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Toyota C-HR - erster Test Toyota C-HR Test 2016

Kontrastreich

Der fällt aus der Rolle: Toyota wagt mit dem neuen C-HR ein Design-Experiment in der Klasse der Kompakt-SUV. Wir fahren erste Testkilometer.

mid/brie

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Toyota will an neue Kunden ran. Und macht ernst. Die völlig neue Modellreihe C-HR erweckt den Eindruck, als hätte man das komplette Design-Team in die Wüste geschickt und durch eine ausgeflippte Graffiti-Gang ersetzt.

Je nach Blickwinkel mutet der mutige Crossover im komoakten SUV-Segment an wie ein gelandetes Raumschiff, eine fixierte Meereswelle oder ein frecher Vorstadthund. Selbst progressive Konkurrenten sehen gegen den C-HR - was Coupé High Rider bedeutet - plötzlich ziemlich konservativ aus.

Die nach hinten abfallende Dachlinie sorgt für mitreißende Dynamik, lässt aber vermuten, dass die Fondpassagiere auf ihrem Gestühl demütig kauern müssen. Was nicht stimmt - lediglich beim Ein- und Aussteigen muss der Kopf gesenkt werden, um schmerzhafte Kollisionen mit dem Dachholm zu vermeiden.

Klar, dass dieses Karosserie-Konzept mit den überaus wuchtigen C-Säulen den Schulterblick beim Spurwechsel nach rechts zur Turnübung werden lässt, wenn man keinen "Toten-Winkel-Warner" geordert hat.

In der ersten Sitzreihe überrascht der C-HR in der Style-Variante mit einem in "Knackblau" gehaltenem Design-Band, das sich von den Türen kommend quer durch das Armaturenbrett fortsetzt. Zudem reckt sich der ebenfalls so eingefasste große und hoch gesetzte Bildschirm für Navigation, Kommunikation und Entertainment dem Fahrer aus seiner zentralen Position dienstbereit entgegen.

Das Oberflächenmaterial des Armaturenbretts hinterlässt einen hochwertigen Eindruck: Die Zeiten, in denen Toyota zwischenzeitlich auf billige Pappendeckel-Haptik setzte, sind endgültig vorbei. Freude bereiten die Vordersitze, die sich mit den hochgezogenen Seitenwülsten nahtlos in den dynamischen Anspruch einfügen, den der C-HR allein schon durch seinen optischen Auftritt vermittelt.

Obwohl Toyotas Jüngster so aussieht, als wolle er sofort losstürmen und ungestüm die kurvenreichen Landstraßen der Welt erobern, setzen seine Macher überwiegend auf den wenig sportlichen Hybridantrieb, den wir aus dem Prius kennen.

Er soll im Verkauf 75 Prozent Anteil der jährlich geplanten Einheiten stemmen. Als preiswertere Alternative offeriert Toyota für den Fronttriebler einen kleinen Benzinmotor, der bei der Marke noch ein ganz junger Spund ist.

Das 1,2-Liter-Motörchen realisiert mit Turbokraft überschaubare 116 PS. Die maximale Durchzugskraft von 185 Nm ist schon bei 1.500/min erreicht, allerdings erfordert der schmächtige Wert auf der Landstraße selbst bei der geringsten Steigung ein sofortiges Zurückschalten aus dem sechsten Gang.

Man ahnt, dass sich die optionale Kombination aus diesem Motor, der stufenlosen Automatik und dem Allradantrieb jedem Fahrspaß erfolgreich verweigert. Zum Glück offenbart der Motor Qualitäten als absoluter Drehwurm, der freudig hochdreht, ohne dabei unnötig laut zu werden. Das passt dann wenigstens etwas zum aktiven Lebensstil des Zielkäufers.

Auch das sehr gut abgestimmte Fahrwerk würde deutlich mehr Leistung vertragen. Überdies macht die spontan reagierende Lenkung Lust auf Kurven.

So gesehen würde der C-HR deutlich mehr Mumm vertragen, um dem schnittigen Äußeren gerecht zu werden. Wer weiß: Vielleicht brutzelt in der Pfanne der Entwicklungsabteilung ja schon eine interessantere Lösung. Vage Andeutungen der Techniker geben dieser Vermutung Nahrung.

Schon jetzt gefällt die reichhaltige Ausstattung mit zahlreichen Assistenzsystemen, die schon in der Einstiegsversion "C-ITY" für 22.200 (Deutschland: 21.990 Euro) Serienstand sind.

Wer sich gern mehr Luxus und das große Multi-Info-Farbdisplay mit 4,2 Zoll statt 3,7 Zoll wünscht, sollte mit der nächsthöheren Ausstattungsvariante "C-ENTER" (D: "Flow") liebäugeln. Weiter nach oben setzt Toyota die Varianten "C-ULT" und "C-HIC" (D: "Style" und "Lounge") drauf.

Toyota will ab dem 21. Januar 2017 an neue Kunden ran und hat mit dem C-HR wirklich einen Überraschungs-Coup gelandet, der unwillkürlich die Frage provoziert: "Das soll ein Toyota sein?". Zur Beruhigung von Stammkäufern sei erwähnt, dass unter dem progressiven Designer-Blech eigentlich eine verkürzte Prius-Plattform steckt.

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