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Crossover runderneuert: Citroen C4 Cactus Citroen C4 Cactus 2017

Cactus ohne Stacheln

Der neue, kräftig überarbeitete Citroën C4 Cactus fährt gefälliger vor als das erste Modell mit diesem Namen und polarisiert deutlich weniger.

mid/Mst

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Als Citroën 2014 den C4 Cactus auf den Markt brachte, war das eine kleine Sensation. Ein Auto mit luftgefüllten Seitenpolstern ("Airbumps") - außen wohlgemerkt. Diese irgendwie kindliche Idee in Serie zu bringen, war ziemlich schräg und mutig.

Das nun vorgestellte, breit angelegte Facelift ist massentauglicher. Der neue C4 Cactus ist erwachsen geworden und hat - bis auf wenige Details - seine kindliche Verspieltheit eingebüßt. Negativ formuliert: Das Auto hat seinen Charakter verloren. Positiv: Der Cactus ist jetzt gefälliger. Ob man das gut oder schlecht findet, ist tatsächlich Geschmackssache.

Das Design ist jedenfalls glatter und letztlich so angelegt, dass es weniger Reibungspunkte für den Betrachter bietet. Die früher großflächigen Airbumps sind viel kleiner geworden und nach unten an die Seitenschweller gewandert. Geblieben ist die rundherum verlaufende Kunststoff-Kante, die Design-Merkmal und Schutz-Element zugleich ist. Und geblieben sind auch die hinteren Ausstellfenster der Türen, ein Unding für einen Fünftürer. Bei Citroën begründet man das mit der Einsparung von Gewicht und damit, dass Kunden des alten Cactus keinen Anstoß an dieser Variante genommen hätten. Mag sein, jedenfalls wirkt der Klappmechanismus fummelig und filligran, außerdem verfügt er natürlich über keine Kindersicherung.

Davon abgesehen hat Citroën innen aber vieles richtig gemacht. Denn das Interieur wirkt ordentlich verarbeitet und trotz des harten Kunststoffs nicht billig. Schönes Detail: Strukturen auf dem Armaturenbrett sorgen für Auflockerung, ebenso wie die gewählten Materialien und Farben der Sitzbezüge.

Die Sitze - für verbesserten Komfort straffer ausgerichtet - hinterlassen bei der ersten Sitzprobe einen sehr bequemen Eindruck. Nicht so gut gelungen ist der Einstieg für die Fond-Passagiere. Bei knapp 1,70 Meter Körpergröße muss man schon aufpassen, um nicht am Dachholm anzuschlagen. Und auch die Luft nach oben wird hinten dünn. Für große Mitfahrer ist hinten wenig Platz.

Das sind die Nachteile des schicken und gelungenen Designs mit der leicht nach hinten abfallenden Dachlinie. Das Dach scheint dank einer optisch unterbrochenen C-Säule zu schweben, was dem Auto etwas Leichtes verleiht. Das passt zum Gesamtkonzept.

Citroën-CEO Linda Jackson spricht von einem fliegenden Teppich. Das soll vor allem die neue Federung charakterisieren, die erstmals in Europa zum Einsatz kommt, mit progressivem hydraulischem Anschlag (Progressive Hydraulic Cushions - PHC) ausgerüstet ist und Bodenwellen sowie Straßenunebenheiten besser ausgleichen soll als herkömmliche Dämpfer.

Vorteil: Diese Technik lässt sich plattformübergreifend verwenden und könnte in Zukunft auch in Autos der anderen PSA-Konzernmarken zu finden sein. Zunächst ist sie aber exklusiv den Modellen von Citroën vorbehalten, versichert Linda Jackson.

Für Vortrieb sorgen beim 4,17 Meter langen Cactus zu Beginn drei Benziner bis 96 kW/130 PS, später sollen auch zwei Diesel-Aggregate zur Wahl stehen.

Insgesamt scheint der C4 Cactus gut gerüstet für den Wettbewerb in der Kompaktklasse. Dank seines trotz größerer Zurückhaltung extravaganten Designs, der innovativen Assistenzsysteme wie einem Tempomat, bei dem sich die Höchstgeschwindigkeit mittels Verkehrszeichenerkennung begrenzen lässt und der zahlreichen Individualisierungs-Möglichkeiten dürfte er vor allem Kunden ansprechen, die sich abseits des Mainstreams bewegen wollen, für die das Auto auch ein Statement sein soll. Das ist der C4 Cactus, nach dem Facelift allerdings ohne Stacheln.

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