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Neuer VW Touareg - erster Test VW Touareg 2018

Sanfter Bulle

Mit dem Touareg ist VW seit vielen Jahren auf der Überholspur unterwegs. Im Juni 2018 kommt die dritte Generation des sanften Geländebullen.

Georg Koman; mid/rhu

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Schick steht er da, der Touareg. Auf noblen 21-Zöllern und gekleidet ins Ausstattungspaket Elegance. Gegenüber seinem Vorgänger ist der Neue moderat in Länge (4,88 Meter) und Breite (1,98 Meter) gewachsen, in der Höhe (1,70 Meter) dagegen leicht geschrumpft.

Die Formen sind klarer, konturierter, die konkav gewölbten Seitenflächen bringen Spannung ins Spiel, die Frontpartie mit Kameras und Radarsensoren, präzise geschliffenem Kühlergrill und LED-Matrixscheinwerfern wirkt mehr technoid als aggressiv. Touareg Nummer drei ist ein großes Auto, das seine Dimensionen perfekt kaschiert. Ein echtes Kunststück der Designer.

Dass auch die Techniker einen guten Job gemacht haben, zeigen die ersten Testfahrten zwischen Salzburg und Scheffau in Tirol. Erster und während der ganzen Reise anhaltender Eindruck: Der Touareg in Bewegung wirkt edel und souverän, die Geräuschdämmung ist vom Feinsten.

Beeindruckend sind Rangier- und Einparkmanöver mit der optional angebotenen Allradlenkung. Diese schrumpft den Wendekreis um einen ganzen Meter, er ist dann lediglich um 20 Zentimeter größer als beim Golf. In Fahrt schlagen die Hinterräder aber nur bis knapp 40 km/h in die Gegenrichtung der Vorderräder ein, beim Audi A7 funktioniert das bis 60 km/h. Warum? Vom Touareg erwartet man ein sattes, nicht zu behändes Fahrgefühl, sagen die VW-Techniker.

Großen Anteil an jener satten Souveränität haben auch der aktive Wankausgleich und die optionale Luftfederung. Die sorgen in überzeugender Kooperation dafür, dass der Zweitonner auch über vom Winter malträtierte Straßen mit sänftenartigem Komfort gleitet. Erst das Fahrprogramm "Sport" sorgt dafür, dass Frostausbrüche ansatzweise wahrgenommen werden.

Der 3.0-V6-TDI, der die Abgasgrenzwerte der strengen Euro 6d-TEMP-Abgasnorm erfüllt, holt aus drei Litern Hubraum 210 kW286 PS, bringt es auf maximal 600 Newtonmeter und beschleunigt via serienmäßiger Achtgang-Automatik nach einer abgasreinigungsbedingten minimalen Anfahr-Verzögerung in 6,1 Sekunden auf 100 und letztlich bis auf 238 km/h.

Sehr anständige Werte, die den Normverbrauch von 6,9 Liter oftmals in weite Ferne rücken lassen. Richtig spritzig wrkt der große Wolfsburger allerdings nur im unteren Geschwindigkeitsbereich, danach beschleunigt er etwas zäher. Eine 170 kW/231 PS starke Version des Dreilitermotors bietet VW ab Juni 2018 an, im August wird noch ein 250 kW/340 PS starker Benziner und im Frühjahr 2019 ein V8-Diesel mit 310 kW/421 PS nachgereicht.

Feine Materialien im Innenraum sind in der 70.000-Euro-Klasse eigentlich selbstverständlich. Völlig neu ist das aufpreispflichtige "Innovision Cockpit". Es besteht aus dem volldigitalen 12-Zoll-Display hinter dem Lenkrad, dessen Anzeigen wie Navikarte, Tacho oder Drehzahlmesser weitgehend frei konfiguriert werden können.

Und aus dem riesigen, 15 Zoll großen "Discover Premium-Touchscreen", der fast die komplette Bedienung des Wolfsburger Boliden ermöglicht. Schalter und Hebel sind beinahe überflüssig. Wischen, drücken, scrollen - die Handhabung ist wie bei einem Smartphone intuitiv. Ob Temperierung, Musiksender, Telefon oder Navigation - alles flutscht. Und wenn ein Antippen daneben ging: Ein Druck auf den zentralen Home-Button bringt einen immerhin sicher zurück an den Start.

Bis zu 20 Assistenzsysteme inklusive des hinten um die Ecke blickenden Ausparkhelfers hat VW teils serienmäßig, teils optional im Angebot. Die aufpreispflichtigen I.Q.Light LED-Matrixscheinwerfer mit 128 LEDs pro Scheinwerfer machen sprichwörtlich die Nacht zum Tag, samt fein austariertem Dauerfernlicht auch bei Gegenverkehr.

Elf Lichtfunktionen hat das System drauf, inklusive der Infrarot-Markierungslichtblitze bei der extra zu bezahlenden Nachtsichtunterstützung, die Menschen oder Tiere am Fahrbahnrand für den Fahrer erkennbar macht. Die Warnbilder werden ins "Innovision Cockpit" eingeblendet.

Reichlich Technik und viele Neuerungen also im neuen Touareg. Er bietet viel Platz für die Passagiere, deren Rücken auf den Vordersitzen auf Wunsch klimatisiert und massiert wird. Der Kofferraum passt mit seinem auf 810 Liter gewachsenen Volumen ins Konzept. Ebenso die Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen.

Geschrumpft ist das Gewicht, und zwar im Schnitt um mehr als 100 Kilo. Moderat gewachsen ist wiederum der Preis: Aktuell ist eine Summe von mindestens 72.690 Euro (Deutschland: 60.675 Euro) fällig, der 231-PS-Diesel wird in Österreich ab 66.690 Euro erhältlich sein. Aufgrund der vielen appetitlichen Optionen - der Nachtsichtassistent "Nightvision" ist nur eine davon - sind die Basispreise aber eher theoretischer Natur und nach oben massiv ausbaufähig.

Viertüriges, fünfsitziges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.878/1.984/1.702/2.894; Leergewicht: 1.995 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.850 kg, Zuladung: 855 kg, Gepäckvolumen: 810-1.800 l, max. Anhängelast: 3.500 kg, Wendekreis: 12,2 m (mit Allradlenkung: 11,2 m), Tankinhalt: 90 l.
Motor: V6-Turbodiesel, Hubraum: 2.967 ccm, Leistung: 210 kW/286 PS bei 4.000 U/min, maximales Drehmoment: 600 Nm bei 2.250-3.250 U/min, 0 bis 100 km/h: 6,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 238 km/h, Normverbrauch: 6,9 l Diesel je 100 km, CO2-Ausstoß: 182 g/km, Allradantrieb, 8-Gang-Automatik.
Österreich-Preis: ab 72.690 Euro (Deutschland: ab 60.675 Euro).

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