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Die Rückkehr des Rekord-Champions

Der 13-fache Staatsmeister Raimund Baumschlager feiert seinen neunten Sieg bei der Lavanttal-Rallye. In der Meisterschaft bleibt jedoch Hermann Neubauer vorne. Den Sieg in der 2WD-Wertung holt sich erstmals der Steirer Daniel Wollinger.

Fotos: Harald Illmer

Die Lavanttal Rallye wurde auch heuer wieder vom Veranstalter Motorsportclub Wolfsberg (MSC Wolfsberg) organsiert. Damit feierte Österreichs älteste Rallye die als Meisterschaftslauf gefahren wird, bereits ihr 40-jähriges Jubiläum.

Der Wettergott meinte es mit dem Veranstalter MSC Wolfsberg nur teilweise gut. Am ersten Tag trat der erwartete Regen ein und brachte den Fahrern äußerst schwierige Streckenbedingungen. Am zweiten Tag besserte sich die Wettersituation, davon profitierten nicht nur die Teams mit ihren Aktiven, sondern auch die geschätzten 50.000 Fans, die trotz der differenten Wettersituation in die Region Lavanttal gekommen waren.

Nach Walter Röhrl und Stig Blomqvist in den Vorjahren, sorgten diesmal Österreichs Rallyelegende Franz Wittmann mit dem Toyota GT 86 und der Deutsche Harald Demuth mit dem Ihle Audi Sport Quattro bei den Publikumsmitfahrten für spektakuläre Auftritte und damit auch für die notwendigen karitativen Spenden.

Zum sportlichen Ablauf:

Das Imperium schlug zurück! Raimund Baumschlager sicherte sich seinen neunten Sieg bei der Lavanttal-Rallye und revanchierte sich für die Niederlage zum Saisonstart vor drei Wochen im Rebenland. Die Performance des 13-fachen Staatsmeisters unterschied sich von jener seiner Konkurrenten dahingehend, dass sie schlicht und einfach fehlerlos war. Egal ob wie zu Beginn im strömenden Regen oder dann auf trockenem Untergrund, der Champion hatte stets die passende Lösung bei sich bzw. in seinem Skoda Fabia R5. Mit imponierender.

Unantastbarkeit spulte der Oberösterreicher sein Programm ab, während seine schärfsten Konkurrenten in den PS-stärkeren Ford Fiesta World Rally Cars durch Defekte gleich zu .

Beginn um die zu erwerbenden Früchte gebracht wurden. Hermann Neubauer spielte die Antriebswelle einen Streich, indem sie beim Start brach. Zudem machte ein Reifen schlapp, und auch Gerwald Grössing kostete ein Reifenschaden frühzeitig alle Siegeschancen. Einzig Fabian Kreim in einem Skoda von Baumschlager, ließ der Lavanttal-Dominator ein wenig mitspielen, was der deutsche Vizemeister zu Platz zwei nützte. Für die Österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft ist Kreim jedoch nicht punkteberechtigt. Eine Art „Ehrenrettung“ gelang Hermann Neubauer noch auf der abschließenden Powerstage. Auf den 27 Kilometern der SP Schönweg nahm er Baumschlager 20 Sekunden ab, sicherte sich drei Zusatzpunkte für den SP-Sieg und somit die Meisterschaftsführung.

Über die Auszeichnung bester Kärntner durfte sich Andreas Mörtl freuen. Der Mitsubishi-Evo-IX-Pilot belegte im Gesamtklassement Platz 14.

Die Stimmen der ORM-Toppiloten:

Platz 1, Raimund Baumschlager: „Das war ein unerwarteter Sieg für mich. Er war schwerer erkämpft als es ausgesehen hat. Umso glücklicher bin ich darüber. Gegen Ende habe ich Tempo weggenommen. Eine sichere Zielankunft war mir wichtiger!“

Platz 2, Fabian Kreim: „Mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Es ist bedeutend besser gelaufen als letztes Jahr, als ich hier ausgeschieden bin. Ich bin erstmals bei strömendem Regen mit diesem Auto gefahren.“

Platz 3, Hermann Neubauer: „Die Lavanttal-Rallye will mich scheinbar nicht. Hier habe ich schon so oft Pech gehabt. Ich mag die Rallye trotzdem, weil sie unglaublich anspruchsvoll ist und wir trotzdem durch den Sieg in der Powerstage 21 Punkte geholt haben.“

Platz 4, Gerwald Grössing: „Das war die schwierigste Rallye der heurigen Saison, das trau ich mich jetzt schon zu sagen. Jeder Kilometer hier war für mich eine Lehrstunde, aber unsere Lernkurve geht steil bergauf..“

In der heuer stark besetzten 2WD-Wertung setzte sich der Steirer Daniel Wollinger durch. Der Renault-Clio-Pilot landete seinen ersten Sieg in dieser Klasse. Simon Wagner, der den Saisonauftakt im Rebenland gewonnen hatte, konnte nach anfänglichen Problemen mit der Reifenwahl am zweiten Tag in die Rallye finden und holte mit seinem Citroen DS3 R3 noch den zweiten Platz. Auf Platz drei findet sich der Burgenländer Andreas Kainer im Opel Adam R2 wieder. Prominentestes Lavanttal-Opfer war hier sicherlich der dreifache Staatsmeister Michael Böhm. Nach seiner gestrigen Gesamtführung musste er heute den Opel Adam R2 drei Prüfungen vor Schluss mit Getriebedefekt abstellen.

Die Stimmen der ORM-2WD-Top drei:

Platz 1, Daniel Wollinger: „Das war mein Premierensieg in der 2WD. Darüber bin ich unheimlich glücklich. Ich bin fast ein wenig überrascht über die Klarheit des Sieges. Das ist das Ergebnis eines tollen Autos mit perfektem Setup. Dass wir dann auch noch die Powerstage gewonnen haben, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Platz 2, Simon Wagner: „Für mich hätte diese Rallye viel besser laufen können. Trotzdem habe ich sehr viel gelernt, vor allem hinsichtlich eines besseren Setups, weil wir vorher nicht testen konnten.“

Platz 3, Andreas Kainer: „Ich freue mich über den Podestplatz in der 2WD, wenngleich mir der Sieg, den ich im Opel-Adam-Cup holen konnte, mehr bedeutet. Ich weiß diesen aber sehr wohl auch richtig einzuschätzen, weil er erst durch den Ausfall von Michael Böhm zustande gekommen ist.“

In der Junioren-Staatsmeisterschaft holte Simon Wagner den Sieg vor Luca Waldherr (Opel Adam R2) und Julian Wagner (Citroen DS3 R3).

In der Historischen Rallye Staatsmeisterschaft gewann Karl Wagner vor seinem Porsche-Kollegen Willi Rabl und Gerhard Openauer (Ford Escort). Wagner: „Bei meinem Comeback in der österreichischen Meisterschaft ist mir eine sensationelle Rallye gelungen. Und das, obwohl am ersten Tag bei Gott kein Porsche-Wetter geherrscht hat. Dem Veranstalter ist zu gratulieren. Die beiden Prüfungen am Prebl waren toll, und besonderes die langen Prüfungen Schönberg haben fahrtechnisch alles geboten, was ein Rallye-Herz begehrt.“

Die jeweiligen Gewinner in den diversen Klassen des österreichischen Rallye Cups sind: C1: Krisztian Hideg (Ung) - C2: Martin Kalteis – C3: Ernst Haneder:

Im zweigeteilten Opel Rallye Cup gewann bei den Opel-Adam-R2-Piloten Andreas Kainer vor Luca Waldherr. In der Opel-Corsa-Wertung siegte Christoph Lieb vor Heimo Hinterhofer und Roland Stengg.

Im Mitropacup siegte wie im Rebenland der Ungar Krisztian Hideg vor den beiden Deutschen Manuel Kößler und Hermann Gaßner. Einen österreichischen Sieg gab es hingegen im Historischen Mitropa Rallye Cup. Hier gewann Gerhard Openauer vor dem Schweizer Burghard Brink und dem Italiener Rino Muradore.

Im M1 Masters gewann Reini Sampl (Audi TTS) vor dem Deutschen Andreas Wittmann mit der österreichischen Copilotin Elke Aigner (Mitsubishi Evo X).

Die nächste ORM-Rallye 2016: Wechselland-Rallye am 29./30. April in Pinggau.

Das detaillierte Ergebnis finden Sie im Menü oben rechts!

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