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Range Rover Sport SVR - erster Test Range Rover Sport SVR 2018

Vorwärts mit Gebrüll

Taucht das Kürzel "SVR" auf einem Range Rover auf, ist es mit britischem Understatement vorbei - so auch beim neuen Range Rover Sport SVR.

mid/Mst

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Breite Schultern, böser Blick, Riesen-Räder - so fährt der Range Rover Sport als neuester SVR-Ableger vor. Und obwohl konsequent auf Sportlichkeit getrimmt, ist er immer noch geländegängig. Er hat inklusive variablem Fahrwerk sowie Allrad und Gelände-Modi alles an Bord, was ein echter Kraxler braucht.

Aber ganz ehrlich: Offroad ist nicht seine Stärke. Denn ist der Untergrund tief und weich, ist die Mega-Bereifung, die für Grip bei schnellen Fahrten sorgen soll, mehr Hindernis als Taktgeber.

Ganz anders auf der Rennstrecke, die offensichtlich als Jagdrevier für den breiten Briten besser geeignet ist. Hier kann der Kraftprotz zeigen, wofür 423 kW/575 PS und beachtliche 700 Newtonmeter Drehmoment zu gebrauchen sind. Auf dem werkseigenen Testgelände in Fen End, rund 160 Kilometer nordwestlich von London, können wir das erfahren.

Klar merkt man dem Gefährt auch dort sein Gewicht von 2,3 Tonnen an, aber das liegt in der Natur der Sache und ist bei anderen potenten Dickschiffen wie beispielsweise einem Mercedes AMG GLE 63 nicht anders. Seine Kunden wird er finden, denn SUV sind beliebt, und solche mit viel Dampf unter der Haube ebenfalls - in diesem Fall besteht die aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff.

Zum Power-Paket gehören unter anderem neu designte Schürzen und Zierlemente in Carbon-Optik sowie neu gestaltete Felgen, wahlweise in 21 oder 22 Zoll. Für den ausdrucksstärkeren Auftritt als bisher sorgen auch die neuen Pixel-LED-Scheinwerfer.

Innen haben die Sport-Spezialisten von Jaguar Land Rover Hand ebenfalls angelegt, hier allerdings mit einem Fehlgriff: Die Einlagen an Türen und der Mittelkonsole in Carbon-Optik passen nicht so recht zum ansonsten edel gestalteten Interieur, sie könnten auch für ein paar Euro vom Zubehör-Händler um die Ecke stammen. Schwarzer Klavierlack würde hier hochwertiger wirken.

Viel besser gelungen sind die Sportsitze. Sie sehen schick aus und bieten ausreichend Seitenhalt. Knapp 30 Kilo Gewichtsreduzierung bringt das neu entwickelte Gestühl beim Facelift. Zum Facelift des Range Rover Sport gehört außerdem das Infotainment-System "Touch Pro Duo" mit zwei verknüpften 10-Zoll-HD-Bildschirmen. Der obere der beiden Screens lässt sich auch mit Gesten steuern, ebenso wie das Sonnenrollo des Glasdachs.

Beim Fahren fällt auf, dass auch im Sportmodus noch ausreichend Restkomfort vorhanden ist. Die Lenkung ist direkt, hier gibt es nichts zu meckern. Und dass der Range Rover Sport SVR in engen Kurven spürbar die Vorderräder belastet, ist kein Wunder - hier kommt wieder sein Gewicht ins Spiel.

Aber vor allem an der Dynamik haben die Ingenieure getüftelt - bessere Dämpfer und eine verbesserte Bremsanlage sind an Bord. In nur 4,5 Sekunden rennt das SUV auf Tempo 100, 280 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. So flink war bisher noch kein Range Rover.

Ein echtes Statement ist die Auspuff-Anlage, die so laut bollert, dass Konversation jenseits von Tempo 130 nur noch nonverbal funktioniert - wahrlich ohne Worte. Kritiker mögen bei diesem Punkt anmerken, dass der gesamte Auftritt zu prollig sei. Zugegeben, ein eleganter Schöngeist ist der überarbeitete Range Rover Sport SVR nicht. Eher ein Typ im Nadelstreifenanzug, der fünfmal pro Woche die Hanteln stemmt. Aber daran ist ja nichts auszusetzen.

Fünftüriges, fünfsitziges Sport-SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.879/1.803/2.220/2.923, Leergewicht: 2.310 kg, Kofferraumvolumen: 780 l., Tankinhalt: 104 l.
Antrieb: 8-Zylinder-V-Motor mit Kompressor, Hubraum 4.999,7 ccm, Leistung: 423 kW/575 PS, max. Drehmoment: 700 Nm, 0-100 km/h: 4,5 s, Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h, Achtgang-Automatikgetriebe, permanenter Allradantrieb, Normverbrauch: 12,8 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 294 g/km, Abgasnorm: Euro 6b.
Österreich-Preis: 169.400 Euro (Deutschland: 132.200 Euro).

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