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Citroen C3 Aircross - erster Test Citroen C3 Aircross 2017

Da liegt was in der Luft

Mit dem C3 Aircross bringt Citroen den Nachfolger des C3 Picasso. Der Neue vollzieht einen radikalen Bruch, liegen die Franzosen damit richtig?

mid/Mst

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Gleich vorweg: Ja, sie liegen damit richtig. Denn der neue Citroen C3 Aircross - Technik-Bruder von Peugeot 2008 und Opel Crossland X - ist ein Auto, dass bei aller Verspieltheit ganz bodenständig ist.

Orangefarbende Akzente, lackierte Dachreling und beklebte hintere Seitenfenster: All das sind Stilelemente, die dem C3 Aircross Charakter und Eigenständigkeit in der immer bunter und hipper werdenden Citroen-Modellpalette verleihen. Aber trotz der Show haben die Designer und Ingenieure nicht vergessen, worauf es wirklich ankommt. Das ist gut so und macht aus einem schicken auch ein richtig gutes, kompaktes Auto.

Die Fahreigenschaften überzeugen - sowohl beim Benziner mit 81 kW/110 PS als auch beim Diesel mit 88 kW/120 PS. Gleich vorab: Der Benziner ist vor dem Hintergrund des Diesel-Skandals die Motorisierung, die die meisten Käufer bevorzugen werden. Citroen rechnet mit einem Verhältnis von 65:35, vor einem Jahr wäre es wohl 50:50 gewesen. Insofern liegt der Fokus aktuell auf dem Benziner - leider. Denn der Diesel überzeugt mit Drehmoment und Durchzugsstärke zwischen 2.000 und 3.000 Touren und ist die agilere Alternative. Aber eben derzeit auch die unbeliebtere. Insgesamt sind fünf Motorvarianten zu haben, zwei Diesel und drei Benziner, von 60 kW/82 PS bis 96 kW/130 PS.

Verstecken muss sich aber auch der 110-PS-Dreizylinder-Turbobenziner nicht. Auch er ist recht agil, hängt gut am Gas und ist in Verbindung mit der 6-Stufen-Automatik, die es nur für diese Motoren-Variante zusätzlich zum Schaltgetriebe gibt, sowohl für entspanntes Dahingleiten als auch für flotteren Vorwärtsdrang geeignet.

Nur beim Überholen macht es sich bemerkbar, dass dem Benziner gegenüber dem Diesel etwas die Puste fehlt. Auf kurzen Geraden muss man sich hinten einreihen und Geduld mitbringen, weil die Automatik beim Tritt aufs Gaspedal etwas träge reagiert. Sehr gut ist das fein abgestimmte Fahrwerk, das einen gelungenen Mittelweg zwischen Komfort und Sportlichkeit findet. Wellen oder Schlaglöcher auf korsischen Straßen schluckt der C3 Aircross locker, ohne nachzufedern oder zu hüpfen. Auch Querrillen bringen den Kompakt-SUV nicht aus der Ruhe.

Ist er wie der Testwagen mit der intelligenten Traktionskontrolle Grip Control ausgestattet, kann der Fahrer zwischen fünf Modi wählen: "Standard", "Sand", "Gelände", "Schnee" und "ESP off".

Acht Liter Verbrauch auf 100 Kilometer erscheinen bei sportlicher Gangart im Display zwischen den beiden - schlecht ablesbaren analogen Instrumenten. Das optionale Head-up-Display ist für jeden Pflicht, der eine gut positionierte Anzeige wünscht.

Das ist das Manko des geradlinigen Innenraums mit seinem flachen Armaturenbrett - es fehlen einige Ablagen und Tacho und Drehzahlmesser sowie die Digitalanzeige sind weit nach unten gewandert. Das macht sich vor allem bemerkbar, wenn man den Sitz zwecks besserer Übersichtlichkeit hochpumpt.

Das war's aber auch schon an Kritik für den Innenraum. Denn der C3 Aircross punktet mit ganz viel Variabilität. Die Rückbank lässt sich um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschieben, ist sie ganz vorne, bietet der Kofferraum 510 Liter Platz.

Sie lässt sich im Verhältnis 2:1:2 umklappen und - ungewöhnlich in der Klasse der kompakten SUV oder Crossover - auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes ist umklappbar. So lassen sich selbst sperrige Gegenstände verladen.

Am C3 Aircross gefällt neben dem Platzangebot auch die Möglichkeit zur Individualisierung, innen wie außen. 85 Varianten gibt es, mit acht Außen- und drei Dachfarben sowie drei Style-Paketen, um beispielsweise Außenspiegel und Elemente in der Schürze zu akzentuieren.

Dazu kommen fünf Innenraumpakete, um den C3 Aircross farblich den eigenen Vorlieben anzupassen. Das alles wirkt stimmig, wenn auch die Folierung der hinteren, seitlichen Fensterscheibe überflüssig ist und die Rundumsicht verschlechtert - hier sollten Sicherheit und Funktion wichtiger sein als optische Finessen. In Sachen Sicherheit fährt das Auto ansonsten gut gerüstet vor. Zwölf Assistenten vom Keyless-System über den Fernlicht-Assistenten bis zum bis Spurhalte-Assistenten sind zu haben.

Bleibt als Fazit: Glückwunsch, Citroen, ein klasse SUV mit kompakten Abmessungen - mit Charakter und ohne das Auge vor dem zu verschließen, was wichtig ist. Marktstart ist am 11. November 2017. Den 82-PS-Benziner gibt es in Österreich ab 14.990 Euro (Deutschland: 15.290 Euro). Der 110-PS-Benziner mit Automatik kostet in der Top-Ausstattung "Shine" ab 21.590 Euro (D: 22.960 Euro).

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