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ORM: Wechselland-Rallye

Vorschau auf den dritten Saisonlauf

Bei der Wechselland-Rallye (29./30. April) präsentiert sich die Rallye-ÖM im neuen sportlichen Glanz und so spannend wie schon lange nicht.

Fotos: Harald Illmer

Die Rallye-ÖM befindet sich zur Zeit im Aufwind. Nach der Wiederzulassung von World Rally Cars ist die heimische Meisterschaft spannend wie schon lange nicht: Hermann Neubauer und Gerwald Grössing sind in ihren Ford Fiesta WRCs die Herausforderer; Raimund Baumschlager, der im Vorjahr im Wechselland die Premiere seines Škoda Fabia R5 mit einem Sieg feierte, muss nun versuchen, das technische Manko mit Fahrkönnen und Erfahrung auszugleichen. Nachdem er sich im Rebenland Hermann Neubauer geschlagen geben musste, konnte er im Lavanttal seine Erfahrung ausspielen, vor der Wechselland-Rallye trennen die beiden nur zwei Punkte.

Auch in der 2WD-Meisterschaft herrscht Spannung: Serienstaatsmeister Michael Böhm wechselte in einen Opel Adam R2 und erlebte einen aufregenden Saisonauftakt. Im Rebenland konnte er trotz eines Highspeed-Drehers den dritten 2WD-Platz belegen, im Lavanttal wurde er vom Pech verfolgt – dennoch konnte Böhm bereits zeigen, dass mit einem R2-Auto auch R3-Boliden zu schlagen sind. Die Brüder Simon und Julian Wagner sowie Vorjahres-2WD-Sieger Daniel Wollinger machen Böhm das Leben schwer, und es wird um jede einzelne Sekunde gekämpft. Vor der Wechselland-Rallye liegt Wollinger vier Zähler vor Simon Wagner.

Außerdem gibt es das Comeback der historischen Rallyestaatsmeisterschaft und den neuen österreichischen Rallyecup der OSK, zudem veranstaltet Opel nun gleich zwei Markenpokale – für seine Modelle Adam und Corsa. Seit 1996 veranstalten Willi Stengg senior und der Stengg Motorsport Fanclub mit einem rund 180köpfigen Team die Wechselland-Rallye. Für die 21. Ausgabe hat Mastermind Willi Stengg senior eine legendäre Sonderprüfung wiederbelebt, die über 13,44 Kilometer hinauf auf den Hochwechsel führt und früher Teil der legendären Alpenfahrt war.

2016 starten bei der Wechselland-Rallye 51 Teams aus drei Nationen (Deutschland, Slowakei und Österreich). Die Rallye zählt heuer zu den folgenden Rallyemeisterschaften und -pokalen:

• Österreichische Meisterschaft
• Österreichische 2WD-Meisterschaft
• Österreichische Juniorenmeisterschaft
• Historische Rallyemeisterschaft
• Österreichischer Rallyecup
• Historischer Rallyecup
• Opel Adam R2 Cup
• Opel Corsa Cup

Kenndaten der Wechselland-Rallye 2016:

• Etappe 1
SP-Distanz: 40,36 km
Gesamtdistanz: 151,72 km

• Etappe 2
SP-Distanz: 123,48 km
Gesamtdistanz: 215,88 km

• Gesamt
SP-Distanz: 163,84 km
Gesamtdistanz: 367,60 km

97% Asphalt, 3% Schotter

Division ORM: Jeder Kilometer Vollgas

In der Königsdivision der Rallyestaatsmeisterschaft tobt seit der Wiedereinführung der World Rally Cars ein spannender Fight zwischen dem WRC-Piloten Hermann Neubauer und Raimund Baumschlager im R5. Gerwald Grössing, ebenfalls in einem WRC unterwegs, kommt zudem immer besser in Fahrt. Vor der Wechselland-Rallye liegt Neubauer nur zwei Punkte vor Baumschlager.

Im Vorjahr, als Raimund Baumschlager bei der Wechselland-Rallye zum ersten Mal den neuen Škoda Fabia R5 zündete, feierte der Serienstaatsmeister einen überlegenen Sieg – nur ein Jahr später ist alles anders: Baumschlager muss sich gegen die World Rally Cars von Hermann Neubauer und Gerwald Grössing durchsetzen, mit dem R5 ist er technisch im Nachteil.

Das sorgt für große Spannung in der Meisterschaft: Neubauer feierte zwar beim Saisonauftakt einen lupenreinen Sieg, doch schon im Lavanttal konnte Baumschlager von seiner großen Erfahrung und dem Pech seines Hauptgegners profitieren und zurückschlagen. Vor der Wechselland-Rallye 2016 fehlen dem Rosenauer lediglich zwei Punkte auf Tabellenführer Neubauer.

Das Spitzentrio muss in der Rallye-ÖM 2016 de facto jeden Kilometer mit Vollgas bestreiten. Raimund Baumschlager nickt: "Ja, es wird heuer scharf gefahren. Für die Fans ist das super – und ich habe meinen Spaß dabei. Wenn man sich dann doch gegen die technisch überlegenen Gegner durchsetzen kann, freut man sich gleich viel mehr."

Auch für die Wechselland-Rallye gibt es für Baumschlager keine andere Strategie als jene mit dem rechten Fuß auf dem Gaspedal: "Wir werden versuchen, wieder am Limit zu agieren und Druck zu machen. Technisch sehe ich für uns weniger Chancen als im Lavanttal, doch wenn es wieder wechselhaftes Wetter geben sollte, kann ich mein Fahrkönnen und bei Reifenwahl und Setuperstellung meine Erfahrung ins Spiel bringen. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Rallyewochenende."

Hermann Neubauer kommt als Tabellenführer ins Wechselland – und freut sich riesig auf den nächsten Einsatz im Ford Fiesta WRC: "Wir haben bei den ersten beiden Saisonrallyes so viel positiven Zuspruch erhalten, die Leute wollen diese Autos sehen, auf den Prüfungen waren viel mehr Zuschauer als in den Jahren zuvor, und die Wechselland-Rallye fahre ich sehr gerne, allein der Sprung in Haideggendorf ist ein Hammer."

Auch bei der Wechselland-Rallye möchte Neubauer eine taktisch kluge Rallye fahren, zugleich gibt er Baumschlager Recht: "Man braucht sich nur die Zeiten aus dem Vorjahr ansehen – wir fahren heuer viel schneller, auch Raimund fährt so schnell wie schon lange nicht. Meiner Meinung nach sind ein perfekt vorbereiteter R5 auf Neustand und ein Jahre altes WRC gleich schnell, sodass man sich wirklich keinen Fehler erlauben darf. Eines muss ich schon sagen: Wir kommen als Tabellenleader ins Wechselland und wollen auch wieder als Leader heimfahren."

Gerwald Grössing, der zu Saisonbeginn noch schwer an der Setuperstellung seines Ford Fiesta WRC arbeiten musste, bestätigt, dass er in diesem Punkt Fortschritte erzielen konnte und erklärt: "Unser Paket ist sehr gut, vieles wird auch von der Tagesform abhängen. Wir fahren alle hundert Prozent, es wird wohl darum gehen, wer die wenigsten Fehler macht." Dem Veranstalter Willi Stengg senior streut Grössing Rosen: "Das ist einfach eine sympathische Veranstaltung; man spürt, dass diese Leute hundertprozentig mit dem Herzen dabei sind."

Keinesfalls unterschätzen sollte man Niki Mayr-Melnhof. Der Rundstreckenpilot kommt im Rallyeboliden immer besser zurecht, sein Ford Fiesta R5 wird von Beppo Harrachs Firma eingesetzt, somit kann der steirische Lokalmatador auf die beste Beratung bauen. Erst wenige Einsätze hat der Slowake Vlastimil Majercak mit seinem Ford Fiesta R5 absolviert, auch Walter Mayer bringt wieder seinen Peugeot 208 T16 R5 an den Start, zudem wird Wolfgang Scherleithner zum ersten Mal einen Škoda Fabia R5 aus dem Hause BRR pilotieren. Am Ende der Nennliste steht Kurt Huber: Er hat einen nagelneuen Audi A3 S3 nach dem neuen M1-Reglement aufgebaut und nutzt die Wechselland-Rallye als Test unter Wettbewerbsbedingungen.

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