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ORM: Jännerrallye 2018

Johann Seiberl unverhofft ÖM-Dritter

Gesamtdritter nach dem Auftakt, doch den Rest der Rallye-ÖM 2018 werden Johann Seiberl/Daniel Pirklbauer dennoch nicht bestreiten.

Fotos: Christa Feichtner

Unverhofft kommt oft – dieses Sprichwort bewahrheitete sich bei Johann Seiberl und Daniel Pirklbauer, die nach fünf Jahren Pause wieder einen Rallyestart wagten. Mit sanftem Biss und kontrolliertem Speed – und mit perfekter Navigation seines Co-Piloten – trieb Seiberl seinen Mitsubishi Lancer Evo VI zur Höchstleistung. Der Lohn: Ein vierter Platz in der Gesamtwertung sowie ein dritter Rang in der Zwischenwertung der Rallye-ÖM.

Nicht jedem Rallyebesucher, vor allem den Jüngeren und jenen außerhalb von Oberösterreich, mag der Name Johann Seiberl geläufig sein, doch wenn man sich seine sportliche Vergangenheit ansieht, bürgt der Name durchaus für sehr hohe Qualität: Einen Gruppe-H-Sieg bei seinem ersten Rallyeeinsatz (damals mit dem Ex-Benes-Mazda), und das in einem schon etwas fortgeschritteneren Alter (damals 38 Jahre), schafft schließlich nicht jeder. Auch ein Sieg in der ART-Sonderwertung der Austrian Rallye Challenge schien zwischenzeitlich in Reichweite, wurde aber maßgeblich durch Unfallpech verhindert.

Wie man nun bei der jüngsten Ausgabe der Jännerrallye erkennen konnte, hat Johann Seiberl trotz seiner fünfjährigen Rallyepause nicht das Geringste verlernt. Als Gesamtvierter dieses hochanspruchsvollen Bewerbs, hinter dem deutschen Ex-Meister Hermann Gaßner senior, kann er eine wahrhaft stolze Bilanz vorweisen. Dabei waren die Ereignisse im Vorfeld der Rallye nicht ganz unproblematisch.

Die technischen Vorbereitungsarbeiten konnten erst am Mittwoch um Mitternacht abgeschlossen werden, also extrem knapp, bevor der Shakedown bei Oberrauchenödt begann. Der wurde zwecks optimaler Einstimmung auch gleich mit viel Herz in Angriff genommen, was offensichtlich dem Getriebe nicht gut bekam. Beim dritten Anlauf machte es lautstark darauf aufmerksam, dass es wohl in Kürze den Geist aufgeben würde. Prompt musste der Mitsubishi mit dem Anhänger ins Fahrerlager gebracht werden. Glücklicherweise konnte in der kurzen Zeit ein passender Ersatz gefunden und eingebaut werden.

Eine Möglichkeit, ausgiebig zu testen, bestand somit nicht. Nichtsdestotrotz war das Fahrverhalten des Mitsubishi Lancer Evo VI dank der optimalen Unterstützung des Teams Komvet Racing aus der Tschechischen Republik äußerst zufriedenstellend, und so war auf der zweiten Prüfung bereits eine Top-10-Zeit fällig: Siebente Gesamtzeit, zehnter Platz in der Zwischenwertung.

Dieser sehr hoffnungsvolle Beginn konnte im späteren Verlauf der Rallye noch um einige Erfolgserlebnisse bereichert werden. Johann Seiberl und Daniel Pirklbauer konnten damit ihre Position im Wettbewerb laufend verbessern. Gegen die absolute Elite wie Niki Mayr-Melnhof oder Martin Fischerlehner mit ihren R5-Boliden war zwar nicht anzukommen, doch innerhalb der Mitsubishi-Kategorie standen die Mühlviertler überzeugend ihren Mann – gut genug jedenfalls, um den ersten Tag an der achten Stelle der Gesamtwertung zu beenden.

Glück und erst recht sehr viel Können waren dafür verantwortlich, dass dieses Zwischenresultat am Samstag noch weiter verbessert werden konnte. Besonders hervorzuheben ist die zweitschnellste Gesamtzeit auf der Prüfung Unterweißenbach I, aber auch auf Arena Königswiesen - Haid bewiesen Seiberl und Pirklbauer ihre große fahrerische und taktische Klasse. Eine weitere Top-3-Zeit gelang auf Unterweißenbach II – eine Strecke, die den Lokalmatadoren offenbar sehr gut lag. In diesem Stil konnten sie sich, überwiegend aus eigener Kraft, auf den fünften Platz nach vorne arbeiten, aus dem durch den unglücklichen Ausfall von Simon Wagner schließlich sogar noch ein vierter Gesamtplatz wurde – eine von vielen sensationellen Überraschungen, die diese Jännerrallye zu bieten hatte.

Fazit: Eine perfekt funktionierende Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Co-Piloten sowie eine Servicemannschaft um Roman Mühlberger und Leo Lengauer, die ebenfalls ganze Arbeit geleistet hat. Aus Zeitgründen wird es nicht möglich sein, die Rallye-ÖM 2018 weiterzuverfolgen, was angesichts der tollen dritten Position etwas schade ist. Immerhin: Ein Wiedersehen mit Johann Seiberl und vermutlich auch Daniel Pirklbauer ist für die Mühlstein-Rallye bei Perg geplant.

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