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Rallye-WM: Neuseeland

Dürfen die Citroen-Piloten tatsächlich um den Sieg kämpfen?

Nachdem der Vorsprung von Loeb zunächst größer wurde, verkürzte Hirvonen den Vorsprung auf nur mehr 1,7s. Solberg Dritter. Stohl weiter auf Platz elf.

Michael Noir Trawniczek

Am Samstagvormittag standen am „anderen Ende der Welt“, im wunderschönen Neuseeland drei weitere Sonderprüfungen auf dem Programm. Einmal mehr war die richtige Reifenwahl der Schlüssel zum Erfolg – diese wurde erschwert durch den Umstand, dass die Prüfungen zum Teil nasse und rutschige, zugleich aber auch komplett trockene Passagen aufwiesen…

Vor dem Start der ersten Sonderprüfung wurde im Servicepark gerätselt, ob Citroen seinen führenden Piloten Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen tatsächlich einen freien Kampf erlaubt hat. Gerüchten zufolge soll es an diesem Wochenende keine Teamorders bei den Franzosen geben.

Weltmeister Sebastien Loeb wählte wie schon am Vortag die weiche Mischung für die Vorder- und die harte für die Hinterreifen. Loeb erklärte: „Gestern hat das gut funktioniert – dass wir heute erneut mit dieser Konstellation fahren, entsprang eher einem Sicherheitsgedanken.“

Gleich auf der 17,6 km langen SP 9 „Batley“ wurde Loeb in seiner Wahl bestätigt: Mit der zweitschnellsten Zeit konnte er seinen Vorsprung auf seinen Citroen-Teamkollegen Mikko Hirvonen vergrößern, der Finne belegte Platz drei.

Auf der 23,2 km langen SP 10 „Brother Mititai“ belegte Loeb nur Platz vier. Der Weltmeister erklärte: „Ich pushe wirklich hart. Ich habe ein bisschen etwas riskiert. Wir sind leicht an einer Brücke angeschlagen - aber es scheint alles okay zu sein an unserem Auto. Die Aktion hat uns etwas Zeit gekostet, aber der Rest der Prüfung war okay.“

Trotz dieses Fehlers konnte Loeb seinen Vorsprung auf Hirvonen weiter ausbauen, auf 8,5 Sekunden. Denn Hirvonen kam über Platz sieben nicht hinaus und schüttelte enttäuscht und geknickt den Kopf: „Ich habe gedacht, dass diese Prüfung perfekt war, ich habe wirklich hart attackiert. Aber wir verlieren trotzdem an Zeit. Ich verstehe das nicht. Vielleicht sind wir in den Kurven zu sehr gedriftet und sind keine perfekte Linie gefahren?“

Das Grübeln und Kopfzerbrechen fand auf der 29,99 km langen SP 11 „Girls High School“ ein Ende – denn jetzt konnte Hirvonen mit der zweitschnellsten Zeit seinem Stallkollegen satte 6,8 Sekunden abknöpfen, denn Loeb konnte nur die fünftschnellste Zeit markieren.

Das Leuchten kehrte zurück in das Gesicht des Finnen, Hirvonen fehlten vor dem Mittags-Remote-Service nur noch 1,7 Sekunden auf Loeb, Hirvonen jubelte: „Ich hatte wirklich viel Spaß auf der letzten Prüfung – wir hatten einen tollen Kampf, so sollte es immer sein. Jetzt können wir um den Sieg fighten.“

Dass ein Sebastien Loeb auf einer Prüfung so viel Zeit verliert, ohne dass es einen Zwischenfall gab, ist kaum vorstellbar, doch der Franzose erklärte: „Es ist nichts Spezielles passiert. Ich weiß nicht, was da passiert ist…Mikko war einfach sehr schnell unterwegs und es war sehr schlammig, da habe ich Zeit auf ihn verloren, wir sind zurzeit annähernd gleich schnell.“

Ob es am Ende tatsächlich keine Teamorder bei Citroen geben wird? Darf Hirvonen die Rallye tatsächlich gewinnen? Kann er Loeb schlagen? Der Samstagnachmittag wird auf diese Fragen die Antworten liefern…

Solberg schnappt sich Platz drei

Rundum glücklich war an diesem Samstagvormittag Ford-Pilot Petter Solberg. Der Norweger wählte wie schon am Vortag abermals eine völlig konträre Reifenstrategie – diesmal wählte er weiche Reifen, während der Großteil des Feldes mit den harten Pneus fuhr…

Und diesmal ging der Poker auf: Solberg konnte gleich auf SP 9 mit einer Bestzeit Evgeny Novikov vom dritten Platz verdrängen. Auf SP 10 verlor er zwar 1,1 Sekunden auf den jungen Russen, nachdem er Platz sechs belegte, während sein Teamkollege Jari-Matti Latvala die Bestzeit markieren konnte – doch auf SP 11 hieß der Bestzeithalter erneut Petter Solberg, sodass er seinen dritten Platz weiter absichern konnte. Solberg liegt nun 14,1 Sekunden vor Novikov, auf den führenden Loeb fehlen Solberg allerdings 1:26 Minuten.

Hinter Novikov belegen dessen M-Sport Ford-Teamkollege Ott Tänak, Thierry Neuville im Quatar Citroen, Prodrive Mini-Pilot Dani Sordo, der aufholende Latvala, Mini Portugal-Pilot Armindo Araujo (meldete ein Stoßdämpferproblem auf SP 11) und Ken Block im Monster Ford die restlichen Punkteränge.

Stohl & Minor auf Platz elf

Manfred Stohl und Ilka Minor belegen in ihrem Brazil Ford Fiesta RS World Rally Car weiterhin den elften Platz. Stohl hat nach dem Zeitverlust auf der letzten Freitagsprüfung offenbar nicht mehr versucht, das Match gegen Ken Block fortzusetzen, der Monster Ford-Pilot liegt nun etwas mehr als eine Minute vor dem Österreicher.

Dem zwölftplatzierten S2000-Piloten und Führendem der SWRC, Hayden Paddon im Skoda Fabia S2000, fehlt rund eine halbe Minute auf Stohl. Der elfte Platz erscheint also relativ ungefährdet – und es sind am Samstagnachmittag sowie am Sonntagvormittag noch elf harte Sonderprüfungen zu absolvieren. Wer auf der Strecke bleibt, könnte durchaus mit WM-Punkten belohnt werden. Im Vordergrund steht bei „Stohlito“ jedoch die pure Freude und der Genuss, seine Lieblingsrallye im WRC zu bestreiten…

In der PWRC führt der Argentinier Marcos Ligato im Subaru Impreza WRC STI, dahinter belegt das Damenduo Ramona Karlsson und Miriam Waldfrisson im Mitsubishi Lancer Evo X den zweiten Platz vor Ricardo Trivino im Evo IX.

Am Samstagnachmittag stehen in Neuseeland weitere vier Sonderprüfungen auf dem Programm.

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Stohl nach Tag 2 Stohl nach Tag 2 Latvala gibt Titelkampf auf Latvala gibt Titelkampf auf

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