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ARC: Rally Vipavska dolina

ARC startete erstmals bei slowenischer Kultrallye

Schwierige Strecken, launisches Wetter bis hin zum Eisregen, tausende begeisterte Fans - die 22 Teams der Austrian Rallye Challenge zeigten sich von der Rally Vipavska Dolina angetan...

Fotos: Uros Modlic / www.fotomodlic.si; Harald Illmer, ZVG

Ein Jahr lang gab es keine Auslandsrallye in der Austrian Rallye Challenge - in der zweiten Saison seit der Neuformierung ging es diesmal zu unseren südlichen Nachbarn nach Slowenien, ins rund 130 Kilometer südlich von Klagenfurt gelegene Vipava Valley. Satte 104 Teams starteten bei der Rally Vipavska Dolina, immerhin 22 Teams der Austrian Rallye Challenge nahmen die Einladung des Veranstalters an, der den ARC-Protagonisten mit einem vergünstigten Nenngeld entgegengekommen war.

Abseits des sportlichen Geschehens zeigte sich die Mehrheit der 22 Teams begeistert von dieser Rallye. Die anspruchsvollen Sonderprüfungen stammen zu einem großen Teil von der legendären Saturnus-Rallye. Martin Attwenger beschreibt sie als "irrsinnig schwierig, kurvig und mit wenig Grip" oder kurz zusammengefasst als "megageil". Für Attwenger ist diese Rallye "das Geilste, was ich bisher, seit dem Jahr 2010 fuhr". Und: "Die Organistatoren sind außerordentlich freundlich, jeder kann Englisch - die Kommunikation ist dort überhaupt kein Problem."

Ganz besonders angetan zeigten sich die Teams von der Stimmung an der Strecke - so erinnert sich der junge Lukas Schindelegger an die Stadt-Sonderprüfung, mit der die Rallye am Freitagabend eröffnet wurde: "Es wird wohl noch einige Zeit brauchen, das Erlebte zu verarbeiten. Zehntausende Zuseher fanden sich in der kleinen, ansonsten verschlafenen Stadt Vipavscina zusammen und feierten den Motorsport, wie man es sonst nur von den 'guten alten Zeiten' gehört hat."

Und auch am Samstag feierten unzählige hoch begeisterte Fans die Helden der Rallye - Martin Attwenger schildert: "Mitten im Wald stehen dann plötzlich hunderte Leute und du kannst ihre Schreie durch den Helm durchhören. Die Stimmung dort ist einfach unbeschreiblich! Ich frage mich, warum dort nicht noch mehr Österreicher gestartet sind?" Attwenger jedenfalls wird im nächsten Jahr zur Rally Vpavska Dolina zurückkehren:"Ganz sicher. Selbst wenn wir im kommenden Jahr nur eine Rallye fahren würden..."

Dabei zeigte sich der "Wettergott" am Samstag von seiner gnadenlosen Seite: Ständige Wetterumbrüche, Regen, ja sogar Eisregen sorgten für erschwerte Bedingungen. Die Fans hielt das nicht davon ab, die Strecken zu säumen und ihrer Begeisterung für den Rallyesport freien Lauf zu lassen...

Das hat auch Roman Mühlberger schwer beeindruckt: "Das war einmal etwas ganz Anderes. Viele Zuschauer sorgten für ein wirklich schönes Erlebnis. Und auch das Feld war toll besetzt - es gab viele annähernd gleich gute Fahrer - so waren die Zeitabstände nicht allzu groß." Mühlberger kam als Tabellenführender der ARC nach Slowenien - in seinem Mitsubishi Lancer Evo VI konnte er (Copilotin Claudia Dorfbauer) im stark besetzten Feld als bestplatzierter Österreicher den guten 24. Gesamtrang belegen und damit den ARC-SIeg einfahren.

So konnte der Veranstalter der Herbstrallye Dobersberg seine Führung in der ARC deutlich ausbauen. Mühlberger führt nun mit 50 Punkten vor Stefan Kramer mit 26 Zählern sowie Hans-Georg Lindner mit 25 Punkten. Die Fans dürfen sich daher freuen, dass Mühlberger nun die gesamten ARC-Rallyes bestreiten möchte. Einzige Ausnahme könnte die von ihm veranstaltete Herbstrallye sein: "Wir versuchen jetzt einmal, unseren Vorsprung so weit es geht auszubauen - ob ich dann in Dobersberg selbst an den Start gehen werden, wird sich noch weisen. Schließlich gibt es ja ein Streichresultat."

Junior Stefan Kramer erobert die Tabellenführung

Stefan Kramer, der Sohn der Kärntner Legende Alfred Kramer, konnte bei seinem ersten Antritt in der Austrian Rallye Challenge kräftig abräumen. Im Opel Adam R2 (Foto ganz oben) belegte er als zweitschnellster Österreicher auch Platz zwei der ARC - und auch in der ARC-Wertung katapultierte sich der Yioungster auf Rang zwei mit 26 Punkten, allerdings dicht gefolgt von Hans-Georg Lindner mit 25 Punkten, Christian Reschenhofer (24 Punkte) und Enrico Windisch (22). In der Junior Austrian Rallye Challenge (JARC) konnte Stefan Kramer mit 26 Punkten gleich einmal die Führung übernehmen, seine Verfolgerin, Copilotin Jenny Hofstädter weist 21,5 Zähler auf, Platz drei belegt Copilotin Patricia Kamauf mit 20,9 Punkten.

Mit einem derart fulminanten Quereinstieg in die ARC könnte man meinen, Kramer junior würde von einer problemlosen Rallye berichten. Doch mitnichten. Stefan erzählt: "Ich fuhr zum ersten Mal mit dem Adam auf trockenem Asphalt - wir hatten zwar einen Test im Vorfeld der Rallye, doch da hat es geregnet." Zwar setzt Stefan Kramer auf den erfahrenen Michael Uschan als Beifahrer, doch die Technik spielte den beiden so manchen Streich. Zunächst erwies sich die bislang verwendete Intercom als zu wenig lautstark: "Bei hohen Drehzahlen habe ich Michi nicht gehört. Als wir dann eine neue Intercom eingebaut haben, fiel die vor dem Start von zwei Prüfungen komplett aus." Erst ein von einem Mitbewerber geliehenes Gerät sorgte für ein Ende des leidigen Problems. Stefan Kramer und Michi Uschan werden auch beim Rallyesprint St. Veit wieder in den Opel Adam R2 steigen.

Zwar konnte der bekanntermnaßen schnelle Hans-Georg Lindner in seinem Ford Escort RS2000 die historische Tageswertung der ARCH klar für sich entscheiden - noch dazu auf dem großartigen dritten Gesamtrang der ARC, was ihn auch auf Platz drei der ARC-Tabelle vorkatapultierte - in der ARCH jedoch führt der junge Lukas Schindelegger, der gemeinsam mit seinem Vater, Helmut Schindelegger, Initiator der "Kinderrallye". einen schneeweißen Ford Escort RS2000 pilotiert.

Lukas berichtet: "Wir hatten von Anfang an eine Mission: Punkte sammeln!" Nur einmal sei diese Mission ernsthaft in Gefahr gewesen: Als man am Nachmittag, wie so viele andere auch, die falsche Reifenwahl getroffen hatte und Jungpilot Lukas auf Slicks im strömenden Regen - mitunter sogar Eisregen - ins Ziel kommen musste: "Diese Reifenwahl war der größte Fehler, den wir uns bei dieser Rallye geleistet haben. Auf SP8 rutschten wir umher wie auf Schnee und Eis, auf SP9 gab es extrem wechselhafte Bedingungen. Diese zehn Kilometer ließen wir einige Nerven liegen." Auf der zehnten und letzten Prüfung kam die Belohnung für die zuvor geleistete Lenkradakrobatik: "Wir haben genau die richtigen Reifen ausgewählt und konnten endlcih jenen Speed fahren. den wir schon bei der Schneerosen-Rallye einmal aufblitzen ließen."

ART-Neuzugang Puskadi gleich mit Maximalpunkten

Der Ungar Janos Puskadi, der gemeinsam mit seinem Landsmann Barnabas Godor einen Skoda Fabia R5 pilotiert, lieferte einen fulminanten Einstieg in der Austrian Rallye Trophy (ART). Mit dem dritten Gesamtrang hinter den beiden Hyundai i20 R5-Piloten Rok Turk (CZ) und Claudio de Cecco (ITA) konnte er die ART-Wertung klar für sich entscheiden - und sich damit gleich einmal auf Rang drei der ART vorkatapultieren.

Puskadi erklärt: "Wir sind diese Rallye schon im letzten Jahr gefahren. Da hatten wir jedoch einen seltenen Computerfehler und mussten aufgeben. Die Rally Vipavska Dolina ist großartig: Die Streckenführung ist spannend, die Zuschauer sind extrem begeistert." Wichtig sei gewesen, dass man bei dem unberechenbaren Wetter stets eine gute Reifenwahl treffen konnte. Janos, der auch bei der Rallye St. Veit an den Start gehen wird, verrät: "Es geht hier stets darum, einen guten Kompromiss zu finden.

Ansonsten fuhren wir bis auf einen Dreher fehlerlos - was auch sicher der Schlüssel zum Erfolg war." Ein Erfolg, den, laut eignen Aussagen auch Gerald Rigler hätte einfahren können: "Wir sind vor unserem Ausfall auf dem dritten Gesamtrang gelegen, mit einer Minute Vorsprung auf den Vierten - Platz drei wäre sich also locker ausgegangen." Doch die Sperre des Differentials des Ford Fiesta R5 hatte wohl etwas dagegen: "Auf der achten Prüfung ist sie gebrochen - es war extrem rutschig und so kam beim Anbremsen das Heck, wir flogen ab und sind auf einer Böschung aufgehockt und konnten nicht mehr weiterfahren." Rigler fand die wechselhaften Bedingungen "lustig", denn: "Genau so soll Rallye sein!"

In der ART-Wertung führt der Ungar Dani Fischer, seit letztem Herbst auf Skoda Fabia R5 unterwegs. Er führt mit 38,40 Punkten vor Georg Gschwandner im Volvo 740 16V, der 26,40 Zähler auf dem Konto hat.
Der umtriebige Pilot und Cup-Organisator liegt in der Tabelle inmitten einer R5-Phalanx: Hinter Gschwandner lauern Janos Puskadi mit exakt 24 Punkten sowie Skoda Fabia R5-Pilot Günther Knobloch mit 21,5 Zählern.

Die Austrian Rallye Challenge wird am 17. und 18. Mai mit der Rallye St. Veit fortgesetzt - die seit dem Vorjahr neuen Veranstalter haben für ihre zweite Ausgabe zahlreiche Neuigkeiten angekündigt...

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