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Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4 Style - im Test Skoda Karoq 2018

Bruder Leichtfuß

Der Skoda Karoq - kleiner Bruder des Kodiaq - stellt sich unserem Test in der nach wie vor beliebten Kombination aus 150-PS-Diesel und 4x4-Antrieb.

Bernhard Reichel

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Fans des beliebten, aber verblichenen Skoda-SUV Yeti müssen sich nicht ärgern, der Karoq hat zwar dessen knuffiges Äußeres abgelegt, dafür ist er nochmals geräumiger - und eigentlich ist er gar nicht wirklich der Nachfolger.

Der Tscheche ist der Vierte im Bunde der kompakten SUV-Flotte des VW-Konzerns - Seat Ateca, VW Tiguan und Audi Q3 heißen seine Geschwister. 4,38 Meter und damit 15 Zentimeter mehr misst der Karoq im Vergleich zum eingestellten Schneemann. Das Modell im Format des Yeti kommt erst Ende des Jahres. Als Hybrid-Conceptcar "Vision X" gab es auf dem Genfer Autosalon eine erste Vorahnung.

Der Karoq liegt schön in der Mitte der Produktpalette. Der kompakte SUV teilt die Proportionen mit dem Seat Ateca, vor allem die komplette Seitenlinie. Die Front ist etwas einfacher gezeichnet als beim großen Bruder Kodiaq. Das Heck wird von C-förmigen und dreidimensional gestalteten Heckleuchten geprägt.

Im ergonomisch gestalteten Innenraum geht es wie erwartet praktisch zu. Zahlreiche Ablagen und Fächer in klein und groß finden sich in jeder Ecke. In der großzügigen Türablage befindet sich - serienmäßig bei der getesteten Top-Ausstattung "Style" - sogar ein serienmäßiger Mistkübel und ein einfacher, aber höchst effektiver Spanngurt. Es sind die vielen durchdachten Kleinigkeiten, die für Bequemlichkeit sorgen. Natürlich auch der legendäre Eiskratzer im Tankdeckel, das gekühlte Handschuhfach, der Parkscheinhalter oder die integrierte Taschenlampe im Kofferraum.

Nur, dass die Mittelarmlehne nicht mehr ihrem Doppeljob als Staufach nachgeht, fällt auf. Im Fond lässt es sich mit dreistufiger Sitzheizung, Steckdosen, USB-Buchsen, Klapptischchen und Smartphone-Halterungen sehr gut und sehr lange aushalten.

Durch das üppig dimensionierte Glasdach dringt viel Licht und Freundlichkeit ein - allerdings ist es mit 1.060 Euro zu bezahlen. Passt perfekt zur elegant beigen Lederausstattung (weitere 1.531 Euro Aufpreis), an der jedoch sehr schnell Abrieb durch Beinkleider sichtbar wird.

Die Mittelkonsole ist schön aufgeräumt und funktionell mit allen nötigen Tasten und Drehreglern ausgestattet. Der große Touchscreen reagiert sehr gut. Die Menüführung ist ausreichend logisch, doch die teils komplexen Abbildungen lenken immer wieder vom Wesentlichen ab, etwa bei der Wahl der verschiedenen Fahrmodi.

Außerdem vermisst man einen einfachen Drehregler für die Lautstärke. Das kleine Rad am Lenkrad ist allerdings eine Lösung, an die man sich gewöhnen kann. Die sogar dreistufige Lenkradheizung wärmt sehr homogen und erfreut vor allem in der kalten Jahreszeit.

Platz gibt es vorne wie hinten für alle Menschentypen. Der Kofferraum ist mit 521 Litern gut brauchbar und mit umgeklappten Rücksitzen auf 1.630 Liter schnell erweiterbar. Mit dem VarioFlex-System (404 Euro) lassen sich diese auch ausbauen und weitere 200 Liter gewinnen.

Die Kraft der 150 Pferdchen unseres bekannten 2.0 Liter großen TDI-Dieselmotors wird per 7-Gang-DSG auf alle vier Rädern verteilt. 9,3 Sekunden braucht man für den Sprint auf Tempo 100. 5,2 Liter soll der Normmix-Verbrauch betragen. Angesichts unserer Vollausstattung sind 1,5 Liter mehr zu veranschlagen.

Das Triebwerk läuft sehr rund und angenehm und lässt sich nicht lange bitten, ordentliche Leistung zu bieten, kein Wunder bei 340 Nm Drehmoment. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet sauber und zaubert stets den passenden Gang. Insgesamt ist das Handling sehr souverän.

Schattenseiten finden sich nur in Details. Der Abstandssensor fiel in der kalten Jahreszeit sehr häufig aus, selbst nach einer Kur in der Waschanlage meldete er sich nach ein paar Schneeflocken wieder ab. Leider damit auch der gesamte Tempomat und nicht nur dessen adaptive Funktion. Bei Motorstillstand bleiben Multimedia-Funktionen aktiv, aber nicht das Multifunktionslenkrad für deren Bedienung.

Der günstigste Karoq mit unserem Antrieb, Allrad und DSG startet bei 35.040 Euro als "Ambition". Für den feinen „Style“ kommen 37.060 Euro zusammen. Allerdings ist die DSG-Variante erst ab Herbst wieder zu haben, wenn die Neukonfiguration der Motoren im Zuge der künftigen Realverbrauchsmessung RDE abgeschlossen ist. Bis dahin gibt es den Karoq mit 150-PS-TDI und Allrad nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe - als "Style" für 34.690 Euro.

Serienmäßig bietet das tschechische SUV schon als Basismodell "Ambition" unter anderem LED für Tagfahrlicht und Heckleuchten, Anhängerkupplungsvorbereitung, digitalen Radioempfang, Bluetooth, 17-Zoll-Alufelgen, Fernlicht- und Notbremsassistent, Nebelscheinwerfer, Fahrerknieairbag, Parksensoren hinten, Autohold-Funktion für die elektrische Handbremse, Tempomat sowie Licht- und Regensensor.

Im "Style" gibt es erwartungsgemäß einige verchromte Teile mehr, aber auch die automatische Distanzregelung ACC, LED-Scheinwerfer, Climatronic, Parksensoren auch vorne, schlüsselloser Zugang und 18-Zoll-Räder gehören dann zum Serienumfang.

Eine Anhängerkupplung gibt es für 666 Euro und man glaubt es kaum: unlackierte Kunststoffbeplankungen der Radhäuser kosten 150 Euro extra. Eine elektrische Heckklappe gibt es für 696 Euro, eine Standheizung für 695 Euro, Die erwähnte Lenkradheizung ist für 130 eine empfehlenswerte Erweiterung, die Rückfahrkamera gibt es für 263 Euro, sie verfügt sogar über eine eigene Waschdüse.

Plus
+ drehmomentstarker und verbrauchsarmer TDI-Motor
+ komfortables Fahrverhalten
+ hervorragendes Platzangebot
+ viele clevere Details
+ faire Preispolitik

Minus
- Übersicht nach hinten nicht optimal
- Sensoren streikten im Test häufig

Resümee
Der Skoda Karoq macht im Grunde alles richtig und ist ausstattungs- und preistechnisch gut zwischen Ateca und Tiguan positioniert. Die vielen cleveren Detaillösungen gefallen. Das Fahrverhalten ist stets souverän. Was will man mehr?

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