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Neuer SsangYong Korando - erster Test

Überraschung!

Mit dem neuen, 4,45 Meter langen Kompakt-SUV Korando hat SsangYong ein Auto auf die Räder gestellt, das rundum positiv überrascht. Erster Test.

mid/brie

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Den SsangYong Korando gibt es bereits seit 1983. Die erste Generation war eine Kopie vom Original-Jeep aus den USA. Die zweite erinnerte mit der spitz zulaufenden Motorhaube und den eng stehenden Knopfaugen stark an ein Boot, während die dritte überwiegend mit Allerweltsdesign im Meer der Langeweile versank.

Jetzt steht die vierte Generation beim Händler, und sie ist ein echter Hingucker. Wer hinter dem optischen Auftritt einen italienischen Designer vermutet, liegt falsch. Der Korando wurde auch nicht vom Team um den deutschen Stardesigner Peter Schreyer gezeichnet, der den anderen beiden koreanischen Marken Kia und Hyundai Pfiff verleiht.

Beim SsangYong Korando ist alles stimmig: die klar gegliederte Frontpartie, die gestreckte Seitenlinie mit den sanft betonten Kotflügeln und das breit wirkende Heck mit der geschwungenen durchgehenden Chromleiste. Die Dachlinie fällt nach hinten sehr dezent ab, was groß gewachsene Heckpassagiere dankbar zur Kenntnis nehmen, weil sie nicht wegen eingeschränkter Kopffreiheit bangen müssen.

Der sympathische erste Eindruck setzt sich im Inneren fort. Schon die Passgenauigkeit und die Qualitätsanmutung der Materialien begeistern. An den gut ausgeformten Sitzen mit Seitenwangen an Sitzflächen und Lehnen verzahnen sich Komfort und Seitenhalt bei flotter Kurvenfahrt zu einer brauchbaren Einheit. Positiv für die Hinterbänkler: Die Stühle sind nicht zu tief angeordnet, sodass die Oberschenkel auf der ganze Fläche Halt finden. Das macht den Korando mitsamt seinem großen Kofferraum (551-1.248 Liter) zu einem angenehmen Reisewagen, auch wenn mehr als zwei Personen an Bord sind.

Absolut neu im Korando ist der ab Ende November 2019 lieferbare Benzinmotor aus eigener Entwicklung (früher hat sich SsangYong gern aus dem Motorenregal von Mercedes bedient), der das Angebot mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor ergänzt (in Österreich ist der DIesel die einzige Motoren-Option). Der 1,5-Liter-Turbo mobilisiert 163 PS, die den Korando hurtiger machen als seinen Dieselbruder mit 136 PS. Das maximale Drehmoment von 280 Nm lässt zügige Gasannahme aus dem Drehzahlkeller zu.

Bei den Getrieben kann man zwischen manueller und automatischer Schaltung - beide mit je sechs Gängen - wählen. Wir empfehlen die Automatik, die diskret für die richtigen Fahrstufen sorgt. Zwar passt beim Handschalter die Abstufung prima, allerdings trüben der lange Schaltstock mit weiten Wegen und das hakelige Gebaren der Schaltgabeln das Vergnügen, die Gänge selbst auszusuchen.

Für angenehmes Fahrgefühl sorgen das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk und die elektrisch unterstützte Servolenkung. Kurven lassen sich präzise ansteuern - eine gelungene Kombination aus nicht zu teigig und nicht zu direkt. Ab der Version Quartz unterstützt ein 9,2-Zoll-Display den Fahrer bei seinen Navigationsaufgaben. Die Infos werden dann auch in den variabel konfigurierbaren Fahrerbildschirm übertragen, der in seiner Grundfunktion über Geschwindigkeit und Motordrehzahl Auskunft gibt.

Es ist SsangYong hoch anzurechnen, dass der Kunde ganz unabhängig von Motor und Getriebe wählen kann, ob er nur mit Front- oder doch mit Allradantrieb unterwegs sein will. Bei der Konkurrenz ist diese freie Wahl sehr oft eingeschränkt.

Einen entgegengesetzten Weg geht die Marketing-Abteilung bei den Ausstattungsvarianten. Es gibt vier davon: Road, Dream, Icon und Premium. In Deutschland sind es sogar fünf: Crystal, Amber, Quartz, Onyx und Sapphire. Bei jeder Stufe (Preissprung meist 3.000 Euro) wird einfach noch etwas draufgelegt. Wer jedoch auch in den unteren Modellvarianten die Sicherheitsmerkmale Totwinkel- und Spurwechsel-Assistent sowie den Querverkehrswarner beim Ausparken haben will, der schaut in die Röhre.

Zur Ehrenrettung von SsangYong sei jedoch erwähnt, dass bereits im Grundmodell kein Mangel an Sicherheitsausstattung und Assistenzsystemen herrscht. Die Preisliste startet in Deutschland bei 22.990 bzw. 25.990 Euro (Benziner bzw. Diesel), in Österreich bei 28.490 Euro (Diesel). Eine Kampfansage im Segment der Kompakt-SUV.

Neugierig geworden? Der Korando ist es wert, dass man ihn mit den Konkurrenten vergleicht. Interessenten müssen allerdings gezielt nach einem SsangYong-Händler suchen. Es gibt in Österreich nur 32, in Deutschland nur 180 davon: mit ein Grund, warum ein Ssangyong (momentan) so selten zu sehen ist.

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