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Rallye-WM: Neuseeland

WRC-Comeback als „Feuerwehreinsatz“?

Die Nennliste der Neuseeland-Rallye sorgt für Aufregung: Manfred Stohl im Brazil-Fiesta WRC, Henning Solberg und Ilka Minor als Privatiers. Was steckt dahinter?

Michael Noir Trawniczek

Nicht nur in Österreich, sondern auch in internationalen Motorsportforen sorgt zurzeit die Nennliste für die Neuseeland-Rallye, der nächsten Station der Rallye-Weltmeisterschaft (21. bis 24. Juni) für Gesprächsstoff…

Denn dort sind im Feld der 14 World Rally Cars gleich drei ÖsterreicherInnen zu finden: Mit Startnummer neun Manfred Stohl und Tina Maria Monego für das Brazil World Rally Team, mit Startnummer elf Ilka Minor als Co-Pilotin von Henning Solberg.

Manfred Stohl, der sich zurzeit noch in Griechenland befindet, wo er mit Stohl Racing den Einsatz des Brazil World Rally Teams mit Daniel Oliveira bei der Akropolis-Rallye leitete, wollte gegenüber motorline.cc noch keine Stellungnahme abgeben. Ebenso wollte sich Ilka Minor noch nicht dazu äußern, ob es in Neuseeland tatsächlich ein Comeback von Henning Solberg geben wird.

Somit bleiben nur Spekulationen. Die Nennung von Stohl ist insofern eine Überraschung, als dass der Wiener nach einem Test mit dem Oliveira-Ford Fiesta WRC gegenüber motorline.cc erklärte, dass ihm dieser Test quasi die Augen geöffnet habe, was seine eigene Konkurrenzfähigkeit in einem aktuellen World Rally Car anbelangt: „Wenn jemand glaubt, dass ich auf Anhieb in die Top 5 fahren könnte, dann ist er ein Träumer. Selbst Leute, die man heute in der WM belächelt, darf man nicht unterschätzen. Ich glaube, dass es sich da um eine Top-Liga handelt. Wenn du zuhause sitzt, glaubst du immer, dass du das leicht schaffst – aber da sollte man sich nicht täuschen lassen.“

Sucht „Stohlito“ nun in Neuseeland trotzdem die ultimative Herausforderung? Will er es noch einmal wissen? Oder gibt es andere Gründe, warum er für die Neuseeland-Rallye genannt hat?

Brazil Team droht Punkteentzug und Geldstrafe

Eine Lösung könnte das Regelbuch sein – denn das Brazil World Rally Team ist als „WRC Team“ bei den Herstellerteams eingetragen und ist damit in der WM für Hersteller punktberechtigt. Allerdings müssen laut Artikel 7.2 der FIA Sporting Regulations sieben Rallyes nominiert und absolviert werden. Das Brazil World Rally Team ist bei der Portugal-Rallye in die laufende Weltmeisterschaft eingestiegen und hat Finnland sowie Großbritannien oder Italien als jene Rallyes nominiert, die es nicht bestreiten wird. Für die Neuseeland-Rallye hat man sich also verpflichtet.

Wenn nur einer dieser zugesagten Events nicht absolviert wird, droht nicht nur der Entzug aller WM-Punkte, sondern auch eine Geldstrafe: Die vor Saisonbeginn eingezahlte Registrierungsgebühr von 21.000 Euro wird dann eingezogen, zudem müssen bei jeder versäumten Rallye dem Veranstalter weitere 21.000 Euro bezahlt werden…

Auf einer mit 14. Mai datierten, auf der Website des Veranstalters veröffentlichten „Liste der registrierten Teilnehmer“ scheint noch Daniel Oliveira als Pilot des Brazil World Rally Teams auf, nur eine Woche später wurde Manfred Stohl als Pilot angeführt.

Offenbar kann oder will Daniel Oliveira die Neuseeland-Rallye nicht bestreiten – der Einsatz von Manfred Stohl wäre dann so etwas wie ein „Feuerwehreinsatz“, um einer Bestrafung durch die FIA zu entgehen. Mit der Verkühlung, die Oliveira in Griechenland dazu zwang, am zweiten Tag auszusetzen, kann die Entscheidung jedoch ganz sicher nicht in Zusammenhang stehen, da für die Neuseeland-Rallye schon am 22. Mai Nennschluss war.

Große Erfolge in Neuseeland

Warum auch immer – die heimischen Fans würden ein, wenn auch nur einmaliges WM-Comeback des bislang besten Österreichers in der Weltmeisterschaft (Platz vier in der WM 2006) mit Freude begrüßen. Stohl fuhr seit Wales 2007 keine WM-Rallye mehr.

Und: Neuseeland ist die Lieblingsrallye von Manfred Stohl. Dort wurden er und seine Co-Pilotin Ilka Minor im glorreichen Jahr 2006 hinter Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen Dritte, im Jahr 2004 feierten sie als Gesamt-Zehnte den Sieg in der PWRC. Insgesamt stand Manfred Stohl bereits acht Mal in Neuseeland am Start.

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