Offroad

Inhalt

Nissan X-Trail 2.0 dCi 4x4 Xtronic - im Test Nissan X-Trail 2018

Feinschliff

Nissan hat sein mittelgroßes SUV X-Trail optisch und technisch aufgefrischt. Wir testen den 177-PS-Diesel mit Automatik und Topausstattung "Tekna".

Georg Koman

Hier geht's zu den Bildern

Entsprechend dem aktuellen Familiendesign erhielt der Nissan X-Trail im Zuge des aktuellen Facelifts einen neuen, gefälligeren Kühlergrill sowie frisch gestaltete Front- und Heckschürzen samt Scheinwerfer- und Leucht-Einheiten.

Diese optischen Modifikationen wirken sich auf die Länge aus: mit nunmehr 4,69 Metern geriet der X-Trail um fünf Zentimeter länger. Breite (1,83 Meter), Höhe (1,74 Meter) und Radstand (2,71 Meter) bleiben allerdings unverändert.

Innen fällt das neu gestaltete Lenkrad mit abgeflachter Unterseite auf. Das sieht sportlich aus und erleichtert den Einstieg. Ebenfalls neu ist die elektrische Heckklappe, die in den beiden höchsten Ausstattungen berührungslos per Fußwackeln zu öffnen ist. Der Kofferraum wuchs von 550 auf 565 Liter, beim wie gewohnt gegen Aufpreis erhältlichen Siebensitzer sind es 445 Liter. Klappt man die Rücksitze um, beträgt das Ladevolumen bis zu 1.996 Liter.

Ein Update gab es auch in Sachen Assistenzsysteme: Der "ProPILOT" übernimmt gegen Aufpreis auf der Autobahn (ohne Spurwechsel), im Kolonnenverkehr und im Stau die Steuerung von Lenkung, Beschleunigung und Bremsen mithilfe der effektiven Verknüpfung der Fähigkeiten des aktiven Spurhalte-Assistenten, des Adaptiv-Tempomaten und des Stauassistenten. Was in der Praxis sehr gut funktioniert, solange die Hände brav am Lenkrad bleiben.

Unser Testwagen setzt auf die Stufenlos-Automatik "Xtronic", wäre allerdings auch mit Handschaltung bestellbar. Wir stellen fest: sauber gelöst. Kein unnötiger Gummiband-Effekt wie bei den Planetengetrieben mancher Hybridfahrzeuge. Gas geben und der X-Trail schiebt verzögerungsfrei an.

Kräftig noch dazu, denn 177 PS und ein Drehmoment von satten 380 Nm reichen für jederzeit flottes Vorankommen. Gefühlt spritziger, als es die Werksangabe von exakt zehn Sekunden für den 0-100-km/h-Sprint vermuten ließe.

Fahrdynamisch präsentiert sich der Nissan X-Trail wie gewohnt auf der sanft-komfortablen Seite, das Geräuschniveau wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich vermindert. Gleiten schätzt das hohe SUV definitiv mehr als Hetzen.

Der Verbrauch hält sich üblicherweise in Grenzen: Die Werksangabe von sechs Litern für den Normmix schafften wir im Test zwar nicht, aber sieben Liter sind für einen Fast-Zweitonner mit Allradantrieb auch nicht zu verachten.

Sollte jemand tatsächlich ins Gelände fahren wollen, hat er mit dem X-Trail eine gute Wahl getroffen - vorausgesetzt, der Allradantrieb um rund 3.000 Euro wurde mitbestellt: 21 Zentimeter Bodenfreiheit sind OK, Traktion und Böschungswinkel passen ebenfalls. Via Einstellrad kann man zwischen Frontantrieb, intelligentem Allrad und 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse fixiertem Vierradantrieb auswählen. Eine Bergabfahrhilfe ist ebenfalls an Bord.

Der Touchscreen des Nissan ist klein geraten und recht tief platziert, die Bedienung sämtlicher Funktionen geht aber grundsätzlich in Ordnung. Beladbarkeit und Kofferraum-Variabilität sind ebenfalls tadellos. Einzig eine umklappbare Beifahrersitzlehne ist - im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenten - nicht erhältlich.

Als Topmodell "Tekna" ist der Nissan X-Trail überkomplett ausgestattet: LED-Scheinwerfer, Lederpolsterung, Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Sitz- und Lenkradheizung, elektrisch einstellbare Vordersitze, 19-Zoll-Alufelgen, sensorgesteuerte E-Heckklappe, automatisch abblendender Innenspiegel, 360-Grad-Rundumsicht, diverse Assistenzsysteme, Bose-Sound etc. etc. etc.

An Extras bleiben neben dem "ProPILOT" lediglich Metallic-Lack und die (nur für Kinder empfehlenswerte) dritte Sitzreihe übrig, abgesehen von Goodies aus dem Zubehörprogramm - wie Fahrrad-und Schiträger, Gummimatten oder ein paar Styling-Elemente.

So viele Goodies müssen zwangsläufig ihren Preis haben. Wer "einmal alles" fordert, bezahlt für den Nissan X-Trail 2.0 dCi 4x4 Xtronic "Tekna" 49.199 Euro, ist dann aber auch am obersten Ende der X-Trail-Preisliste angelangt. Los geht es mit 163 Benziner-PS, Handschaltung, Frontantrieb und Ausstattung "Visia" hingegen schon ab 26.190 Euro.

Plus
+ gutes Platzangebot
+ komfortables Fahrwerk
+ tolle Ausstattung beim "Tekna"
+ hochwertige Materialien
+ zahlreiche Assistenzsysteme Serie

Minus
- tief platzierter, kleiner Touchscreen
- langsame Heizung und Sitzheizung

Resümee
Im Zuge des aktuellen Facelift wurde der Nissan X-Trail vor allem in Sachen Assistenzsysteme und Innenraumqualität aufgewertet. Auch das Außendesign ist wieder zeitgemäß. Der Preis ist fair, wenn man die gewaltige Ausstattungsfülle mit einbezieht.

Drucken

Ähnliche Themen:

14.06.2018
Donnerwetter

Viel Feinschliff, mehr Leistung, zehn Gänge und eine Klappenauspuffanlage sorgen im überarbeiteten Ford Mustang für noch mehr Freude.

01.03.2014
Legt ihn höher

Nach alter Tradition bietet Renault den Scénic wieder als offroad-ambitionierte Version an. Wir testen den "XMOD" mit 130-PS-Selbstzünder.

07.12.2012
Preisbrecher im Großformat

Dacia wirft sich mit dem Lodgy ins Getümmel der Van-Klasse. Wie zu erwarten mit einer klaren Kampfansage: dem Basispreis von 9.990 Euro.

Tourist Trophy Facelift Audi TT - erster Test

Der Audi TT startet kräftiger und knackiger ins kommende Jahr. Sein Design und seine Technik wurden zum 20. Geburtstag leicht angeschärft.

Ennstal-Classic 2018 Deopito/Deopito führen nach Tag 1

Die Ennstal-Classic 2018 ist voll im Gange und hat bereits ihre ersten Etappensieger: Die Vorjahressieger Deopito/Deopito führen das Feld an.

Formel 1: Interview Lowe will Williams ins Lot bringen

Paddy Lowe steht vor der Herkulesaufgabe, Williams wieder wettbewerbsfähig zu machen – die Aerodynamik gilt als das größte Problem.

Urbanes Spaßmobil BMW C 400 X - Roller im ersten Test

Wir testen den neuen Mittelklasse-Roller BMW C 400 X auf Herz, Nieren und seine Qualitäten als wendiges City-Mobil für täglich nötige Fahrten.