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ORM: Schneebergland-Rallye

Gesamtpodium für das Team Rallye ABST

Martin Kalteis/Markus Kuntner beendeten die Schneebergland-Rallye in einem 15 Jahre alten Mitsubishi Lancer Evo VII auf dem Podium.

Bildquelle: Team Rallye ABST

Die Schneebergland-Rallye ließ in diesem Jahr mit einem kleinen, aber äußerst qualitativen Starterfeld aufhorchen. Bekannt für ihre materialfordernden Schottersonderprüfungen, bot auch die diesjährige Auflage eine spektakuläre Streckenführung, die wohl in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Gerade diese Bedingungen aber sind es, die den Rallyesport zu dem gemacht haben, was er heute ist. Nicht die reine Bleifußstrategie, sondern auch der bedachte Umgang mit dem Material ist von besonderer Bedeutung; auch weil es die Heimrallye des Team Rallye ABST ist, wollte Martin Kalteis im Schneebergland unbedingt am Start stehen.

Bereits in den letzten Jahren konnte der Gloggnitzer dort immer mit schnellen Zeiten aufzeigen, musste sich dann aber meist mit technischen Defekten frühzeitig aus der Rallye verabschieden. Dies sollte heuer auf jeden Fall anders laufen, doch bereits auf der ersten Sonderprüfung ertönten aus dem Motorraum besorgniserregende Geräusche. Eine Schraube des Krümmers hatte sich gelöst, wodurch der Flansch nicht mehr abdichtete und der Mitsubishi etwas an Leistung verlor, jedoch bis ins erste Service, wo der Schaden behoben werden konnte, klaglos durchhielt.

Doch auch die Konkurrenz sollte nicht ohne Probleme vorankommen: Bereits nach Sonderprüfung 2 waren zwei WRCs ausgefallen, Gerald Riegler im R5 hatte mit geplatztem Turboschlauch zu kämpfen, und der ungarische R5 konnte in Zaum gehalten werden. Damit lag das Duo Kalteis/Kuntner auf dem sensationellen fünften Gesamtrang, den sie bis ins Mittagsservice auch nicht mehr hergaben. Dort angekommen stellte sich allerdings heraus, dass ein Teil des hinteren Achsrahmens gebrochen war und die darin befestigte Querlenkerschraube sich nur noch aus purer Nächstenliebe in ein paar Millimetern Aluminium festhielt.

Das notwendige Ersatzteil war allerdings in der kurzen Zeit nicht aufzutreiben; schweißen kam auch nicht in Frage. An diesem Punkt sah es so aus, als müsse aufgegeben werden, doch der wahre Rallyegeist – aufgeben wird erst, wenn sich nix mehr dreht – hielt nach einigen Überlegungen Einzug, und Martin Kalteis und sein Team fixierten den Querlenker in der ramponierten Halterung mit einem guten alten Spanngurt. Zwar musste Kalteis seinen Evo von nun an mit Bedacht um Linkskurven werfen, konnte die Rallye jedoch fortsetzen; auch die Top-5-Zeiten konnten beibehalten werden.

Der Ausfall des letzten verblieben WRCs auf der langen Sonderprüfung Haraseben, der auch zur Neutralisierung ebendieser führte, spülte das Team auf den vierten Platz nach vorne. 13 Sekunden fehlten zu diesem Zeitpunkt auf den drittplatzierten Kris Rosenberger, der zum ersten Mal in einem R5-Bolieden unterwegs war. Doch diesen Kampf wollte das Team Rallye ABST angesichts der stark ramponierten Radaufhängung nicht mehr aufnehmen. Dass dann auch noch der aktuell zweitplatzierte Christian Schuberth-Mrlik auf der letzten Sonderprüfung an einem am Straßenrand liegenden Baumstamm strandet und aufgeben musste, machte die Sensation perfekt.

Martin Kalteis und Markus Kuntner beendeten die Schneebergland-Rallye in einem 15 Jahre alten Mitsubishi Lancer Evo VII mit dem dritten Gesamtrang auf dem Podium. Niemals hätte dies jemand bei diesem Starterfeld erwartet. Nach so vielen Chancen, die meist durch technischen Defekt verhindert wurden, hat es nun endlich funktioniert. Ob verdient oder nicht, das mag jeder für sich selbst entscheiden, doch eines will gesagt sein: Bei so einer Rallye muss man erst einmal das Ziel erreichen. Das Team Rallye ABST möchte sich bei allen Unterstützern, Sponsoren, Freunden und Fans für die jahrelange Treue bedanken.

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