Offroad

Inhalt

Seat-Tochtermarke: Cupra Ateca - erster Test Cupra Ateca 2018

Keiner für die Masse

Bisher hießen nur die sportlichen Seat-Modelle Cupra. Jetzt ist Cupra eine eigenständige Marke, der 300 PS starke Ateca das Start-Modell. Erster Test.

mid/Mst

Hier geht's zu den Bildern

Beim Umrunden des kompakten SUV fällt eines sofort auf: einen Ateca-Schriftzug sucht man vergebens, dafür prangt "CUPRA" gut lesbar an Front und Heck. Ein unscheinbarer Geselle ist der scheinbar Namenlose dennoch nicht. Dafür steht er viel zu selbstbewusst auf den 19-Zoll-Felgen, mit breit geschwellter Brust.

Die Botschaft ist klar: Seat Cupra war gestern, Cupra ist heute. Der markante Wabengrill, dreigeteilt und hochglanzschwarz lackiert, ist nur eines der Details, die diesen speziellen Ateca zum Hingucker machen. Das ansonsten eher zurückhaltende Design des kompakten SUV wird dadurch bestens kaschiert. Auch die Heckansicht vermittelt Sportlichkeit; vier Auspuffendrohre lassen den Ateca zudem noch richtig gut klingen, wenn er in Fahrt kommt. Rennfahrer Jordi Gené bringt es auf den Punkt: "Der Auspuffsound ist echt, kommt nicht aus einem Lautsprecher. Gut so, denn Lautsprecher sind für die Musik!"

Für Musik sorgt beim Cupra Nummer 1 der Zwei-Liter-TSI-Motor unter der Haube, der 221 kW/300 PS liefert - in Kombination mit dem bestens abgestimmten 7-Gang DSG und dem variablen Allradantrieb "4Drive", der Fahrbahnzustände und Fahrstil analysiert und die Kraft nach Bedarf an die Räder schickt.

Dank seiner 400 Newtonmeter hat das Aggregat in jeder Lebenslage ausreichend Druck - der erste Cupra, der ab Dezember 2018 bei den Händlern steht, ist kein Langweiler. Zwischen Masse und Premium ist das Auto angesiedelt. Gut so, denn so kann die Marke Interesse bei Käufern wecken, für die ein Seat nicht in Frage kommt. Und die Verantwortlichen versprechen: Weitere, noch sportlichere Modelle werden bald folgen. Möglicherweise fischen die forschen Spanier bald vor allem im Konzern-Teich.

Der Fahrer des Ateca kann zwischen sechs Fahrmodi wählen. In der Praxis werden viele Kunden am liebsten im "Cupra"-Modus unterwegs sein. Nicht nur Lenkung und Gaspedal sprechen hier direkter an. Das adaptive Fahrwerk sorgt beim gegenüber dem Seat Ateca um zehn Millimeter tiefergelegtem SUV für etwas bessere Handlingeigenschaften, behält dabei aber immer einen Restkomfort. Das ist in Ordnung und für einen SUV nachvollziehbar, wobei die Fahrmodi "Normal", "Sport" und "Cupra" stärker voneinander abgegrenzt sein könnten.

Sportlich ambitionierte Fahrer würden's danken, wenn der Cupra Ateca ein Bursche von der ganz harten Sorte wäre, zumindest auf Knopfdruck. Nur in einer Situation lasst er den "Bad Guy" raushängen: Beim Einsatz der Launch Controll hämmert er die Insassen brachial in die Sitze. Geht doch.

Bei schnell gefahrenen Kurven neigt sich der Cupra Ateca spürbar zur Seite, außerdem schiebt das 1,5-Tonnen-Auto dann recht ordentlich über die Vorderräder. Alles im beherrschbaren Rahmen, versteht sich. Pluspunkte sammelt das SUV dann wieder mit den Bremsen - die packen kräftig zu, wer noch mehr Verzögerung braucht, findet im Zubehörkatalog eine optionale Bremsanlage von Brembo.

Wer den Fuß auf dem Alupedal lässt, treibt den Cupra bis auf 247 km/h. Der Tritt aufs Gas hat allerdings seinen Preis. Bei der ersten Testfahrt im bergigen Umland von Barcelona gönnte sich der Ateca rund 13 Liter. Cupra ist durstig, nach Kundschaft und Sprit.

Ähnlich wie das Fahrwerk sind auch die Sportsitze mit Alcantara-Bezug: Sie können Sport, bieten also ausreichend Seitenhalt auch bei dynamischer Fahrweise, sind aber vor allem auf Komfort ausgelegt. Schalensitze wird es ab Mitte 2019 gegen Aufpreis geben.

Innen ist der Cupra Ateca eher nüchtern gestaltet. Schwarzer Kunststoff dominiert, teils ist das Material in Carbon-Optik, was das Interieur etwas aufwertet. Highlight ist das digitale Cockpit mit 10,25 Zoll großem TFT-Display, auf dem alle Informationen zu finden sind. Hervorgehoben ist - damit unterstreicht man die sportlichen Ambitionen des Autos - der Drehzahlmesser. Ebenfalls serienmäßig an Bord: Voll-LED-Beleuchtung, das Navigationssystem Plus mit 8-Zoll-Touchscreen, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem, drahtlose Lademöglichkeit für Smartphones, Rückfahr-Kamera mit 360-Grad-Rundumsicht sowie Einparkhilfe. Ein wirklich spannendes und sehr umfangreiches Paket, dass die Cupra-Mannschaft geschnürt hat.

Fazit: Mit dem Cupra Ateca fährt ein bekanntes Auto in neuer Optik und betont sportlichem Charakter vor, das dennoch immer noch eine breite Komfortzone hat. Der Motor ist bärenstark und ein echter Muntermacher, der beim Tritt aufs Gaspedal für Magengrummeln sorgt - was auch beim Blick in die Preisliste passieren kann: 46.990 Euro (Deutschland: 42.850 Euro) kostet der Ateca.

Fünftüriges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.376/1.841/1.611/2.631 mm, Leergewicht: 1.540 kg, Zuladung: 610 kg, Kofferraumvolumen: 485-1579 l.
Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, Hubraum: 1.984 ccm, Leistung: 210 kW/300 PS bei 5.300-6.500 U/min, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 2.050-5.200 U/min, 0-100 km/h: 5,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 247 km/h, 7-Gang-DSG, Allradantrieb, Normverbrauch: 8,5 l, CO2-Ausstoß: 192 g/km.
Österreich-Preis: ab 46.990 Euro (Deutschland: ab 42.850 Euro).

Drucken

Ähnliche Themen:

26.10.2018
Weltpremiere: kleines VW-SUV T-Cross

Weltpremiere in Amsterdam, Shanghai und Sao Paulo: VW präsentiert mit dem neuen T-Cross auf Polo-Basis sein erstes Kleinwagen-SUV.

21.02.2018
Hochgerüstet

Zwei Jahre nach der europäischen Markteinführung des Ford Edge rollt eine technisch hochgerüstete Neuversion zum Genfer Autosalon.

25.11.2017
Ungeahnte Variabilität

m neuen SUV Infiniti QX50 kommt der erste Motor mit variabler Kompression zum Einsatz. Sein Debüt gibt der noble Japaner auf der LA Auto Show.

Winterschlaf Ratgeber: Oldtimer richtig einwintern

Wer seinen Oldtimer oder sein Cabrio vor eisigen Temperaturen und Streusalz in Sicherheit bringt, sollte ein paar wichtige Dinge beachten.

GP von Brasilien Mercedes holt auch Konstrukteurstitel

Lewis Hamilton rettete einen knappen Sieg ins Ziel; Max Verstappen wurde trotz Kollision mit Ocon noch Zweiter vor Kimi Räikkönen.

Motorsport: News Super-GT-Titel für Button und Yamamoto

Jenson Button und Naoki Yamamoto (Honda NSX GT) holten beim Saisonfinale der Super-GT-Serie in Motegi den Fahrertitel in der GT500.

Zwei mit Charakter Triumph Scrambler 1200 XC und 1200 XE

Retro-Vorreiter Triumph präsentiert zwei neue Modelle mit modernen Features und klassischem Äußeren - die Scrambler 1200 XC und XE.