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Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 DSG Style - im Test Skoda Kodiaq 2017

Großer Bär

Der Skoda Kodiaq reizt die Klasse der Kompakt-SUV größenmäßig aus, preislich bleibt er in deren Rahmen. Sogar als getesteter 190-PS-TDI.

Georg Koman

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"Kompakt" klingt bei einem Auto von 4,70 Metern Länge, 1,88 Metern Breite und 1,68 Metern Höhe fast scherzhaft. Ist aber zumindest technisch ernst gemeint, denn der Kodiaq baut auf der gleichen Quermotor-Plattform auf wie die deutlich kürzeren Brüder Seat Ateca und VW Tiguan.

Optisch macht sich der Kodiaq dagegen nicht noch größer, er setzt - wie bei Skoda allgemein üblich - auf zeitlos-elegante Sachlichkeit. Motorisch geht es beim 125-PS-Benziner los, wir gustierten am anderen Ende: 190 Diesel-PS, dazu Automatik (DSG), Allradantrieb und die Topausstattung "Style".

Wer jetzt ganz böse Zahlen auf der Rechnung befürchtet, wird positiv überrascht: 44.300 Euro markiert das obere Ende der Preisliste - etwaige Extras natürlich nicht eingerechnet. Der erwähnte Einstiegsbenziner ist übrigens ab 26.640 Euro zu haben.

„Style“ ist bei Skoda die höchste Ausstattungslinie. Entsprechend komplett kommt der Testkandidat daher. LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Alufelgen, Innen- und Außenspiegel automatisch abblendend, Sitz- und Lenkradheizung, akustische Einparkhilfe vorne wie hinten – alles Standard. An serienmäßigen Assistenzsystemen gibt es automatische Notbremse, Fernlicht-Sensor sowie Radar-Tempomat zur Abstands-Regelung.

Der Skoda Kodiaq ist länger und breiter als fast die gesamte Konkurrenz. Klar, dass sich das im Innenraum bemerkbar macht. In beiden Sitzreihen geht es extrem großzügig zu.

Die Fondbank kann im Verhältnis von 2:1:2 umgeklappt und außerdem 2:1 verschoben werden, die Lehnenneigung ist einstellbar. Für bescheidene 92 Euro Aufpreis gibt es eine vorklappbare Beifahrersitzlehne, dann kann man fast drei Meter lange Gegenstände transportieren.

Enger wird es lediglich auf den beiden Sitzplätzen der dritten Reihe, die um knapp 700 Euro erhältlich sind. Im Testwagen waren sie allerdings nicht verbaut, daher kamen wir in den Genuss des vollen Ladevolumens von beeindruckenden 720 bis 2.065 Litern. Ein Monsterwert im SUV-Bereich.

Die Über- und Rundumsicht ist beim geradlinig gezeichneten Kodiaq vorbildlich, auch am Gestühl ist in Sachen Größe und ausgewogener Straffheit absolut nichts auzusetzen. Die Bremsen sind gut dosierbar, standfest und im Konkurrenzvergleich außerordentlich wirksam.

In Sachen Allradantrieb setzt der 4x4-Kodiaq auf die bewährte Lamellenkupplung, die die Hinterräder bei Vorderradschlupf aktiviert. Das funktioniert gut und fast verzögerungsfrei. Aufgrund vernünftiger Bodenfreiheit ist er durchaus auch im leichten Gelände einsetzbar.

Die 190 PS kommen im Verbund mit mächtigen 400 Nm Drehmoment, das bereits ab 1.750 Touren zur Verfügung steht.

Heißt: Der stärkste Kodiaq ist kraftvoll und spritzig (8,8 Sekunden reichen für den Sprint auf 100 km/h), die Automatik schaltet schnell und ruckarm. Das Fahrwerk gibt sich straff-komfortabel, die Wankbewegungen halten sich in Grenzen.

Wer 1.200 Euro übrig hat, bestellt die dynamische Fahrwerksregelung DCC dazu, dann kann man sich, je nach Einstellung, einer Sänfte oder einem Sportler annähern. Damit lässt sich auch die Leichtgängigkeit der präzisen und recht direkten Lenkung justieren.

Der Touchscreen ist zwar nicht so hoch angeordnet wie bei manchem Konkurrenten, aber von feinster Auflösung.Generell erfreuen beim Kodiaq seine „Simply Clever“-Details, von Regenschirmen in den Vordertüren bis zum Eiskratzer im Tankdeckel.

Lediglich die neuen Türkantenschoner sind ein zweischneidiges Schwert. Sie klappen beim Türöffnen unauffällig aus und helfen damit, so manche Schramme in engen Garagen zu vermeiden. Allerdings muss man deshalb die Türen fester zuschlagen.

Der Testverbrauch lag mit 6,9 Litern ein Stück weit vom versprochenen Mixwert von 5,7 Litern entfernt, das ist allerdings mehr als akzeptabel für ein Allrad-SUV, das fast 1.800 Kilogramm auf die Waage bringt. Der Kodiaq setzt übrigens AdBlue zur Stickoxid-Reduktion ein, was ihn auch in den Augen der neuerdings so zahlreichen Diesel-Skeptiker interessant machen sollte.

Plus
+ drehmomentstarker und verbrauchsarmer TDI-Motor
+ exzellentes Platzangebot, Riesen-Kofferraum
+ hohe Variabilität, viele praktische Details
+ straff-komfortables Fahrwerk
+ brauchbares Offroad-Talent
+ faire Preispolitik, auch bei den Extras

Minus
- Mit 4,70 Metern Länge nicht mehr allzu handlich

Resümee
Am Skoda Kodiaq kommt derzeit kein Konkurrent in der Klasse der Kompakt-SUV vorbei. Selbst als 190 PS starkes Topmodell in Bestausstattung ist er preislich noch darstellbar, extrem praktisch und geräumig sowieso. Ob er tatsächlich noch als kompakt einzustufen ist, muss jeder für sich entscheiden.

Weitere Testdetails:

Preise, Ausstattung & Technik
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