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Mercedes Pick-up X-Klasse - erster Test Mercedes X-Klasse 2017

Benz für alle Fälle

Die Mercedes X-Klasse - der allererste Pick-up mit Stern - soll gleichzeitig Lastesel und Lifestyler sein. Gelingt dieser Spagat? Erster Test.

mid/Mst

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Nun hat also auch Mercedes einen Pick-up im Programm. 5,34 Meter lang, 1,92 Meter breit, 1,82 hoch, 2,2 Tonnen schwer. Die 1,59 Meter lange und 1,56 Meter breite Ladefläche und die Zuladung von etwas mehr als einer Tonne zeigen:

Der Schwabe mit starken japanischen Wurzeln - unter der Hülle steckt die Plattform des Nissan Navara - ist ein echter Anpacker. Gut ein Viertel der Fahrzeuge wird deshalb schätzungsweise auch in der Basisversion "Pure" (nicht in Österreich) bestellt werden, um das Nutzfahrzeug als solches einzusetzen, so die Prognose von Mercedes.

Den Rest der Kunden dürfte neben den praktischen Aspekten vor allem der Lifestyle-Faktor magisch anziehen - in Österreich nicht zuletzt die Vorsteuerabzugsmöglichkeit für Freiberufler und die bei einem (auch noblen) Nutzfahrzeug nun einmal entfallende Normverbrauchsabgabe NoVA.

Und auf Lifestyle ist die X-Klasse ausgerichtet, die beiden Ausstattungslinien "Progressive" und "Power" sind auf schick getrimmt. Man habe viel Geld und Zeit investiert, um aus der sehr guten Nissan-Basis einen noch besseren Mercedes zu machen. Nicht nur das Fahrwerk haben die Daimler-Ingenieure dazu überarbeitet. Vor allem das Design zeigt: hier kommt ein echter Mercedes.

Auf den ersten Blick erinnert der Pick-up von vorne an das SUV GLE. Das liegt vor allem am Kühlergrill mit den beiden markanten Querstreben, die alle SUV mit Stern kennzeichnen. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass ein typisches Stilelement fehlt: die Kante unterhalb der Türgriffe. Darauf habe man verzichtet, um eine monolithische Anmutung zu erhalten, erklärt Kai Sieber, Chefdesigner der Van-Sparte, der auch die X-Klasse verantwortet hat.

Die klare Designsprache setzt sich im Innenraum fort, der zwar nicht so edel ist, wie man es bei Mercedes kennt, aber einen guten Kompromiss zwischen robust und schick aufweist. Blickfang sind das eloxierte Metallteil in der Mittelkonsole und die Fläche neben dem Lenkrad vor dem Beifahrersitz, für die Mercedes Zierelemente in Alu- oder auch Holzoptik anbietet und so dem Innenraum ein markentypisches Aussehen verleiht.

Dass das Design der X-Klasse stimmt, und diese Erkenntnis kein rein subjektiver Eindruck ist, zeigt sich bei den Testfahrten in Santiago de Chile und Umgebung. In Südamerika sind Pick-ups traditionell weit verbreitet und sehr beliebt, gefühlt hat in Chile jedes vierte Auto eine Pritsche.

Keine Besonderheit also, so ein Pick-up. Und nichts, was im Straßenbild auffällt. Doch wenn die X-Klasse vorbeifährt, drehen sich die Köpfe, Passanten zücken ihre Smartphones für einen Schnappschuss, Straßenarbeiter, die eine marode Bergstraße in Schuss bringen, recken die Daumen. Die X-Klasse gefällt, und zwar alters-, geschlechts- und berufsübergreifend.

Aber was nützt ein schickes Äußeres, wenn die inneren Werte nicht passen? Bei der Mercedes X-Klasse passen sie. Das Auto überzeugt durch ein extrem auf Komfort ausgelegtes Fahrwerk. Mit Schlaglöchern übersäte chilenische Landstraßen sind daher genauso wenig ein Problem wie etwas zu schnell überquerte Geschwindigkeits-Begrenzer.

Der Pick-up schluckt alles, was unter die Räder kommt. Und auch im Gelände erweist sich Mercedes' neuer Stern als vielseitiger Allrounder. Dank zuschaltbarem Allrad mit Low-Range-Untersetzung und optionaler Differenzial-Sperre an der Hinterachse kommt der Koloss problemlos über Stock und Stein.

Dass in Chile irgendwann die asphaltierte Straße zu Ende ist und die Strecke über eine Schotterpiste weiterführt, ist in der X-Klasse keine Herausforderung. Auch Ausweichmanöver bei 60 km/h meistert der Pick-up, ohne aus der Spur zu geraten und zu schlingern. Das ist richtig gut. Ein Lob gibt's auch für die Verarbeitung. Egal, wie hart oder uneben der Untergrund ist: im Innenraum knarzt und klappert nichts, das ist auf SUV-Niveau.

Und auch der Vierzylinder 250 d mit 190 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment (in Österreich als "Progressive" ab 43.312 Euro) ist allen Situationen gewachsen, lediglich bei der Beschleunigung aus dem Stand gönnt er sich eine kurze Atempause, bevor der per 7-Gang-Automatik geschaltete Pick-Up in Tritt kommt.

Dennoch ist das Auto agil genug, um im chaotischen chilenischen Verkehr mitzuschwimmen. Als Einstiegsmodell bietet Mercedes in Österreich den 120 kW/163 PS starken 220 d als "Progressive" ab 40.692 Euro (Deutschland: als einfach ausgestatteter "Pure" ab 37.294 Euro) an. Und ein Schmankerl kommt Mitte 2018: ein V6-Diesel mit 190 kW/258 PS, der - wie eine erste Mitfahrt gezeigt hat - richtig viel Dampf hat. So wird der Spaß-Faktor noch einmal beträchtlich erhöht.

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