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ARC/ORM: Weiz-Rallye

Das Motto: "Fehler machen verboten!"

In der motorisch stärksten Kategorie "ORM" dürfen sich die Fans bei der Weiz-Rallye auf Duelle praktisch auf Spitz und Knopf freuen.

Foto: Harald Illmer

Der Rallyeclub Steiermark unter der Stabsführung von Mario Klammer zeichnet auch heuer wieder in bewährter Art und Weise für die Organisation und Durchführung der Weiz-Rallye verantwortlich, die am 21./22. Juli mit Start- und Ziel in der oststeirischen Bezirkshauptstadt über die Bühne gehen wird.

Die Rallye zählt zum zweiten Mal zur FIA European Rally Trophy, zum sechsten Mal als fünfter Lauf zur Rallyestaatsmeisterschaft und den Cups der AMF, zum Opel-Markenpokal, zum M1 Rallye Masters und heuer auch als vierter Lauf zur Austrian Rallye Challenge sowie zur ART-Clubmeisterschaft.

Man hat mit dieser Fülle von Bewerben nicht nur weitere internationale Anerkennung – auch durch die Bewertung aus dem Vorjahr – erfahren, sondern will nach der heurigen Durchführung auch den Status als beliebteste Rallye Österreichs verteidigen, weiter verbessern und ausbauen.

Nachdem in den letzten Jahren vonseiten des Veranstalters immer wieder diverse Neuerungen in den Ablauf und in die Organisation eingebracht wurden, stehen auch heuer gravierende Veränderungen an: Die Rallye- und die Organisationsleitung, die Zeitnahme sowie das Medienzentrum sind nicht mehr in der Stadthalle Weiz zu finden.

All diese Einrichtungen wurden konzentriert, gebündelt und in den Gasthof Strobl übersiedelt. Dort befinden sich auch, wie schon im letzten Jahr, die Servicezone sowie die Start- und Zielrampe. Im Vorfeld der Rallye wird am Donnerstag, 20. Juli, ab 20 Uhr wieder ein "Speed & Talk" durchgeführt, diesmal mit Stargast Andreas Goldberger.

Sportlich bietet Organisator Mario Klammer auch weiteren Piloten die Möglichkeit, bei seiner Rallye an den Start zu gehen. "Durch die Absage der Perger Mühlstein-Rallye und einer weiteren möglicherweise gefährdeten Veranstaltung in der Austrian Rallye Challenge und Trophy hätten diese Aktiven keine Möglichkeit gehabt ihren Sport auszuüben. Deshalb haben wir für diese Starter eine eigene Plattform geschaffen, um dieses Manko zu umgehen und trotzdem Punkte gewinnen zu können", so Klammer.

Was die Streckenführung betrifft, werden wieder die beiden Rundkurse in Anger am Freitag und in Naas am Samstag zu den absoluten Zuschauermagneten zählen. Um Powerstage-Punkte geht es diesmal aber auf SP 13 (Koglhof II). Nach der letzten SP wird in Weiz eine "Finish Holding Area" eingerichtet. Danach können sich die Fahrer auf der Zielrampe von den Fans feiern lassen.

Schon im Vorjahr war die Veranstaltung "Speed & Talk" ein voller Erfolg. Es diskutierten vor ca. 200 Zuhörern Vertreter der Wirtschaft und der Politik mit prominenten Sportlern, Rallyepiloten und Teamvertretern. Deshalb wird es auch heuer eine ähnliche Veranstaltung am Donnerstag, 20. Juli, mit Beginn um 20 Uhr im Gasthaus Strobl in Weiz geben.

Am Freitag haben die Fans dann ab 14 Uhr die Möglichkeit, vor dem Gasthaus Strobl in Weiz beim Rallyestart mit dabei zu sein und sich zuvor in der Servicezone mit den Autogrammen der Piloten einzudecken. Am Samstag steigt ab 22 Uhr im Tollhaus in Weiz die große After-Rally-Party, die im letzten Jahr bis in die frühen Morgenstunden angedauert hat. Auch dabei sind die Fans willkommen.

Ein Blick in die Nennliste zeigt, dass die Weiz-Rallye auch heuer eines der attraktivsten Starterfelder, das Österreich momentan zu bieten hat, präsentieren kann. Die gesamte Haute-volée des nationalen Rallyesports gibt sich beim fünften Staatsmeisterschaftslauf der Saison 2017 ein Stelldichein.

In der motorisch stärksten Kategorie "ORM" dürfen sich die Fans bei der Weiz-Rallye auf Duelle auf Spitz und Knopf freuen. Der amtierende Staatsmeister Hermann Neubauer, der Rekordchampion und vierfache Weiz-Sieger Raimund Baumschlager und Gerwald Grössing – für alle drei World-Rally-Car-Piloten gilt: Jeder Fehler ist verboten! Alle drei Favoriten hatten heuer schon je zwei Ausfälle, d.h. das Streichresultatskonto ist bei allen bereits ausgeschöpft.

Sogar Raimund Baumschlager, der in den letzten neun Jahren keine drei Ausfälle fabrizierte, ist heuer bereits zwei Mal nicht ins Ziel gekommen. Der 13fache Staatsmeister bringt mit dem VW Polo WRC das Weltmeisterauto der Vorsaison nach Weiz und weiß: "Das heurige Jahr verläuft leider noch nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Nachdem wir schon zwei Mal in den Bäumen gehangen sind, hoffe ich, dass wir diesmal keine Motorsäge mitbrauchen, aber die Meisterschaft ist noch komplett offen und es ist noch alles möglich. Vor der 'Weiz' werden wir noch einen Test einlegen, und dann greifen wir an. Dass wir uns keine Fehler mehr leisten dürfen, wissen wir, aber das trifft auf unsere Kontrahenten genauso zu."

Auch der regierende Meister und letztjährige Weiz-Rallye-Sieger Hermann Neubauer steht nach bereits zwei Nullnummern unter Druck. Trotzdem fiebert der Salzburger in Ford Fiesta WRC der kommenden Aufgabe entgegen: "Es gibt keine Rallye, die ich lieber fahre als die in Weiz. Ich mag die Leute dort und ich mag die Prüfungen. In Weiz war ich immer schnell. Daher ist es sicher nicht mein Plan, dort hinzufahren, um Zweiter zu werden. Das größere Problem ist momentan noch das Auto. Beim Motorbrand im Schneebergland sind doch einige heikle Teile der Elektronik vernichtet worden, aber ich bin sicher, dass das mein Team hinkriegt. Möglicherweise ist dann aber zum Testen nicht mehr viel Zeit." Optimistisch stimme ihn, dass er von seinem Reifenhersteller völlig neues Material bekommen werde, mit dem er für den Weizer Asphalt ganz besonders gut gerüstet sein sollte.

Der dritte im WRC-Bunde ist Gerwald Grössing. Er sieht sich mit seinem Ford Fiesta WRC aber gerade bei der Weiz-Rallye von vornherein in einer gewissen Außenseiterrolle, da er mit der Weiz-Rallye immer so seine Probleme gehabt habe: "Ich komme dort mit dem relativ rutschigen Asphalt nicht so zurecht. Deshalb will ich mich auch heuer nicht auf eine Prognose einlassen, zumal es so aussieht, als ob unser Fiesta überhaupt erst knapp vor dem Start fertig wird. Der Motor, der ja im Schneebergland den Geist aufgegeben hat, ist noch bei M-Sport in England und dürfte erst eine Woche vor der Rallye wieder bei uns eintreffen – dann muss er erst eingebaut werden. Viel Zeit zum Testen bleibt dann nicht mehr."

Es wäre jedoch ein fataler Fehler, wenn sich die drei WRC-Konkurrenten nur untereinander beäugten, denn immerhin werden ihnen in Weiz gleich neun R5-Kollegen, zwei S2000-Piloten und weitere vier Klasse-2-Autos das Leben schwer machen wollen.

Im Mittepunkt bei den steirischen Fans wird dahingehend gewiss der Steirer Niki Mayr-Melnhof stehen, der mit seinem Ford Fiesta R5 nach seinem allerersten ÖM-Sieg zuletzt im Schneebergland sogar die Meisterschaft anführt. Der flinke Überraschungsmann weiß den Momentanstand jedoch realistisch einzuschätzen: "Ich bin noch immer überglücklich über meinen Sieg, doch auf Asphalt wird die Sache sicher anders aussehen als zuletzt auf Schotter. Nichtsdestotrotz werden wir in Weiz wieder voll angreifen und versuchen, mit schnellen Zeiten vielleicht den einen oder anderen Favoriten nervös zu machen."

Trotz seiner Jugend kommt der erst 19jährige, aus der Rallye-EM bekannte Russe Nikolay Gryazin mit der wahrscheinlich meisten internationalen Erfahrung in die Oststeiermark. Heuer parkte er seinen Škoda Fabia R5 im Rahmen der European Rally Trophy bereits vier Mal (zwei Mal in Lettland, je ein Mal in Estland und Finnland) auf dem Podest. Die zur Baltic Rally Trophy zählende Talsi-Rallye in Lettland hat er gewonnen. Gryazin ist zwar nicht für die österreichische Meisterschaft punkteberechtigt, kommt für ein Spitzenresultat in Weiz aber natürlich dennoch in Frage.

Ein ganz starker Mann ist auch Dominik Dinkel. Der 24jährige Deutsche aus Unterfranken jagt seinen Škoda Fabia R5 höchst erfolgreich durch die heuer ungemein spannende deutsche Rallyemeisterschaft; momentan ist er dort Gesamtdritter. Als Spitzenreiter steht der Oberösterreicher Gerald Rigler am Start: Der Ford-Fiesta-R5-Pilot aus Mitterkirchen führt die Gesamtwertung in der Austrian Rally Trophy (ART) an, in der es bei der Weiz-Rallye diesmal ebenfalls um Punkte geht.

Aus österreichischer Sicht bildet den R5-Schlusspunkt der älteste Pilot im Feld: Der unverwüstliche Gießhübler Walter Mayer zündet auch in Weiz seinen Peugeot 208 R5. Für Unruhe bei den um jeden Meisterschaftspunkt kämpfenden heimischen Piloten könnte wohl das Trio Ondřej Bisaha (Ford Fiesta R5), Vojtěch Štajf und Antonín Tlustak (beide Škoda Fabia R5) sorgen. Die drei Tschechen haben zwar hauptsächlich wegen der FIA ERT in Weiz genannt, sind aber auch in der Rallye-ÖM voll punkteberechtigt.

Die weiteste Anreise hat mit Sicherheit Peter Scharmach hinter sich: Der 1964 geborene Deutsche lebt in Christchurch und verfügt sowohl über die deutsche als auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Scharmach kommt aus dem Rundstreckensport, war dort u.a. schon in der Deutschen Tourenwagen Challenge, im Porsche Supercup für das Lechner Racing Team oder in der Tourenwagen-WM (Macao 2005) für Engstler Motorsport unterwegs. Bei der zur Central Rally Trophy zählenden INA-Delta-Rallye in Kroatien steuerte er heuer seinen Ford Fiesta R5 auf den dritten Gesamtrang.

Zur Freude seiner zahlreichen Fans steht der Weizer Lokalmatador Stefan Fritz diesmal ebenfalls mit einem absoluten Spitzenfahrzeug am Start. Der Besitzer eines Weizer Lokals hat sich einen Škoda Fabia S2000 zugelegt und will mit diesem als Hecht im Karpfenteich mitschwimmen – eine Ausgangslage, die auch auf den Bayern Maximilian Koch zutrifft, der wie Fritz in einem älteren S2000-Fabia sitzt.

Selbst wenn die Anzahl der Klasse-1-Fahrzeuge, also WRC, R5 und S2000, unglaublich hoch ist, blicken auch fünf Klasse-2-Piloten zuversichtlich in Richtung der Top-Ten-Plätze – und das zu Recht: Die beiden Oberösterreicher Robert Zitta (Subaru WRX STI) und Peter Oelsinger (Mitsubishi Lancer Evo X) sowie der Steirer Franz Kohlhofer (Mitsubishi Lancer Evo IX) und Hermann Haslauer (Subaru) sind für vordere Plätze in der stärksten Allradkategorie ebenso gut wie der Deutsche Björn Satorius im Subaru Impreza WRX.

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