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Audi Q5 sport 3.0 TDI quattro - im Test Audi Q5 2018

Mehr als Mittelklasse

Audi hat die Neuauflage seines Q5 optisch nur fein überarbeitet und sich stattdessen auf technische Verbesserungen fokussiert. 3.0 TDI im Test.

mid/schw

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Der Audi Q5 kommt in seiner neuesten Generation ein wenig höher und eine Winzigkeit schmaler daher. Chapeau, wer daran erkennt, dass Audi sein erfolgreiches SUV in den nächsten Modellzyklus gehoben hat. Doch auch an der Gürtellinie und dem Kühlergrill, die kantiger ausgefallen sind, oder an den geänderten Lichtern machen nur Kenner auf den ersten Blick aus, dass Audi nicht lediglich den Produktionsstandort - jetzt Mexiko - geändert hat.

Wer in die neue Q5-Welt eintauchen will, muss unter das Blech schauen. Am besten auch hier mit wachem Blick. Was die Ingenieure sich alles haben einfallen lassen, zeugt von einer in manchen Aspekten nur noch schwer nachvollziehbaren Detailverliebtheit auf dem Weg zu noch größerer Perfektion.

Oder für wie wichtig halten Sie es, dass die rein digitalen Instrumente versuchen, durch eine kaum wahrnehmbare Verzögerung den Lauf der Zeiger von mechanischen Messgeräten nachzuahmen? Zwangsläufig verliert man sich in Kleinigkeiten, wenn es im Großen und Ganzen wenig zu verbessern gibt. Das Verarbeitungsniveau des aktuellen Q5 hat seinem Vorgänger wenig zuzusetzen. Wozu auch? Schon der war in der Qualität und im Ensemble der Materialien dort angelangt, wo kaum Wünsche offenbleiben.

Die Nüchternheit der Gestaltung, die sich auf das Wesentliche beschränkt, nämlich die Funktion hochwertig, aber ohne Schnickschnack einzubetten, ist eine Disziplin, die Audi meisterhaft beherrscht. Was es zu bedienen gibt, sitzt dort, wo man es erwartet, solange es mit Schaltern und Knöpfen zu erreichen ist. Für die Bedienung der Menüs und Untermenüs in der Bordcomputersteuerung braucht man ein wenig Gewöhnung. Vor allem deshalb, weil Audi hier nach wie vor auf eine Touchscreen-Funktion verzichtet.

Und es gibt viel zu entdecken im Q5. Vor allem dann, wenn man tief in die Tasche greift, um die grundsätzlich gute Basisausstattung zu vervollkommnen. Beim Testwagen hat es Audi auf die Spitze getrieben. Der Q5 sport 3.0 TDI quattro kostet bereits 67.450 Euro (Deutschland: 57.150 Euro). Wer dann von A wie "Azorengrün metallic" bis V wie "Vordersitze elektrisch einstellbar" aus dem Vollen schöpft, kann locker auch 30.000 Euro mehr ausgeben.

Immerhin kommt man dann in den Genuss der rund 2.000 Euro teuren adaptiven Luftfederung - ein uneingeschränkt empfehlenswertes Extra, das dem Q5 zu einer im Charakter nuancierten Abstimmung verhilft, ihm außerdem zu vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit verhilft.

Der mechanische Allradantrieb mit voll sperrendem, elektronischem Mittendifferential jedenfalls hätte nichts dagegen einzuwenden. Viel häufiger jedoch wird man mit dem Mittelklasse-SUV auf befestigten Wegen unterwegs sein. Dort macht die Luftfederung das hoch bauende Gefährt zu einem erstaunlich neutralen Kurvengleiter.

Der Q5 ist stabil bis in den Grenzbereich, gleicht Fliehkräfte ohne Wanken aus und lässt sich mit seiner direkten, aber etwas rückmeldungsarmen Lenkung fein um die Ecken zirkeln. Unebenheiten beunruhigen das SUV wenig. Davon völlig unberührt bleibt es hingegen nicht. Im Sportmodus rollt der Q5 sogar leicht hölzern über Rillen und Fugen hinweg. Wobei der Sportmodus trotzdem noch so viel Komfort belässt, dass er durchaus zum bevorzugten Fahrwerksprogramm werden kann.

Der Dreiliter-Diesel sorgt für eine angemessene Beschleunigung bei forcierter Fahrweise. Die hohe Leistung von 210 kW/286 PS und das üppige Drehmoment von 620 Newtonmeter versprechen einen explosionsartigen Vortrieb, doch die Entfesselung dieser Kraft geschieht stattdessen völlig unspektakulär.

Wenn das Gaspedal voll durchgetreten wird, kommt nicht der Dampfhammer, der einen in die gut geschnittenen und bequemen Sitze presst, sondern eher der Effekt des Gummibandes. Der Q5 zieht kraftvoll und fast unaufhaltsam bis über 200 km/h an. Aber er schüttelt diese Kraft ohne Spektakel aus dem Ärmel.

Wenn man Vortrieb per Kickdown einfordert, kann es sogar sein, dass sich die früh hochschaltende Achtgang-Wandlerautomatik erst einmal etwas Zeit nimmt, um in der Übersetzung nach unten zu wandern. Die Beschleunigungswerte zeigen, dass der geschilderte subjektive Fahreindruck zu einem objektiv sehr schnellen SUV gehört. Es vergehen nur 5,8 Sekunden, ehe die fast zwei Tonnen auf 100 km/h beschleunigt sind. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h. Dass sich der Testverbrauch bei 9,2 Litern einpendelte, ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass es wenig Landstraßentouren im Bummeltempo gab.

Der Ingolstädter Express-SUV ist nicht nur schnell, sondern mit seinen modernen Assistenzsystemen so sicher, wie es der Stand der Technik ermöglicht. Und praktisch ist er obendrein. Die hohe Sitzposition ist für viele ein Grund, zu einem solchen Fahrzeug zu greifen. Die Variabilität und das Platzangebot addieren sich dazu. Vier Erwachsene sind sehr, fünf ausreichend bequem im Q5 unterwegs. Und hinter die verstellbare Rückbank passen noch 550 Liter Gepäck.

Fünftüriges, fünfsitziges SUV mit Allradantrieb, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.663/1.893/1.659/2.819, Leergewicht 1.845 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.240 kg, Kofferraumvolumen: 550 - 1.550 l, Tankinhalt: Kraftstoff 65 l, AdBlue 12,0 l.
Motor: V6-Zylinder-Turbodiesel, Hubraum: 2.967 ccm, Leistung: 210 kW/286 PS bei 3.750 bis 4.000 U/min, maximales Drehmoment: 620 Nm bei 1.500, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 5,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 237 km/h, Normverbrauch: 6,0 Liter Diesel je 100 km, CO2-Ausstoß: 157 g/km.
Preis: 67.450 Euro (Deutschland: 57.450 Euro).

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