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Land Rover Discovery - erster Test Land Rover Discovery 2017

Disco unter Tage

Der neue Land Rover Discovery zeigt im Bergwerk Wellen bei Trier (Deutschland), dass er unter allen Bedingungen eine gute Figur macht.

mid/rs

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Es spricht für ausgeprägtes Selbstbewusstsein, wenn Land Rover seinen neuen Discovery unter Tage durch tiefes Geröll wühlen lässt. Auf dem fast 400 Kilometer langen, teils in völliger Dunkelheit liegenden Wegenetz des Untertagebergwerks Wellen bei Trier sowie auf den umliegenden Straßen zwischen Luxemburg und Saarlouis fanden wir heraus, ob die britische Zuversicht in Bezug auf die mittlerweile fünfte Discovery-Generation berechtigt ist.

Dass Land Rover 28 Jahre nach dem Discovery-Debüt die neue Generation des Geländewagen-Klassikers mit gesundem Optimismus am 22. April ins Rennen schickt, hat viel mit der Situation des britischen Markenverbunds Jaguar Land Rover zu tun. Seit sieben Jahren stehen die Zeichen auf Wachstum, 2016 war das sechste Jahr ohne Unterbrechung mit zweistelligen Zuwachsraten.

Seit 2009 machen die beiden englischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover in Hand des indischen Tata-Konzerns offenbar alles richtig. Als neuer Fullsize-Geländewagen mit 4,97 Meter Länge soll der nunmehr fünfte Discovery neue Maßstäbe setzen. Das tut er zunächst besonders mit Einsparungen. Allerdings sind diese ausschließlich positiv, nämlich beim Gewicht: Je nach Modell bringt Discovery 5 bis zu 480 Kilo weniger auf die Waage als Vorgänger Discovery 4.

Ein intensiver Einsatz von Aluminium und am Vorderbau sogar von besonders hochwertigem und leichtem Magnesium machen's möglich und reduzieren zusammen mit leichteren Motoren den Normverbrauch. Nach dem bisherigen Einstiegsmodell mit sechs Zylindern und Stahlkarosse glänzt der neue Vierzylinder-Basis-Diesel mit Aluminium-Monocoque durch sparsame 6,0 Liter auf 100 Kilometer Normverbrauch.

Der von uns gefahrene Discovery mit dem 3,0-Liter-Td6-Motor, 190 kW/258 PS Leistung und souverän anschiebenden 600 Nm maximalem Drehmoment gönnt sich laut Katalogwert lediglich 1,2 Liter mehr. In der Praxis lag er in üblichen Regionen darüber und verdient sich somit das Prädikat "effizient". Selbst, wer ordentlich Druck macht, kann den britischen 2,2-Tonnen-Riesen unter zehn Liter bewegen. Zwei 2,0-Liter-Diesel leisten 132 kW/180 PS und 177 kW/240 PS, ein 3,0-Liter-Benziner 250 kW/340 PS.

Der Discovery soll das besonders variable (Edel-)Familienauto unter den Land Rover-Modellen sein. Zu diesem Zweck bietet er auf bis zu sieben Sitzen reichlich Platz. Nicht nur ist die nach hinten ansteigende Theaterbestuhlung für alle Passagiere sehr übersichtlich, sondern selbst die Hinterbänkler Nummer sechs und sieben dürfen sich über relativ viel Platz freuen.

Die sieben Sitze sind je nach Einsatzzweck in 21 verschiedenen Kombinationen nutzbar - von voller Bestuhlung bis zum Zweisitzer mit riesiger, ebener Ladefläche. Die Zahl 21 scheint den Briten zu liegen, denn ebenso viele Stauräume verteilen sich über den Discovery-Innenraum.

44,9 Liter fassen die teils versteckten, teils offenen Ablagen insgesamt. Selbst bei Großfamilien auf Langstrecke hängt nicht so schnell der Haussegen schief dank neun USB-Buchsen, sechs 12 Volt-Ladebuchsen und einem WLAN-Hotspot für acht Geräte an Bord.

Die Assistenzsysteme reichen im neuen Disovery bis zum erweiterten Anhänger-Assistenten, der das knifflige Rangieren mit bis zu 3,5 Tonnen am Haken zum Kinderspiel macht. Auch meldet Discovery Nummer 5 eigenständig eine ausreichend große Parklücke und lenkt sich selbst hinein und wieder heraus - der Fahrer muss nur Gas geben oder Bremsen.

Mit speziellen Felgen setzt der Offroad-Brite dem Fahrtwind nur einen cW-Wert von 0,33 entgegen. Das ist ebenso ein Klassenbestwert wie bis zu 28,3 Zentimeter Bodenfreiheit (mit Luftfederung) oder das mögliche Durchfahren von 90 Zentimeter tiefem Wasser (im Fachjargon: "Watttiefe").

Das Innenraum-Design ist Discovery-typisch geprägt von starken horizontalen und vertikalen Linien sowie großen Flächen. Die Zahl der Bedienelemente hat Land Rover um fast die Hälfte reduziert. Materialien und Verarbeitung sind erwartungsgemäß sehr hochwertig.

Charmant: Ein insgesamt stark modernisiertes Design garnierte Land Rover mit traditionellen Discovery-Zitaten wie der dezenten Stufe im Dach. Fans bedauern, dass die Heckklappe nicht mehr klassisch zweigeteilt ist wie noch beim Discovery 4. Dafür entschädigt beim Neuen innen eine zusätzliche elektrische Heckklappe, die bei Bedarf als praktische Sitzbank oder als Ablagemöglichkeit dient.

Beim Fahren wählt nun "Terrain Response 2 Auto" erstmals eigenständig die je nach Untergrund idealen Einstellungen. Der spezielle Offroad-Tempomat "All-Terrain Progress Control" (ATPC) hält auf Wunsch im Gelände eine vorgewählte Geschwindigkeit oder erleichtert das Anfahren auf glattem Untergrund.

Damit und mit seinen mehr denn je herausragenden Gelände-Eigenschaften - unter anderem bewältigt der Discovery bis zu 45 Grad Steigung oder Gefälle und 35 Grad Schräge - wühlte sich der familienfreundliche Offroad-Briten souverän durchs bis zu 20 Meter unter Tageslicht liegende Wegenetz der Josef Schnuch-Stollens im Untertagebergwerk Wellen bei Trier.

Selbst in teils völliger Dunkelheit verdient sich der luxuriöse und komfortable Klettermaxe stets das volle Vertrauen seiner Passagiere. Wer Platz für ein fast fünf Meter langes Fahrzeug und mindestens 56.950 Euro (D: 50.500 Euro) übrig hat (Einstiegsmodell Discovery Td4), genießt mit dem neuen Land Rover Discovery noch mehr als bisher ein enorm vielseitiges und luxuriöses Offroad-Fahrzeug für fast jede Lebenslage.

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