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Rallye-WM: Interview

Ogier bezeichnet Citroën als respektlos

Sébastien Ogier hat pikiert darauf reagiert, dass ihm Citroën die Alleinschuld für den Rallye-WM-Ausstieg vor der Saison 2020 gibt.

Autoren: David Evans, Heiko Stritzke

Diese Trennung verläuft schmutzig: Sebastien Ogier lässt kein gutes Haar an seinem ehemaligen Arbeitgeber, nachdem dieser ihn für den vorzeitigen Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) verantwortlich gemacht hat.

Im Interview mit 'Motorsport-Total.com' sagt er: "Kommunikation ist nicht gerade Citroens Stärke. Sie sagen, es seien keine anderen [guten] Fahrer verfügbar. Das halte ich für eine Respektlosigkeit meinen Kollegen gegenüber."

Citroen hat für den Ausstieg schon in diesem Winter (und nicht erst nach der WRC-Saison 2020) als Grund angeführt, dass man nach Ogiers Weggang keinen Zugriff mehr auf einen Topfahrer hätte. Teamkollege des sechsmaligen Weltmeisters war 2019 der Finne Esapekka Lappi.

Ogier war erst zur Saison 2019 nach zwei Titeln mit M-Sport zu Citroen gewechselt in der Hoffnung, in einem Werksteam besseres Material vorzufinden. Er legte mit zwei Siegen bei der Rallye Monte Carlo und in Mexiko los.

Danach konnte Citroen das Entwicklungstempo von Hyundai und Toyota jedoch nicht mehr mitgehen und geriet ins Hintertreffen. Ein letzter Sieg bei der Rallye Türkei änderte nichts mehr. Die Beziehung zwischen Ogier und Citroen erlitt einen herben Dämpfer, als seine Frau Andrea Kaiser nach den Problemen bei der Rallye Spanien mit dem Begriff "Shitroen" über den französischen Hersteller herzog.

Entwicklungstempo war zu gering

Auch wenn es noch nicht offiziell verkündet ist, wird Sebastien Ogier zu Toyota wechseln und dort am kommenden Montag als neuer Fahrer neben Elfyn Evans und Kalle Rovanperä verkündet werden. Toyota musste jüngst den überraschenden Weggang von Weltmeister Ott Tänak verkraften.

Über seine Zukunft will der 35-Jährige nicht reden, wohl aber über die Gründe seiner Entscheidung zum Weggang: "Einer der Hauptgründe für die Entscheidung waren Entwicklungsrhythmus und -tempo am Auto. Es war einfach nicht genug."

"Schon in diesem Jahr, darauf können wir uns sicher einigen, sind nicht genügend Entwicklungen gekommen. Wir sind im Vergleich zu unseren Mitbewerbern ins Hintertreffen geraten. Jeder, der dieses Auto fährt, wird zum selben Schluss kommen." Eine weitere Saison in einem scheidenden Programm bot keinerlei Perspektiven für ein höheres Entwicklungstempo - trotz eines umfangreichen Upgrade-Kits.

Trotz allem bereut er nicht, das Ein-Jahres-Engagement bei Citroen versucht zu haben - auch wenn es zur Folge hatte, dass die 15 Jahre andauernde WRC-Titelserie von Sebastiens gerissen ist: "Mir war der Grad der Herausforderung klar, als ich diesem Team beigetreten bin. Aber ich habe niemals Angst davor gehabt. Deshalb bereue ich meine Entscheidung nicht, selbst wenn wir es nicht geschafft haben."

Offen ist damit auch wieder, ob Sebastien Ogier bei seinem Rücktritt nach der WRC-Saison 2020 bleibt.

Budar kommentiert Ende Budar kommentiert Ende Ogier-Wechsel killt Citroën Ogier-Wechsel killt Citroën

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