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Fiat Fullback 2,4 D Doppelkabine LX - im Test Fiat Fullback 2017

Wuchtig-praktisch

Mit dem Fullback auf Mitsubishi-L200-Basis spielt nun auch Fiat mit im Pickup-Segment. Wir testen den 181 PS starken 2,4-Liter-Diesel.

mid/rs

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181 PS Leistung und wuchtige 430 Newtonmeter Drehmoment, immerhin 179 km/h Spitze - von den Daten her erfüllt der Fiat Fullback 2.4 schon mal die hohen und sehr unterschiedlichen Anforderungen an einen vielseitigen Fullback, der im American Football für Raumgewinn und möglichst für Punkte sorgt.

Der ideale Spieler soll schier unaufhaltsam durch die gegnerischen Reihen stürmen. Deshalb kommt beim Fiat Fullback folgerichtig Allradantrieb hinzu. Mit Sechsgang-Handschaltung ist der mit dem bewährten Mitsubishi L200 eng verwandte Italiener ein familiengerechtes und komfortables Nutzfahrzeug - zu haben ab überschaubaren 27.948 EUro (Deutschland: 28.800 Euro).

In der von uns getesteten LX-Ausstattung kostet der vielseitige Italiener allerdings bereits 37.788 Euro (D: 34.550 Euro), hat aber für einen Pick-up erstaunliche Ausstattung an Bord. Ohnehin Serie bei allen Fullbacks: Elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, Audioanlage samt USB-Anschluss und Start-Stopp-System. Beim LX kommen etliche Komfort- und Sicherheits-Features hinzu, die man bis vor einigen Jahren nur bei Pkw erwartet hätte, darunter: Spurhaltewarner, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad, Bluetooth, Keyless Go, Lederpolster, Rückfahrkamera, Navigationssystem und 17-Zoll-Leichtmetallräder.

Bei dieser Ausstattung stellt sich jedoch immer noch die Frage: Wer braucht ein Gefährt, das neben Platz für fünf Insassen trotz stolzem Drei-Meter-Radstand nur eine schnöde Ladefläche dahinter anbietet?

Zugegebenermaßen: Ganz so schnöde ist die Pritsche des Fiat Fullback gar nicht. Eine robuste Abdeckung sorgt dafür, dass man auf der 1,52 mal 1,47 mal 0,48 Meter (lang, breit, hoch) messenden Ladefläche 1.073 Liter Gepäck sicher sowie geschützt vor Wind und Wetter oder auch Langfingern verstauen kann. Und wenn doch mal der Transport von Fahrrädern, eines Motorrads oder ähnlicher Freizeitvehikel gefragt ist? Spätestens dann schlägt die große Stunde des Pick-ups, der mehr als jeder SUV oder Van auf alles vorbereitet scheint. Abenteuerfahrzeug festgezurrt, los geht's.

Die Fahrwerksmischung aus Pkw-mäßiger Einzelradaufhängung vorne und Lkw-mäßiger Starrachse mit Blattfedern hinten summiert sich zu einem kernigen, alles in allem ausreichenden Komfort. Schwächen zeigen sich nur bei kurzen Stößen und Wellen, die recht ungefiltert an die Sitzflächen der Insassen gelangen.

Der bullige Vierzylinder-Turbodiesel drückt dabei die Fuhre souverän voran, ist allerdings auch stets deutlich hörbar. Mit weniger feiner Ausstattung kombiniert ist er übrigens auch in einer 154-PS-Version erhältlich. Die Schaltung fällt durch relativ lange Wege zwischen den Gangstufen auf.

Ein Verbrauch kaum höher als der Normwert von 7,1 Liter auf 100 Kilometern ist mit nicht allzu sparsamer Fahrweise machbar. Wir hatten jedenfalls so gut wie nie eine "8" vor dem Komma. Dabei erwies sich der Fiat Fullback stets als antritts- und durchzugsstark.

Dass er mit einer Anhängelast von bis zu 3.000 Kilogramm auch in Sachen Pferdesport auf vieles vorbereitet ist, kann man erwarten. Dass er sich gleichzeitig aber sehr Pkw-artig fährt, liegt neben dem souverän agierenden Motor unter anderem am relativ kleinen Wendekreis von 11,8 Meter sowie weitgehend guter Übersicht.

Den eingeschränkten Blick nach hinten auf einen relativ weit entfernten Heckabschluss gleicht eine Rückfahrkamera aus. Damit kommt man auch als nicht ausgesprochener Pick-up-Nutzer ebenso gut zurecht, wie mit den Platzverhältnissen auf allen fünf Sitzen. Lediglich die Sitzflächen könnten etwas länger sein. Erwachsene bis 1,90 Meter Größe haben vorn wie hinten bequem und komfortabel Platz.

Wie alle Pickups gilt natürlich auch der Fiat Fullback vor dem Gesetz als Nutzfahrzeug, weshalb für ihn in Österreich keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) fällig wird. Zudem ist er für Selbstständige und Unternehmer vorsteuerabzugsfähig. Da es unter solchen Gutverdiener gibt, die trotzdem gern Steuern sparen, ist somit abschließend erklärt, warum sich die Kombination "robuster Pickup in feiner Ausstattung" durchaus ansprechend verkauft.

Fünfsitziger Midsize-Pickup, Länge/Breite(ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Meter: 5,23/1,79/1,55/1,78, Leergewicht: 1.840 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.800 kg, max. Zuladung: 960 kg, Kofferraumvolumen: 450 bis 1.390 l, Tankinhalt: 75 l.
Antrieb: Reihen-Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 2.442 ccm, Leistung: 133 kW/181 PS bei 3.500 U/min, max. Drehmoment: 430 bei 2.500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 179 km/h, Normverbrauch: 7,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 186 g/km, Sechsgang-Handschaltung, Allradantrieb.
Österreich-Preis: ab 37.788 Euro (Deutschland: ab 34.550 Euro) - jeweils inkl. MwSt.

Weitere Testdetails:

Preise, Ausstattung & Technik
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