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Rally Krumlov: Vorschau RRA
Fotos: Race Rent Austria

Rally Krumlov: Die große Liebe der Race Rent Austria-Piloten

Das große Schwärmen der Race Rent Austria-Piloten von der Rally Cesky Krumlov begann 2019 und wurde in Folge trotz Pandemiepause immer mehr. Bei der nur unweit von Freistadt entfernt abgehaltenen tschechischen Kultrallye werden diesmal sechs RRA-Teams ihr Glück versuchen...

Als Michael Denk (Copilot Harald Bachmayer) und Markus Stockinger (Johann Rainer Moser) im Jahr 2019 zum ersten Mal die tschechische Rally Cesky Krumlov in Angriff nahmen, kamen die beiden schon bei der Besichtigung aus dem Staunen nicht mehr heraus. Michael Denk erinnert sich: „Wir haben sehr bald einen tiefgehenden, puren Respekt für diese Rallye empfunden - als es zum Beispiel auf einer einzigen Sonderprüfung gleich sieben Sprünge gab, die noch dazu nicht von schlechten Eltern waren. Diese Strecken waren ganz einfach extrem anspruchsvoll - in der Nacht waren die Bedingungen dann noch schwieriger...“

Die lediglich 30 Autominuten von Österreichs Grenze entfernt stattfindende Kultrallye hat es den Race Rent Austria-Piloten aber nicht nur wegen der herausfordernden Prüfungen angetan - zeitgleich mit der Eröffnungsprüfung auf einem Messegelände kam ein weiteres „Match“ hinzu - in Form von vielen, rundum begeisterten Zuschauer*innen. Michael Denk erzählt: „Es waren extrem viele Leute auf dieser Sonderprüfung, die eine großartige Stimmung erzeugt haben. Gegen Mitternacht haben wir die Autos in den Parc ferme gestellt und auch da waren noch viele Leute unterwegs, welche die Rallye abgefeiert haben. In Summe war es die geilste Rallye, die ich je gefahren bin...“

Stockinger/Moser: Seit 2019 mit der Krumlov im Herzen

Im gleichen Jahr wie Michael Denk, 2019, fuhr auch Markus Stockinger seine erste Rally Cesky Krumlov, die beiden Race Rent Austria-Teamkollegen und Freunde haben damals auch die Besichtigung gemeinsam absolviert. Damals landete Stockinger auf Gesamtrang 55. Die Begeisterung für diese Rallye kam nicht nur im Team von Race Rent Austria zum Tragen - viele weitere Piloten schwärmten von der Krumlov, nur einen Katzensprung von Freistadt entfernt, sodass die Veranstalter der Jännerrallye 2020 mit jenen der Rally Krumlov einen „Regional Rally Cup“ ins Leben riefen - doch die Rally Krumlov konnte 2020 nicht abgehalten werden, auch 2021 konnte sie nicht an ihrem angestammten Termin im Mai stattfinden, sondern wurde im vergangenen November abgehalten.

Markus Stockinger war da natürlich wieder mit von der Partie: „Da war es dann um einiges rutschiger und trotz der eher ungemütlichen Wetterverhältnisse waren wieder viele begeisterte Fans auf den Sonderprüfungen.“

Stockinger hätte damals einen Platz in den Top 15 erreichen können, doch ein Problem mit dem Turbolader warf ihn zurück auf Platz 22. Stockinger: „In diesem Sinne ist da noch eine kleine Rechnung offen - vor allem aber freue ich mich darauf, diese schöne Rallye wieder bei frühlingshaften Bedingungen fahren zu können.“ Als Copilot wird wieder Johann Rainer Moser im Mazda 2 Proto Platz nehmen.

Leitner/Matusch: „Krumlov - da lernst du das Rallyefahren“

Von der großen Begeisterung seiner Teamkollegen musste Rudolf Leitner gar nicht erst angesteckt werden, der Ford Fiesta Proto-Pilot erzählt: „Die Rally Krumlov ist von Oberösterreich ja nur einen Katzensprung entfernt und ich kannte sie schon als Zuschauer. Daher wollte ich sie ohnehin irgendwann einmal fahren, im Vorjahr gab es die Gelegenheit dazu.“

Der Eindruck, den Leitner als Zuschauer hatte, wurde bei seinem Krumlov-Debüt nur bestätigt: „Dort drüben lernst du das Rallyefahren, das Kuppenfahren! Und es gibt einen ganz tollen Stadtkurs. Ansonsten hast du bei jeder Sonderprüfung schwierige, mitunter enge Waldpassagen, die keinen Fehler verzeihen. Im Vorjahr wurde ja im November gefahren, wo es besonders rutschig war. Jedenfalls haben mir diese Prüfungen einen großen Respekt abgezollt.“

Wie viele seiner Kollegen hat auch Rudolf Leitner technisch ein wenig aufgerüstet: „Wir haben einen neuen Turbolöader, Fahrwerksträger und einen Sicherheitstank, der ab nächstem Jahr vorgeschrieben ist.“ Als Copilot fungiert einmal mehr Roland Matusch.

Wurm/Hackl: Sondereinsatz im Mitsubishi Evo

Auch Manuel Wurm (aktuelles Foto oben) konnte im letzten November die Vorzüge der Rally Krumlov kennenlernen - zumindest so lange, bis ihn ein Unfall aus dem Rennen warf: „Ein Fehler im Aufschrieb, der auf meine Kappe ging.“ Davor jedoch konnten Wurm und sein Copilot Stephan Hackl mit dem Serienfahrzeug dermaßen schnelle Zeiten markieren, sodass so manche hochgezogene Augenbraue zu sehen war.

Seinen Toyota Yaris lässt Wurm diesmal in der Garage und pilotiert stattdessen einen Mitsubishi Lancer Evo IX Proto: „Den Evo bin ich gewöhnt von früher. Durch das Switchen der Fahrzeuge kann ich die Unterschiede der beiden Modelle besser ausmachen und so den Yaris noch besser abstimmen.“

Was Manuel besonders freut;: „Ich habe neue und altbewährte Sponsoren, die allesamt bereit waren, auch beim Evo-Einsatz dabei zu sein. Sie alle werden dann beim großen Sommer-Heimspiel, bei der Perger Mühlsteinrallye dabei sein, wo ich wieder meinen Toyota Yaris pilotieren werde. Jetzt freuen wir uns aber auf die Rally Krumlov, mit der ich ja noch eine Rechnung offen habe.“

Eder/Höfler: „Alter jetzt fahr mal eine!“

16 Jahre sind seit dem Rallyedebüt von Thomas Eder (Bild oben), bei der Jännerrallye 2006 auf einem Mazda 323 GTR, vergangen - dass ein Rallyerookie beinahe zwei Jahrzehnte lang vermeiden kann, dem Reiz der zweiten Rallye zu erliegen, geschieht nicht alle Tage. Thomas lacht: „Es hat mich immer wieder in den Fingern gejuckt!“

Dieses Fingerjucken wurde zuletzt noch verstärkt, als sein bester Kumpel Manuel Wurm einen Toyota Yaris auf die Räder stellte - immer wieder konnte er aus dem Munde seines besten Freundes den Satz vernehmen: „Alter jetzt fahr mal eine!“ Bei der Blaufränkischland-Rallye am Beginn dieser Saison wollte Thomas Eder schließlich den Wunsch seines Freundes erfüllen, doch allein: „Ich habe mir vor der Rallye drei Rippen gebrochen und musste das Comeback schweren Herzens verschieben.“

Am kommenden Wochenende ist es nun tatsächlich so weit: Rund 5840 Tage nach dem „Ersten Mal“ folgt bei der Rally Cesky Krumlov die Fortsetzung seiner ungewöhnlichjen Pilotenkarriere, Thomas Eder erzählt: „Mein Copilot, Patrick (Höfler, Anmerkung) ist ein guter Freund und noch nie in einem Rallyeauto gesessen. Aber ich habe ein gutes Gefühl und freue mich schon sehr auf das bevorstehende Rallye-Wochenende in der Tschechei.“

Einer nochmaligen Wartezeit von 16 Jahren kommt diesmal Thomas Eder höchstpersönlich zuvor: „Wir wollen den Rallyesport von der Picke auf erlernen und daher möchte ich heuer ganz sicher noch zwei bis drei weitere Rallyes absolvieren.“ Das Highlight dieser Mission soll am Beginn des kommenden Jahres der Start bei der Jännerrallye sein. Thomas nickt: „Das ist meine Heimrallye - und bei meiner Premiere 2006 kamen wir nicht ins Ziel.“

Knapp/Böckl: Hoffen auf „RRA-Getriebe“

„Allen Berichten zufolge dürfte es sich bei der Rally Cesky Krumlov um eine außergewöhnlich schöne Rallye handeln - diese Veranstaltung liegt von meiner Heimat Gmünd nicht weit entfernt und es hat mich schon immer gereizt, dort einmal zu fahren“, erzählt Richard Knapp, der bei seinem Krumlov-Debüt wie immer von Gefährtin Claudia Böckl navigiert wird.

Aufgerüstet hat Richard Knapp ebenfalls - in seinen Mitsubishi Lancer Evo III wurde ein „neues“ Getriebe eingebaut: „Neu wäre vielleicht das falsche Wort - es wurde aus mehreren Teilen ein Getriebe angefertigt. Ich hatte zuletzt fünf Getriebeschäden in Folge, sie wurden meistens von sogenannten Zehn Cent-Teilen ausgelöst ...“

Knapp lacht: „Da habe ich dann gezweifelt, ob es nicht an mir liegt - so habe ich unseren Teamchef Wolfgang Schmollngruber gebeten, bei einem Test an meiner Seite zu schauen, ob es vielleicht an mir liegen könnte. Doch dem war nicht so - jetzt hoffe ich auf unser ‚neues‘ Getriebe, das von Race Rent Austria aufgebaut wurde, Schmolli ist jedenfalls guter Dinge...“

Müller/Kaltenberger: „Ich möchte mit dem Auto fahren!“

Rund geht es im Leben von Christian Müller. Der oberösterreichische Zahntechniker startet gleich mit zwei neuen Firmen durch - doch das konnte ihn nicht davon abhalten, bei der Rallye Krumlov an den Start zu gehen: „Ich habe von
einigen Freunden gehört, dass die Menschen dort so motorsportbegeistert sind und dass es sich um schwierige Prüfungen handelt.“

Neben dem Krumlov-Debüt erleben Christian Müller und Copilotin Vera Kaltenberger eine weitere Premiere: „Wir werden den Ford Fiesta Proto von Race Rent Austria zum ersten Mal in der Wertung fahren - denn bei unserem Proto-Debüt im Rahmen der Blaufränkischland-Rallye fuhren wir als Vorausauto.“ Der Begeisterung tat dies keinen Abbruch: „Der Ford Fiesta WRC Proto ist mein absolutes Lieblingsrallyeauto, das sequentielle Getriebe ist Hammer!“

Sportliche Ziele möchte sich Christian Müller lieber nicht stecken: „Die Rally Krumlov dient dazu, uns auf unsere Heimrallye, die Perger Mühlsteinrallye vorzubereiten und möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Das Auto kann derzeit noch mehr als wir können. In Perg wäre es schön, wenn ich mit dem Auto fahren würde und nicht mehr das Auto mit mir.“

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