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VW Amarok, Caddy und T6 im Offroad-Test VW Amarok 2017

Alles Allrad

Vom VW Amarok erwartet man es, doch auch Caddy und T6 sind mit Allradantrieb aufrüstbar. Praxistest mit der 4Motion-Familie im Gelände.

mid/Mst

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Das Smartphone weist null Balken für den Telefonempfang aus, im Funkgerät knistert verzerrt die Stimme des vorausfahrenden Instructors, der betont, dass die Gruppe zusammenbleiben solle, damit niemand verloren geht.

Ein paar Meter abseits des Waldweges blitzt kurz das Geweih eines Hirsches auf, dem diese fahrende Pfadfindertruppe nicht ganz geheuer ist und der sich von den Motorengeräuschen verscheuchen lässt.

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat in den Südosten Hessens in den Büdinger Wald geladen, um Amarok, Caddy und T6 auszuprobieren, wenn sie keinen festen Boden unter den Rädern haben.

Die Zauberformel bei den drei grundverschiedenen Autos: 4MOTION. So nennt VW seine Allrad-Modelle. Das ist also die Bezeichnung für den eingebauten Spaßfaktor? Nicht nur, heißt es bei Volkswagen. Vor allem gehe es um Sicherheitsaspekte, etwa bei schlechten Bedingungen, wie hier, im Büdinger Wald. Vier angetriebene Räder bedeuten mehr Traktion und besseres Handling, zum Beispiel bei schmierigen Straßenverhältnissen, bei Nässe, Schnee oder eben auch Matsch. Das bedeutet aber auf aufgeweichten Waldwegen auch Fahrspaß - 4MOTION steht also für Motion und Emotion.

Das zeigen schon die ersten paar Minuten im neuen T6 Rockton Bild oben). Der ist in "Leuchtorange" lackiert, passt also bestens zu den Warnwesten der Forstarbeiter, denen wir unterwegs begegnen - man fühlt sich gleich bestens aufgehoben im Gelände-Bulli. Mehr noch als die Farbe ist dafür die Technik verantwortlich, die in diesem T6 steckt.

Neben dem Allradantrieb, der automatisch zugeschaltet wird, sobald die Traktion an den Vorderrädern nicht mehr reicht, fährt der Rockton mit einem drei Zentimeter höhergelegtem Fahrwerk und mit mechanischer Hinterachs-Differenzialsperre sowie dem optionalen Bergabfahrassistent vor und ist mit diesen Features bestens gerüstet für leichtes bis mittelschweres Gelände.

Wer seinen Rockton (Bild links) wie die Testwagen für die Walderkundung mit einer anderen Rad-Reifen-Kombination ausstattet und A/T-Reifen (All-Terrain) aufzieht, kann bis zu sieben Zentimeter mehr Bodenfreiheit herausholen.

Als Sonderausstattung hat VW Unterfahrschutz-Elemente für Motor, Getriebe, Hinterachs-Differenzial, Hauptschalldämpfer, Seitenschweller und Tank im Angebot, so dass auch vor etwas größeren Steinen oder Baumstümpfen von unten kein Unheil droht. Und mit dem 110 kW/150 PS starken Turbodiesel kommt man auch auf der Straße zügig vorwärts - und auch hier ist ein Allradantrieb ja keineswegs spaßmindernd. Der Rockton hat auf jedem Untergrund etwas zu bieten, ob Asphalt oder Waldweg.

Ebenfalls fürs Gelände gerüstet ist der VW Multivan Panamericana (Bild links), der optional mit 4MOTION-Antrieb zu haben ist und dann - wie auch der Kleintransporter/Kompaktvan Caddy - abseits befestigter Straßen zum Einsatz kommen kann. Zu viel Gelände sollte man den Autos trotz 4x4 allerdings nicht zutrauen, hier setzt schon die Bodenfreiheit natürliche Grenzen.

Macht aber nichts, denn diese Autos sind wohl tatsächlich eher aus Sicherheitsgründen und im Zuge der verbesserten Alltagstauglichkeit mit Allrad im Programm. Neu ist das Jubiläumsmodell Caddy Edition 35 (Bild links). In der Allrad-Variante ist es mit zwei Turbodiesel-Direkteinspritzern (TDI) erhältlich. Entweder mit 90 kW/122 PS starkem Aggregat und 6-Gang-Schaltgetriebe oder mit 110 kW/150 PS und 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Dass der Allradantrieb bei diesen Baureihen keine Spielerei ist, die bei den Verkäufen nicht ins Gewicht fallen würde, zeigen die Zahlen: 2016 hat VW beispielsweise weltweit jeden zehnten Caddy mit 4MOTION-Antrieb ausgeliefert. Und von insgesamt 477.000 ausgelieferten Volkswagen Nutzfahrzeugen waren rund 88.500 Allradler, also gut jeder fünfte Caddy, T6 und Amarok.

Der VW Amarok (Bild links) ist das richtige Werkzeug für die echten Waldschrate - kann allerdings auch problemlos als Lifestyle Pick-up für den Boulevard genutzt werden - quasi ein SUV mit Sonnendeck.

Im Amarok sind zwei unterschiedliche Allradantriebe verfügbar: ein zuschaltbares System, das für sehr anspruchsvolles Gelände das Passende ist und auch eine Untersetzung bietet, und der getestete permanente Allradantrieb für mittelharte Offroad-Passagen. Beide Antriebsvarianten sind mit elektronischen Differenzialsperren (EDS) ausgerüstet, die durch aktiven Bremseneingriff das einseitige Durchdrehen eines Rades verhindern und die Antriebskraft zu dem Rad mit der besten Traktion leiten.

Im Test-Amarok steckt ein 3,0-Liter-V6-TDI mit 150 kW/204 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment. Hier sind der permanente Allradantrieb und das 8-Gang-Wandler-Automatikgetriebe Serie. Neu ist die Ausstattungslinie "Comfortline", die dem Arbeitstier innen einen edleren Touch verleiht, zumal der Testwagen zusätzlich mit Ledersitzen aufgehübscht war. Dann trägt der Waldarbeiter feinen Zwirn.

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