Offroad

Inhalt

Hyundai Grand Santa Fe 2.2 CRDi 4WD Platin - im Test Hyundai Grand Santa Fe 2017

All in

Der siebensitzige Hyundai Grand Santa Fe erhielt ein Facelift. Wir testen das ausschließlich in Komplett-Ausstattung erhältliche Über-SUV der Koreaner.

Text: Michael Noir Trawniczek
Fotos: Georg Koman

Hier geht's zu den Bildern

Er ist das SUV-Flaggschiff des koreanischen Automobilherstellers – schließlich ist der Hyundai Grand Santa Fe um runde 20 Zentimeter länger und zwei Zentimeter höher als der herkömmliche Santa Fe, auf dem er technisch basiert, und kann somit eine dritte Sitzreihe anbieten.

Im dritten Jahr seines Bestehens erhielt der Hyundai Grand Santa Fe ein Facelift. Die Frontpartie wurde upgedated und wirkt mit ihren LED-Tagfahrlichtern noch eleganter, der Unterfahrschutz wurde ebenfalls überarbeitet. Auch die Heckpartie mit ihren neuen LED-Rückleuchten wurde nachgeschärft. Dazu kommen neue Leichtmetallräder im 19-Zoll-Format.

Die „Qual der Wahl“ bleibt einem beim Grand Santa Fe erspart: Er kommt ausschließlich mit einem 200 PS starken 2,2 Liter-Dieselmotor, elektronisch geregeltem Allradantrieb, Sechsgang-Automatikgetriebe sowie Top-Ausstattung „Platin“. Lediglich das Exklusiv-Lederpaket mit Sitzpolsterung in Burgundy-Dunkelbraun darf um 200 zusätzliche Euro erstanden werden, dazu gibt es noch die optionale Metallic-Lackierung um weitere 800 Euro.

Ansonsten ist der Hyundai Grand Santa Fe von Haus aus komplett ausgestattet: Bi-Xenon Hauptscheinwerfer, automatische Heckklappe, Lederpolsterung schwarz oder beige, beheizbare E-Sitze vorne, beheizbare Sitze hinten, beheizbares Lederlenkrad, Panoramaglasdach, Zweizonen-Klimaautomatik, kühlbares Handschuhfach, Berganfahrhilfe, Innenspiegel mit Abblendautomatik, adaptives Kurvenlicht und viele weitere Goodies, wie etwa das Sonnenbrillenfach im Dachhimmel…

An Bord sind auch zahlreiche Sicherheitssysteme wie zum Beispiel Spurhalteassistent, Querverkehrswarnung, aktiver Einpark-Assistent, Notbrems-Assistent, Radar-Tempomat, Toter-Winkel-Warner, Fernlicht-Assistent und Anhänger-Stabilitätskontrolle.

Die Mittelkonsole und das TFT-Display wurden überarbeitet. Dank der neu hinzugefügten 360 Grad-Übersichtskamera und den Parksensoren kann man sich auch an verhältnismäßig kleine Parklücken heranwagen, oder man lässt gleich die Einpark-Automatik die Arbeit machen.

Die Bedienelemente sind trotz ihrer großen Zahl intuitiv erfassbar, das gesamte Cockpit wirkt nicht nur hochwertig, sondern ist es auch. Für die Passagiere besteht dank der verschiebbaren zweiten Sitzreihe im Fond ausreichend viel Platz.

Sogar in der serienmäßigen dritten Sitzreihe können es Erwachsene länger aushalten - und ihre eigenen Klimaanlageneinstellungen vornehmen. Das Kofferraumvolumen reicht je nach Sitz-Konfiguration von 634 bis 1.842 Liter.

Der 147 kW/200 PS starke Selbstzünder erfreut mit einer angenehmen Laufruhe, auch auf Autobahnen gleitet der Grand Santa Fe ruhig dahin, wie man es von einem solchen Fahrzeug auch erwartet, die Leistungsreserven sind nicht überschäumend, aber in jeder Situation souverän.

Sein maximales Drehmoment von 440 Newtonmetern gibt der Vierzylinderdieselmotor bei einer Drehzahl zwischen 1.750 und 2.750 U/min ab. Die 6 Gang-Automatik schaltet sanft, man hat stets ausreichend Leistung zur Verfügung – manchmal jedoch wirkt die Automatik etwas träge.

Auch die Start/Stopp-Automatik ist nicht wirklich auf schnelle Reaktion ausgelegt, dafür soll sie beim Verbrauch für bis zu acht Prozent Ersparnis sorgen. Trotzdem schafft der über zwei Tonnen schwere Grand Santa Fe den Sprint von 0 auf 100 km/h im Optimalfall in 9,9 Sekunden, nach oder in Deutschland Reisende erfreuen sich an 201 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Das Fahrwerk des Grand Santa Fe ist komfortabel abgestimmt, in Kurven verhält er sich lange neutral – die Lenkung ist direkt, nur manchmal etwas unpräzise. Beim Fahren im Grenzbereich kommt wenig dynamisches, aber sehr fahrsicheres Untersteuern ans Tageslicht.

Auf losem Gelände sorgen die gute Bodenfreiheit und das sperrbare Mittel-Differenzial für ordentliche Kraxel-Kompetenz, allerdings sollten wegen der langen Überhänge und des großzügigen Radstandes keine allzu steilen Rampen oder Böschungen befahren werden.

Jene 7,0 Liter, die das Werk als Durchschnittsverbrauch angibt, konnten wir nicht erreichen – aber auch die 9,1 Liter, die wir im Test erzielt haben, sind bei einem solchermaßen üppigen SUV durchaus im akzeptablen Bereich.

Der Grundpreis von 58.990 Euro wirkt zunächst hoch gegriffen – zieht man jedoch in Betracht, dass in puncto Ausstattung kein Wunsch unerfüllt bleibt, nimmt der Hyundai Grand Santa Fe den Preiskampf locker mit gleicherart hochgerüsteten Konkurrenten auf.

Plus
+ Absolute Familien- und Reise-Tauglichkeit
+ auch in der 3. Sitzreihe genug Platz
+ solide Offroad-Eigenschaften
+ sehr gute Material- und Verarbeitungsqualität
+ Vollausstattung ohne Wenn und Aber

Minus
- weder schwächere noch einfacher ausgestattete Varianten erhältlich
- Automatik-Getriebe etwas träge

Resümee
Mit einigen Updates wurde das Großfamilien-SUV Hyundai Grand Santa Fe nicht nur optisch, sondern auch funktionell verbessert, die Armada an Assistenz-Systemen ist auf dem neuesten Stand. Die Strategie lautet: bedingungslose Vollausstattung. Der Kaufpreis ist deshalb relativ gesehen fair, absolut betrachtet aber hoch.

Drucken

Ähnliche Themen:

24.11.2016
Klein-Maybach

In China erhält die Langversion der E-Klasse von Mercedes-Benz auf unzähligen Testkilometern ihren Feinschliff. Wir testen den E 300 L.

23.11.2016
Big Boost

Als Topmodell JCW hat der hochgezüchtete Mini einige Konkurrenten. Als Cabrio steht der freche Kleine mit seinen 231 PS aber konkurrenzlos da.

22.11.2016
Irgendwann in Mexiko

Optisch nur leicht modifiziert, stecken die Neuerungen beim neuen Audi Q5 zum Großteil unter dem Blechkleid. Wir fühlen ihm in Mexiko auf den Zahn.

Ennstal-Classic 2019 Racecar-Trophy und GP von Gröbming

Die Speed-Show der Ennstal-Classic geht am 26.7. bei der Racecar-Trophy am Flugplatz Niederöblarn und am 27.7. beim GP von Gröbming in Szene.

Formel 1: Analyse Ab 2021 wieder "Ground Effect"-Autos?

Die Zukunft der Formel 1 nimmt Formen an: 2021 soll der negative Bodeneffekt wiederbelebt werden und für bessere Zweikämpfe sorgen.

DTM: Assen DTM debütiert auf dem TT Circuit Assen

Am Wochenende tritt die Deutsche Tourenwagen Masters erstmals in Assen in den Niederlanden an, wo bis zu 265 km/h erwartet werden.

ÖRM: Weiz-Rallye Hermann Neubauer führt nach erstem Tag

Der Seriensieger aus Salzburg führt die Weiz-Rallye auch heuer an – am Samstag folgen acht SP und somit Chancen für die Verfolger.