... Achim Warmbold anno 1972 Geschichte schrieb: Er kam mit einer Renaualt Alpine nach Österreich, einem Auto, das damals die WM beherrschte. Doch die „Blaue Flunder“ gab bereits im Training w.o. Josef Annessi, für den später Franz Wittmann Mitte der 70er Jahre EM fuhr, gab dem deutschen einen Opel Ascona. Warmbold nahm sich einen „local boy“ (Ernst Binder) als Copilot und gewann seine erste (von zwei) Jänner-Rallye.

... die Jänner-Rallye auf dem Truppenübungsplatz von Allentsteig durch Verteidigungs-Minister Karl Lütgendorf nach der 3. Veranstaltung untersagt wurde. Grund : Bei der Rallye wurden zu viele Wildtiere gerammt...

... 1975 die „Geburtsstunde“ des erfolgreichsten heimischen Rallyefahrers aller Zeiten war: Franz Wittmann! Aber auch Herbert Grünsteidl geigte noch einmal gekonnt auf, bevor er sich ganz dem Rallycross widmete, wo er schließlich auch zu Europameister-Ehren gelangte. Aber es war auch eine Rallye eines Neulings, der sie exakt 10 Jahre später gewinnen sollte : Ing. Wilfried Wiedner aus Innsbruck kutschierte seinen Fiat 124 ST auf Rang sechs! Achter wurde übrigens ein Jüngling, der sich inzwischen in die erste Reihe der Rallye-Veranstalter vorgearbeitet hat: Helmut Doppelreiter

... erstmals die „Jänner“ ein Europameisterschaftslauf in Österreich war ?

... sich Dipl.Ing. Georg Fischer mit einem Annessi-Opel Ascona auf einer SP überschlug, das Auto auf dem Dach liegen blieb und die SP neutralisiert werden musste. Diese „Jänner“ 1976 war die Geburtsstunde von Sepp Haider, der zusammen mit seinem Bruder einen VW Käfer auf Rang drei drosch. Ein Jahr später bildeten übrigens Dipl.Ing. Georg Fischer, Ing. Wilfried Wiedner und Sepp Haider das legendäre „Cinzano Rallye Team“.

... dass jener Sepp Haider einer der erfolgreichsten „Jänner-Rallye-Primgeiger“ war : con anno 1976 wurde er mit Jörg Pattermann auf einem VW 1302 S Dritter, 197 hinter Wittmann auf einem Opel Kadett GTE Zweiter, 1978 gab es dann den ersten Ausfall mit einem Carenini-Kadett auf Rang zwei liegend. 1979 wurde Sepp neuerlich Dritter, 1980 Zweiter. 1981 bereits zum drittenmal Dritter bevor es in de beiden darauf folgenden Jahre jeweils Ausfälle gab: Jedes Mal war’s die Zylinderkopfdichtung beim Opel Ascona.

... dass jener Sepp Haider ebenfalls Oscar-preisverdächtig im Kuriositätenkabinett war : Anno 1984 überschlug sch der Mitfavorit bereits am Vortag beim Training zusammen mit Freund Werner Grissmann im Audi 80 quattro.

... 1977 bei der 8. Int. Jänner- Rallye auch oberösterreichische Piloten für Schlagzeilen in den Medien sorgten: So gewann z.B. völlig überraschend der Micheldorfer Helmut Zitta die erste SP vor Per Engseth und fand sich nach zwei SP auf Rang zwei des Gesamtklassements. In der Ankunftsliste schien der spätere Gesamt-Dritte einer „Jänner-Rallye“ dann nicht auf. Dafür rangierte der Steyrer MIG-Pilot Walter Öttl zusammen mit dem später langjährigen Wittmann-Co Dr. Kurt „Spatzi“ Nestinger auf Rang 6 (im VW Golf), der Linzer Werner von Eltz zusammen mit Co Sigi Huber im 1302 S auf Rang acht.

... 1978 in die Geschichte des heimischen Rallyesports einging ? Jedoch nicht wegen heroischer Leistungen der Cracks, sondern weil es bei der „Jänner“ soviel Schnee gab, wie sonst nur in Lappland : Sogar Schnee-Ketten waren diesmal erlaubt, da man Angst hatte, mit Spikes kein Auslangen zu finden. Franz Wittmann hieß zwar der programmierte Favorit, doch der rutschte in einen Graben, was Beppo Sulc mit seinem VW Käfer nützte und gewann. Dipl.Ing. Georg Fischer „ritt“ mit einem Datsun Cherry aus dem Sattledter Autohaus Bamminger auf Rang zwei. Auch Herbert Grünsteidl sorgte einmal mehr für Aufregung: Mit einer Lada parkte er ungewollt in einem Bach. Es war die letzte „Jänner-Rallye“ im Raum Königswiesen. Platzgründe machten einen Wechsel nach Freistadt notwendig.

... daher in diesem Schnee-Jahr nur 21 Teams das Ziel erreichten ?

... ein gewisser Kurt Göttlicher aus der Wertung genommen werden musste. rund : Der Niederösterreicher wurde erwischt, wie er bei der ZK in Bad Zell „eine dritte Person im Kofferraum mitgeführt hatte“.

... anno 1978 erstmals auch ein Attila Ferjancz als Achtplazierter in der Gesamtwertung auffiel.

... ein gewisser Dr. Helmuth Czekal 1979 als Rallye-Arzt fungierte und der „Stieranger“ von Freistadt als Fahrtleitungsbüro. Ein gewisser Hans Kellner die Startnummer „64“ für einen Opel Kadett GTE, eine Gaby Husar die Startnummer „62“ fü einen Simca 1100 und das Team Sepperl Pointinger / Hicker für ihre Citroen Dyane die Startnummer „80“ ausfassten ?

... zu diesem Zeitpunkt der Normal-Benzin 6,20,-- Schilling, Super 6,50,-- Schilling und Diesel 5,80,-- Schilling kostete.

... das „Cinzano Rallye Team“ den schwedischen Rallye-Weltmeister Stig Blomqvist ins Mühlviertel beorderte : Mit jenem Lancia Montecarlo, den sonst temporär Wilfried Wiedner einsetzte, lag der Schwede zwar lange in Führung, eine desolate Elektronik erzwang jedoch das „Aus“. Franz Wittmann wiederum schien das Glück des Tüchtigen gepachtet zu haben : Er bekam einen Porsche 911 des Steyrer MIG-Piloten Walter Öttl, dem man kurz zuvor nach einer Weihnachtsfeier den Führerschein „gezupft“ hatte.Wittmann gewann mit dem „Leihwagen“, Zweiter wurde der Norweger Per Engseth mit einer Lada und Dritter Sepp Haider. Publikumsliebling blieb jedoch einmal mehr Herbert „Glühsteidl“: Rang vier mit einem VW Golf !

... 1981 begann die bis dato bestens funktionierende Ära des Allradantriebs: Erster offizieller Einsatz eines Werks-Quattro unter MIG-Flagge. 20 Minuten Vorsprung auf den Zweiten, dazu kamen 31 SP-Siege. Franz Wittmann wurde zum „Mr. Jänner-Rallye“.

... 1982 auch das Team Dipl. Ing. Georg Fischer / Michael Weinzierl für Schlagzeilen sorgte, allerdings in der Rubrik „Kuriositäten“. Denn als man mit einem Talbot Lotus starten sollte, glaubte jeder der beiden Kämpfer, der Kollege habe den Schlüssel vom Auto. Und als man dann endlich nach eine gekonnten „Einbruch“ im Inneren des Rallyeboliden saß, galt es noch die Lenkradsperre auszutricksen. Auch das schaffte man noch, jedoch zu fortgeschrittener Zeit, sodass man sich fortan als „Profizuschauer“ entlang der Jänner-Rallye gütlich tat.

... mit Hilfe von Harry Bammingers privatem Oldtimer, einem Datsun Z 240 die Safari-Legende Shekar Mehta sein Jänner-Rallye-Jubiläum feierte. Zusammen mit Gattin Yvonne erreichte man mit dem „Schlachtschiff“ sogar das Ziel (11. Platz), was viele für unmöglich gehalten hatten. Den Z 240 gibt’s übrigens immer noch in Sattledt.

... bereits ein Jahr später Shekar Metha neuerlich bei der „Jänner-Rallye“ ein Gastspiel gab : Platz 6 war ein gutes Ergebnis.

... zugleich auch Rallye-Legende Rauno Aaltonen Jänner-Rallye-Luft schnupperte.

... einmal mehr Herbert Grünsteidl einen Anlauf unternahm, die „Jänner“ zu gewinnen: Aber der „Pechvogel der Jänner“ blieb auch diesmal sieglos, weil er vor der letzten SP wegen eines stecken gebliebenen Rückwärtsgangs ausfiel.

... anno 1983 u Beginn der „Jänner“ in Freistadt und Umgebung einmal nicht Seriensieger Franz Wittmann den Ton angab, sondern Graf Freddy Kottulinsky, der in den 70er Jahren in der damaligen Formel-3 bereits durch die Zuerkennung seines Nickname „Freddy on the roof“ für einen gewaltigen Ruf sorgte. Kottulinsky hatte einen Werks-Urquattro, war Audi-Testpilot gewesen und nagelte 8 SP-Bestzeiten in Serie in den Schnee. Doch auch lapidare Fehler können hin und wieder passieren: Kottulinsky musste nach einem Dreher in den Rückwärtsgang, touchierte einen Betonpflock und riss sich die Radaufhängung ab.

... Ski-Zwischenzeit-Kaiser Werner Grissmann erstmals anno 1983 an der Jänner-Rallye teilnahm. Fazit: Ausfall!

... die Traumpaarung im Jahr 1984 Franz Wurz / Björn Waldegaard hieß? Die beiden gewannen zwar 6 SP-Bestzeiten, aber Wittmann die Rallye. Je zweimal schrieb sich Geheimfavorit Per Eklund und Wilfried Wiedner ein.

... dass Deutschlands Rallye-Weltklassemann Armin Schwarz bereits ebenfalls „Jänner- Rallye“ – Erfahrung hat : Anno 1986 bei der letzten „Jänner“, die Georg Fischer gewann - Quattro-Kollege und Vorjahressieger Willi Wiedner verabschiedete sich nach 13 SP Bestzeiten unfreiwillig - fuhr Armin Schwarz einen Audi 80 quattro. Rudi Stohl hatte sich den Olympia-Goldmedaillengewinner im Judosport, Peter Seisenbacher, ins Cockpit geholt und wurde Zweiter.

News aus anderen Motorline-Channels:

20. Int. IQ - Jänner-Rallye, 24. - 27. Jänner 2002

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