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Neuer Jeep Compass - im Wintertest Jeep Compass 2017

Stark im Schnee

Der Jeep Compass zielt als größerer Bruder des Renegade auf die Klasse der Kompakt-SUV. Wir testen, wie er sich bei winterlichen Verhältnissen schlägt.

Georg Koman

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Es war zu erwarten, aber jetzt ist es nahezu amtlich: Jeep hat mit seinem kompakten SUV Compass den Zeitgeist getroffen. Das neue, 4,40 Meter lange Kompakt-SUV ging Anfang Juli 2017 in den Handel und entwickelt sich für Jeep zu einem Überraschungserfolg.

In Österreich konnte man von Juni bis November 700 Stück verkaufen, damit schob sich der Compass ansatzlos an die zweite Stelle hinter dem Stückzahlen-King Renegade (ca. 900 Stück in diesem Zeitraum). In Deutschland erwartet man, dass der Compass 2018 sogar 50 Prozent aller Jeep-Verkäufe stellen wird.

Und offenbar spielt es trotz des legendären Offroad-Images von Jeep überhaupt keine Rolle, dass es den Compass in der Basis-Variante "Sport" - mit 1,4-Liter-Benziner (140 PS) und 1,6-Liter-Diesel (120 PS) - nur als Fronttriebler gibt. Manch frisch hinzu gekommener Kunde aus den urbanen Bereichen könnte auf die Kletterkünste des Allradantriebs verzichten, dennoch verkaufen sich die allrad-getriebenen Varianten zumindest in Österreich deutlich besser.

Wir fuhren den 1,6-Liter-Multijet-Diesel mit 140 PS, verbunden mit dem Allrad-System "Active Drive" und Neungang-Automatik, der quicklebendig ans Werk geht. Mit einem Drehschalter lässt sich der Allradantrieb auf die unterschiedlichen Fahrbahnverhältnisse wie Sand, Schnee ("Snow") und Matsch ("Mud") anpassen.

In der Position "Snow" verteilt sich der Allradantrieb starr 50:50 Prozent auf beide Achsen und der erste Gang kommt zwecks sanfteren Anfahrens nicht zum Einsatz. Funktioniert hervorragend. Der Compass zieht so souverän durch den Schnee, wie man sich das von einem Jeep erwartet.

Allerdings: Wer diese Selektion nicht treffen will, kommt auch mit der Stellung "Auto" fast überall hin. Dann befindet sich der elektronisch gesteuerte Antrieb, der die Hinterachse immer dazu holt, wenn die Gefahr droht, dass die vorderen Räder durchdrehen, voll in seinem Element.

Die schnell und dennoch feinfühlig arbeitende Automatik ist mit ihren neun Gängen im Segment der kompakten SUV ein Alleinstellungsmerkmal der Fiat-Jeep-Gruppe. Diese Option lässt sich Jeep mit 3.200 Euro zwar teuer bezahlen, wert ist sie es aber allemal.

Der von uns ebenfalls getestete 170-PS-Benziner ist nominell spritziger als der Diesel (0-100 km/h in 9,3 statt 10,5 Sekunden). Auf steilen Tiroler Straßen, zumal in unserem Fall teilweise schneebedeckt, tut er sich im Vergleich zum Selbstzünder aber deutlich schwerer. Verständlich, er muss dem Diesel ja auch 100 Nm an Drehmoment vorgeben (250 zu 350 Nm), die dieser auch noch um 750 Touren früher erreicht (1.750 zu 2.500 Touren).

Die Federung operiert auf der straffen Seite, ohne unangenehm hart zu sein. Die Lenkung ist recht direkt und feinfühlig genug, um dem Fahrer auch auf schneebedeckter Fahrbahn ein sicheres Gefühl zu geben.

Technisch basiert der Compass auf der "Small Wide 4x4"-Plattform, die er mit dem Renegade und dem Fiat 500X teilt. Im Vergleich zum Renegade ist der Compass aber um 15 Zentimeter länger und wirkt auch in seinen gelungenen Proportionen deutlich erwachsener.

Vorne wie hinten herrschen angenehme Platzverhältnisse, der Laderaum liegt mit 438-1251 Liter nicht ganz auf dem Niveau von Seat Ateca & Co., ist aber angenehm beladbar und bildet nach 2:1-Umlegen der Sitzlehnen eine ebene Fläche. Eine elektrisch öffnende Heckklappe gibt es auf Wunsch.

In der Pyramide der Ausstattungsvarianten mit den Namen Sport, Longitude, Limited und Trailhawk (spezielle Offroad-Variante, die etwas später folgt) wird der Haken auf dem Kaufvertrag auffällig oft beim Limited gesetzt, der durchaus üppig ausgestattet ist.

Etwa mit Klimaautomatik, Auffahrwarner, Spurhalteassistent, Tempomat, Berganfahrhilfe, Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Licht- und Regensensor, automatisch abblendendem Innenspiegel und schlüssellosem Zugang. Die meisten Extras gibt es in teils recht günstigen Paketen, (Kunst-)Lederpolsterung samt elektrischer Sitzverstellung kostet etwa nur 920 Euro.

Der ganze Jeep Compass ist ab 26.890 Euro mit 140-PS-Benziner und Vorderradantrieb erhältlich. Die Kombination aus trotz grassierender Diesel-Verunsicherung immer noch sehr beliebtem 140-PS-Selbstzünder, Neungang-Automatik und Allradantrieb kostet ab 38.090 Euro. Kein Geschenk, aber dafür ein echter Jeep.

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