Offroad

Inhalt

Neuer Porsche Cayenne - erster Test Porsche Cayenne 2017

Schärfer gewürzt

Porsche-Kunden könnten beim neuen Cayenne ins Grübeln geraten: Warum einen Zweisitzer kaufen, wenn ein SUV so sportlich ums Eck kommt?

mid/som

Hier geht's zu den Bildern

"Wir hatten nicht vor ein iPad auf Rädern zu entwickeln", verrät Porsche-Entwicklungschef Michael Steiner. Das zumindest haben seine Mitarbeiter geschafft. Allerdings nicht ganz so, wie sich das jetzt vielleicht so mancher vorstellen mag.

Denn die dritte Generation des völlig neu entwickelten Cayenne ist vielmehr iPad, iPhone, Alexa, Sportwagen und Offroader in einem. "Abgesehen vom Wappen in der Front ist alles neu. Zudem ist die Performance des Cayenne noch einmal gesteigert worden", führt Michael Steiner fort.

Drei Benzinmotoren mit je 250 kW/340 PS, 324 kW/440 PS und 404 kW/550 PS stehen zur Wahl. Mindestens ein Dieselaggregat sowie ein Hybridantrieb sollen später folgen. Eine Fahrt im Topmodell, dem Turbo mit Luftfederung, Hinterachslenkung vom 911 und der erstmalig verwendeten Porsche Surface Coated Brake lässt die Frage nach mangelnder Leichtfüßigkeit schnell verblassen: 3,9 Sekunden bis Tempo 100 und auf ein Topspeed von 286 Kilometern pro Stunde.

Wer sich seinen Cayenne nicht auf der Rennstrecke, sondern vielmehr auf dem Weg zum nächsten Reitturnier oder Yachthafen mit Anhänger hinter dem neu gestalteten Heck vorstellt, der ist bei Porsche ebenfalls an der richtigen Adresse. 3,5 Tonnen dürfen alle drei angebotenen Motorisierungen an den Haken nehmen.

Dass ein Porsche mehr als nur die Summe seiner eigenen und der angehängten Kilos ist, ist klar. Ein Porsche muss Fahrspaß bieten, auch mit Blick über die Dächer von Elfer, Boxer und Co. Den Porsche typisch zentral positionierten und von zwei sieben Zoll großen digitalen Bildschirmen umrahmten analogen Drehzahlmesser im Blick, dürfen dem über einen aktiven Allradantrieb verfügenden Sportler im SUV-Kleid die Sporen gegeben werden.

Überraschend ruhig in puncto Akustik ist seine Zurückhaltung. Überraschend in puncto Fahrdynamik ist seine in diesem Segment konkurrenzlose Gier nach Kurven und dem einen oder anderen gewollten Driftwinkel.

Im Normal- und Sportmodus verhält sich der neue Cayenne Allradtypisch gutmütig, im Sport+-Modus offenbart er Züge eines Hecktrieblers, die ihn zu einem stets gut kontrollierten Freudenspender avancieren lassen.

Dank frisch verbautem 48 Volt-Bordnetz ist der SUV dabei in der Lage, innerhalb weniger Millisekunden die Torsionssteifigkeit der Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse zu verändern und damit den Fahrzeugaufbau aktiv zu stabilisieren. Bis zu einer Querbeschleunigung von 0,8 g wird dadurch jegliche Seitenneigung unterdrückt.

Interessant beim neuen Porsche Cayenne ist aber nicht nur das Offensichtliche, wie das neue Design, der erstmals verbaute adaptive Dachspoiler inklusive Luftbremsenfunktion oder die aktiven Kühlluftklappen, sondern das, was nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Da wäre zum Beispiel der Aluminiumanteil des Kastenrohbaus. Betrug er noch beim direkten Vorgänger rund fünf Prozent liegt er nun bei 47 Prozent. Ohne Lack kommt der Rohbau auf ein um 22 Kilogramm leichteres Gesamtgewicht von 392 Kilogramm.

Der um 63 Millimeter längere, neun Millimeter niedrigere und 2,3 Millimeter breitere Cayenne bietet um 100 Liter mehr Ladevolumen als der Vorgänger. Nun stehen zwischen 745 und 1.680 Liter zum Beladen bereit. Die Insassen können sich derweil am neuen Interieur erfreuen, das vor allem durch den 12,3 Zoll großen Infotainment-Touchdisplay beherrscht wird. Überhaupt wirkt der Innenraum neuerdings sehr aufgeräumt und lediglich mit einer Handvoll haptischen Tastern und Drehrückstellern besiedelt.

Hier sind berührungsempfindliche Bedienfelder klar im Vorteil. Und wenn ein Fahrzeug von innen schon wie ein Smartphone daherkommt, wundert es nicht, dass es auch wie ein Smartphone ständig vernetzt ist. Ob Lieblings-Radiosender per DAB, Navigation, Internet, Apps und Co. - im Porsche Communication Management, kurz PCM, mangelt es an nichts. Oder besser gesagt an fast nichts. Denn neben Apple Car Play findet auch im neuen Cayenne Android Auto nicht statt. "Unsere Kunden haben nahezu alle ein iPhone, daher besteht aktuell kein Bedarf", heißt es nicht erst seit heute bei Porsche.

Drucken

Ähnliche Themen:

27.09.2017
Da liegt was in der Luft

Mit dem C3 Aircross bringt Citroen den Nachfolger des C3 Picasso. Der Neue vollzieht einen radikalen Bruch, liegen die Franzosen damit richtig?

25.09.2017
Schönes Biest

KTM 1290 Super Duke R: Leistungsstarkes Naked Bike mit 177-PS-V2 und allerbesten Manieren - solange man nicht heftig "anreißt". Im Test.

25.09.2017
Günstige Charmeoffensive

Der alte Fiat Tipo wurde einst zum „Auto des Jahres“ gewählt. Wir testen, ob der Neue auch das Zeug dazu hat, und wie er sich mit 120 Diesel-PS fährt.

Raising my Family Renault Scenic dCi 110 EDC - im Test

In seiner vierten Generation tritt der Renault Scénic als Van mit einer Idee von SUV auf - wir testen den Neuen mit 110-PS-Diesel und Automatik.

Motorsport: News VW will Elektro-Rekord am Pikes Peak

Volkswagen fühlt sich vom Berg gerufen: Auf lautlosen Sohlen möchte man beim Pikes Peak-Bergrennen den Rekord für Elektroautos unterbieten.

Heiße Öfen Triumph: zwei neue Bonneville-Modelle

Triumph liefert zwei neue "Modern Classics": die Bonneville Bobber Black und die Bonneville Speedmaster. Beide mit 1.200-ccm Bonneville-HT-Motor.

DRM: 3 Städte-Rallye Dinkel siegt - Kreim wieder Meister

Doppelerfolg für BRR: Dinkel siegt, Kreim wird als Zweiter erneut Meister. Ursula Mayrhofer wird mit Hermann Gassner Dritte. Königseder fiel aus.